28.08.2020 - 10:44

Überarbeitung der Ladesäulenverordnung geplant

Das Bundeswirtschaftsministerium soll in diesem Sommer im Rahmen des Masterplans Ladeinfrastruktur der Bundesregierung die bisherige Ladesäulenverordnung überarbeiten.

Dow Jones Newswires hatte nach eigenen Angaben Einblicke in den Änderungsentwurf der Ladesäulenverordnung und berichtet, dass Betreiber beim Aufbau von Ladesäulen künftig eine standardisierte Schnittstelle bereitstellen müssen, um Daten wie Lage, Ladeleistung, Belegungsstatus, Preis oder Betriebsbereitschaft zu übermitteln.

Zugleich sollen Betreiber bei der Bürokratie entlastet werden. So müssen Ladepunkte nicht mehr mindestens vier Wochen vor dem geplanten Aufbau bei der Bundesnetzagentur angezeigt werden. Künftig soll es reichen, diese auch spätestens zwei Wochen danach anzumelden.

Auf Druck der EU werde auch die Definition erweitert, welche Ladepunkte als „öffentlich“ gelten. Laut Entwurf „soll die öffentliche Zugänglichkeit künftig entscheidend vom Willen des Verfügungsberechtigten abhängen, der über die zugelassene Benutzung entscheidet“. Der Betreiber könnte demnach also ein Schild aufstellen und so den Personenkreis einschränken, welcher die Ladeinfrastruktur nutzen kann. Bisher ist ein Ladepunkt öffentlich zugänglich, „wenn er sich entweder im öffentlichen Straßenraum oder auf privatem Grund befindet und der zum Ladepunkt gehörende Parkplatz von einem unbestimmten oder nur nach allgemeinen Merkmalen bestimmbaren Personenkreis tatsächlich befahren werden kann.“

Bisher waren eingeschränkt öffentliche Ladepunkte nicht meldepflichtig. Dies könnte sich laut der Meldung aber ändern: „Eingeschränkt öffentliche Ladepunkte, die bisher nicht meldepflichtig waren, erhalten zudem mehr Zeit, konforme Stecker einzubauen und anzuzeigen: Die Übergangsfrist läuft bis 1. April 2021.“

Der Entwurf sei Teil des Masterplans Ladeinfrastruktur der Bundesregierung. Die im Masterplan vorgesehene Nationale Leitstelle wird von der NOW GmbH betrieben, welche die erforderlichen Maßnahmen für einen beschleunigten Aufbau der Ladeinfrastruktur koordiniert. In der Leitstelle sollen aber auch die verschiedenen Aktivitäten des Bundes, der Länder und Kommunen koordiniert werden. Erstes Ziel dabei sei die Errichtung von 1.000 neuen Schnellladestandorten.
finanzen.net

– ANZEIGE –

Coperion BatteriemassenCoperion Technologie für kontinuierliche Produktion von Batteriemassen: Zuverlässige Technologielösungen, die eine konstant hohe Produktqualität sicherstellen: Die ZSK Extrusionssysteme von Coperion und Dosierer von Coperion K-Tron sind speziell für toxische sowie schwer zu handhabende Materialien in kontinuierlichen Produktionsprozessen konzipiert. www.coperion.com/batteriemassen

Stellenanzeigen

Senior Produktmanager (m/w/d) - Bereich Ladelösungen

Zum Angebot

Leitung Technik Elektromobilität (m/w/d)

Zum Angebot

Key Account Manager (m/w/d) Elektromobilität

Zum Angebot

22 Kommentare zu “Überarbeitung der Ladesäulenverordnung geplant

  1. EdgarW

    „Eingeschränkt öffentliche Ladepunkte, die bisher nicht meldepflichtig waren, erhalten zudem mehr Zeit, konforme Stecker einzubauen und anzuzeigen: Die Übergangsfrist läuft bis 1. April 2021.“

    Ich schätze, der „Stecker“ ist ein Übersetzungsfehler. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Datenschnittstelle, bzw, wie es am Anfang des Artikels heißt, eine „standardisierte Schnittstelle“ (also standardisierte Datenschnittstelle).

