28.04.2021 - 10:28

Ford plant Batterie-Kompetenzzentrum in Michigan

Ford unternimmt erste Schritte zur Produktion eigener Batteriezellen. Der US-Autobauer hat nun angekündigt, im Südosten Michigans ein globales Batterie-Kompetenzzentrum namens Ford Ion Park zu errichten. Dort sollen Lithium-Ionen- und Feststoff-Akkus entwickelt und in Kleinserie gefertigt werden.

Das 185 Millionen Dollar – umgerechnet 153 Millionen Euro – teure Forschungszentrum soll Ende 2022 eröffnet werden, wie Ford mitteilt. Dann sollen im Ford Ion Park Lithium-Ionen-Zellen und Feststoffzellen entwickelt und gefertigt werden, um dabei auch neue Herstellungstechniken zu erproben.

Im Ford Ion Park sollen 150 Spezialisten mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass Ford „Batteriezellen-Designs mit neuartigen Materialien künftig schnell skalieren“ könne. Zudem sollen auch „Aspekte der Wertschöpfungskette“ optimiert werden – von Minen bis zum Recycling.

Zwar plant Ford noch keine Zellproduktion in größeren Stückzahlen, dennoch ist die Millionen-Investition ein Strategieschwenk: Während andere große Autobauer wie Haupt-Konkurrent General Motors (in Form des Joint Ventures Ultium Cells gemeinsam mit LG Energy Solution) und inzwischen auch Volkswagen mit den beim „Power Day“ angekündigten Batterie-Fabriken zunehmend auf eigene Zellen setzen und sich auch an deren Produktion beteiligen, hatte der damalige CEO Jim Hackett noch im September 2020 gesagt, Ford werde keine eigenen Zellen bauen. Eine Entscheidung, die der neue CEO Jim Farley nach nur wenigen Monaten revidiert hat.

Geleitet wird der Ford Ion Park von Anand Sankaran, der bereits über 30 Jahre für den Konzern tätig ist. Derzeit ist Sankaran Director of Electrified Systems Engineering – Erfahrung in der Elektromobilität bringt er also mit. In dieser Rolle war Sankaran auch an der Entwicklung des Ford Mustang Mach-E und dem F-150 Hybrid beteiligt.

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„Wir skalieren bereits die Produktion von Vollelektrofahrzeugen auf der ganzen Welt, da immer mehr Kunden die Fahrspaßvorteile von Elektrofahrzeugen ohne Emissionen erleben und sich danach sehnen“, sagt Hau Thai-Tang, Chief Product Platform und Operations Officer von Ford, laut der Mitteilung des Unternehmens. „Wenn wir letztendlich in mehr Forschung und Entwicklung für Batterien investieren, können wir den Prozess beschleunigen, um den Kunden im Laufe der Zeit mehr, noch bessere und kostengünstigere Elektrofahrzeuge zu liefern.“

Interessanter Aspekt: Das US-Portal „InsideEVs“ erinnert daran, dass Thai-Tang unter Hackett noch argumentiert habe, dass Investitionen in die Batterieproduktion das Unternehmen mit „Investitionen in veraltete Technologie“ belasten könnten, wenn es einen massiven Durchbruch bei Festkörperbatterien gebe.

Bisher setzt Ford auf zugekaufte Batteriezellen von unterschiedlichen Lieferanten. Die Zellen für den Mustang Mach-E stammen von LG Energy Solution und werden in dem Werk in Polen gefertigt – und dann in das Fahrzeugwerk in Mexiko verschifft, wo das E-SUV gebaut wird. Welche Zellen der Mustang Mach-E aus chinesischer Produktion verwenden wird, ist nicht bekannt. Für den vollelektrischen Pickup F-150 will der US-Autobauer jedoch Zellen von SK Innovation einsetzen. Diese Zellen sollen in dem neuen Werk im US-Bundesstaat Georgia gefertigt werden, das Teil des US-Rechtsstreits mit LG war.
insideevs.com, ford.com

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28.04.2021 10:59