  2. Klaus Geiss

    Ich würde mir ja gerne ein E-Auto kaufen, aber das jetzige Chaos bei der Ladesäulen-Problematik ist nicht akzeptabel. Die zentrale Erfassung der Standorte und ob die jeweilige Säule funktionsfähig und frei ist, ist ein guter Anfang.
    Das größte Problem wird aber nicht beseitigt –> die vielen „Tankkarten“ der Stromlieferanten und deren komplizierte Tarifstruktur !

    • Susanne Lohe

      Ich fahre seit 3 Monaten elektrisch und habe bisher nur gute Erfahrungen beim Laden gemacht. Meine ADAC ladekarte ermöglicht mir ein Laden an allen nationalen Ladesäulen. Meine erste Strecke war Kaufbeuren Solingen.

    • Stefan

      Ich fahre selbst elektrisch, war noch nie so günstig mobil.
      Informieren muss man sich schon, aber letztlich habe ich zwei Ladekarten im Handschuhfach und konnte damit bisher überall laden, wo ich es wollte.
      Die Medien haben hier aber auch wieder ganze Arbeit geleistet und leider zu Ihrer Verunsicherung beigetragen.

      • Reinhard

        Da hast du Recht, regelmäßig lese ich in den Nürnberger Nachrichten in Artikeln zum Thema irreführende bzw. Falsche Aussagen. Frag mich, ob die Verfasser jemals ein EAuto gefahren haben oder von einer Lobby gesponsert werden.
        Plugsurfing hab ich auch, aber die sind inzwischen teuer, insbesonders wegen den Standgebühren, habe jetzt zusätzlich EnBW und Nbg LadeVerbund

    • Mücke, Frank

      Das Problem ist gelöst ! Mit dem Anbieter Plugsurfing zb

    • KnofiFlo

      Hallo Klaus.

      Wie die Vorredner bereits erwähnten: Wenn man möchte, geht es!
      In Deinem Dunstkreis gibt es eine Anzahl X von Lademöglichkeiten. Die meisten davon wirst Du mit einer einzigen Ladekarte bedienen können. Im Alltag nutzt man ohnehin immer die gleichen 3 Lade-Punkte.
      Komplizierter ist es nur, wenn man mal aus seiner Komfort-Zone heraus möchte – aber auch da ist es mit einem Blick in ein Ladesäulen-Verzeichnis kein Problem.
      Vor dem Kauf eines E-Auto empfiehlt es sich, für 4 Wochen eines zu mieten und ALLE Fahrten damit zu erledigen, ALLE Lademöglichkeiten zu probieren. Das kostet natürlich, aber zeigt auch eindeutig, ob und wie man mit der Umstellung zurecht kommt.

  3. TL431

    „Der Betreiber könnte demnach also ein Schild aufstellen und so den Personenkreis einschränken, “
    Riecht nach Lobbyismus durch Tesla um die SuC nachträglich gesetzeskonform nicht öffnen zu müssen.

    • Martin Kurth

      Tesla hat nie eine Förderung bekommen.

      • TL431

        Die LSV gilt nicht nur für geförderte Säulen.

    • Peter Albert

      Wer die Säule bezahlt, sollte auch die Hoheit darüber haben, alles andere ist Enteignung. Öffentlich geförderte Säulen müssen dagegen öffentlich zugänglich sein.

      Ein standardisiertes Protokoll ist Pflicht.

      Regionale Ladekarten sollten unterbunden werden, das Zahlen sollte wie bei jeder Benzintankstelle oder besser noch mit Plug und Charge, also so, wie man es von Tesla gewohnt ist, erfolgen.
      Erfolglose Ladeversuche wegen Anbieterdefiziten sollten mit einer Geldstrafe für den Ladeanbieter geahndet werden analog zu großen Verspätung bei Flugreisen.

      • TL431

        „Wer die Säule bezahlt, sollte auch die Hoheit darüber haben, alles andere ist Enteignung.“
        Wäre schlimm wenn es allgemein so wäre. Zum Glück gibt es Gesetze die das unterbinden.

    • KnofiFlo

      Hallo TL431.

      Tesla hat als erster Ladesäulenbetreiber überhaupt angeboten, andere Hersteller an ihren Säulen laden zu lassen.
      Es wollte sich nur niemand die Blöße geben, beim Feind als zahlender Kunde da zu stehen.

      Davon abgesehen hat Tesla als einziger Hersteller einfach die Ladebuchse in das Auto gebaut, die in der vorherrschenden Region am weitesten verbreitet ist: seinerzeit bei uns die Typ2-Verbindung.
      Und Tesla ist der einzige Hersteller, der mit dieser Buchse 22kw AC und bis 145kw DC laden kann.
      Die Technik dazu ist öffentlich bekannt, Tesla hatte bereits 2013 alle Patente & Daten dazu offen gelegt.

      Die LSV hatte 2018 dafür gesorgt, dass Tesla keine SuperCharger mehr bauen darf, eben weil ja kein ‚öffentlicher‘ Zugang mit Bezahlung & Ablesen der Strommenge möglich ist.
      Daher musste Tesla Schilder anbringen, auf denen „Nur für Teslafahrer während des Ladevorgangs zugänglich“ steht. Seitdem baut man wieder.
      Das war die Jahre davor nicht nötig (und ist es im Rest der Welt auch nicht) – Lobbyismus ist da auf der anderen (deutschen) Seite sehr effektiv gewesen – wieso hätten wir sonst CCS in diese Welt gesetzt !?

      • Max

        Wäre auch blöd, wenn Tesla die Patente nicht öffentlich zugänglich gemacht hätte…

      • TL431

        „Tesla hat als erster Ladesäulenbetreiber überhaupt angeboten, andere Hersteller an ihren Säulen laden zu lassen.“
        Die anderen müssen sowas ja auch nicht anbieten, die machen das ganz einfach ohne ein Angebot.

        „Es wollte sich nur niemand die Blöße geben, beim Feind als zahlender Kunde da zu stehen.“
        Glaub ich nicht. Kooperationen sind Alltag bei Automobil-Firmen. Siehe Daimler-Tesla Kooperation.

        „seinerzeit bei uns die Typ2-Verbindung“
        Die war aber als AC verbreitet und nicht als DC.

        „Die Technik dazu ist öffentlich bekannt, Tesla hatte bereits 2013 alle Patente & Daten dazu offen gelegt.“
        2013 waren aber bereits CCS Fahrzeuge auf dem Markt. Die Einigung der Fahrzeug Hersteller auf CCS war dementsprechend noch früher.

        „wieso hätten wir sonst CCS in diese Welt gesetzt !?“
        Weil es einige Vorteile besitzt.

        • KnofiFlo

          Das ‚eigene‘ Ladenetz öffentlich zu machen heißt laut LSV, dass ein geeichter Zähler und eine Bezahlmöglichkeit geboten werden muss.
          Daran scheitert ein Öffnen des SuC-Netzwerks.
          Die anderen Angebote sind dadurch unnötig teuer, kompliziert und anfällig.
          Als Stromfahrer würde ich die Tesla-Variante bevorzugen: Ranfahren, einstecken, fertig.
          Rein technisch ist wohl niemand bereit, das System von Tesla in seine Autos (Kommunikation + Bezahlung) einzubauen.

          Kooperationen inner-deutsch gibt es viele, aber eben nicht freiwillig und überregional. Daimler hätte die B-Klasse damals auch an den SuC laden lassen können, Tesla-Technik ist bereits im Auto drin. Wollten sie aber nicht.
          Den hochgelobten CCS-Anschluss gibt es in diesem Auto noch nicht mal für viel Geld, weil der Tankdeckel zu klein sei (offizielle Aussage Daimler).
          Für mich klingt das nach „Blöße beim Feind“.

          Tesla hat eben nicht auf ein eigenes System bestanden, als 2013 der Typ-2-Stecker für europäische Modelle gewählt wurde, sondern das technisch machbare aus dem vorherrschenden System heraus geholt. Die anderen hätten diese AC-DC-Technik ja auch einfach einbauen können, waren ja schließlich spät genug dran, dass man einfach nur kopieren bräuchte. Aber bei Smart war ja noch nicht mal bei der aktuellen Generation möglich, einen 22kw-Lader ab Werk zu bestellen, wenn man zu den ersten gehören wollte. Und das, obwohl man ja als Daimler-Anhängsel sehr wohl auf viele Quellen hätte zugreifen können (Tesla, Brusa, etc.)
          Dass man also den Typ-2 nicht so nutzt, wie es technisch ausreitzbar wäre, liegt nicht an Tesla und scheitert offenbar nicht an der Hardware.

          CCS hat wohl Vorteile, allerdings habe ich in den letzten 10 Jahren keine davon gemerkt.
          Im Gegenteil – viele DC-Säulen haben regelmäßig den Dienst versagt, sobald mal CCS laden wollte.
          Im Vergleich zu Chademo also nur ein teurer Neu-Zugang, der dazu geführt hat, dass wir in Europa noch langsamer sinnvolle Technik nutzen können.

          Letztendlich halte ich die Aussage, dass da jemand aus USA Lobbyismus betreiben würde für sehr paranoid-deutsch. Als ob jemand bei Tesla ständig sagen würde: bevor wir etwas für ein globales System entscheiden, sollten wir noch mal bei den deutschen nachgucken, die machen alles richtig…

  4. Jürgen

    Hallo in die E Mobilität s Runde.

    Ich finde die E Mobilität einfach nur genial. Wo sonst gibt’s so einfache Technik in den Fahrzeugen, die auch noch so zuverlässig sind.

    Auch der Wirkungsgrad der E Mobilität ist vom aufladen bis zum entladen auf die Straße von rund 80 % überzeugend.

    H2O finde ich auch okay, auch wenn der Wirkungsgrad aufgrund der kalten Fusion noch nicht ganz toll ist. Das wird noch viel besser, und auch H2O wird sich durchsetzen.

    Ich wünsche dem Autor (Stefan), und allen Lesern ein tolles sonniges Wochenende. 🙂

    LG, Jürgen B., aus dem Raum OS

    • Milan

      Jürgen: H2o?
      Ich kenne kein Auto, das mit Wasser angetrieben wird. Wenn man schlau tun möchte, dann bitte mit den richtigen Bezeichnungen.

    • Norbert

      Na. Kalte Fusion ist ja wohl DER Menschheitstraum schlechthin. Wasserstoffatome bei Normaldruck und Normaltemperstur zu Heliumatomen fusionieren und dabei eine riesige Menge an Energie zu erzeugen, ist nicht das, was in er Brennstoffzelle passiert. Und derzeit kommt der industriell gewonnene Wasserstoff als Abfallprodukt aus Erdölprodukten oder wird direkt aus Erdgas erzeugt. Wasserstoff aus Elektrolyse mit grünem Strom gewonnen hat m.W. einen Wirkungsgrad von etwa 15 %. Dann besser den (grünen) Strom direkt in die E-Auto-Batterie pumpen, statt dann noch zweimal umzuwandeln…

    • Der Schlaumi

      Naja … H2O Fahrzeuge, die also mit Wasser fahren, könnten die Lösung für viele unserer Probleme sein.

  5. Mark-Ingo Thielgen

    Und weiterhin sind die Anbieter nicht verpflichtet, an der Ladesäule Preise und Preisstruktur anzugeben. Tolle Wurst.

  6. mike

    Wenn H2 Trucker Steckdosen aufbauen…dann kommt sowas dabei raus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/08/28/ueberarbeitung-der-ladesaeulenverordnung-geplant/
28.08.2020 10:42