16.06.2021 - 13:49

Leclanché: Neues Batteriemodul und neue Fertigungslinie

Der Schweizer Batteriehersteller Leclanché hat eine neue Generation von Lithium-Ionen-Modulen für energieintensive E-Transport-Anwendungen auf der Straße, Schiene und auf dem Wasser entwickelt und gleichzeitig eine neue Produktionslinie zur Modul-Großserienfertigung in der Schweiz eingeweiht.

Die neuen Module mit der Bezeichnung M3 weisen laut Leclanché im Vergleich zur vorherigen Generation eine höhere Energie- und Leistungsdichte auf und zeichnen sich durch eine hohe Lebensdauer von bis zu 20.000 Zyklen mit Lithium-Titanat-Chemie (LTO) bzw. bis zu 8.000 Zyklen mit Graphit/Nickel-Mangan-Kobaltoxid-Chemie (G/NMC) aus. Die neuen Module sind für zu 800 A Dauerstrom bis zu 1.200 Volt Spannung ausgelegt und so konzipiert, „dass sie ein hohes Maß an Flexibilität bei den Produktkonfigurationen zulassen und gleichzeitig die Produktionseffizienz und Rückverfolgbarkeit gewährleisten“, wie Leclanché ausführt.

Konzipiert haben die Schweizer das M3-Modul für Fahrzeuge, die eine hohe Zykluslebensdauer erfordern, etwa Nutzfahrzeuge, Bahn- und Schiffsanwendungen. Die G/NMC-Version mit höherer Dichte sieht Leclanché vor allem bei Transportanwendungen, die LTO-Version dort, wo schnelle Zwischennachladungen erforderlich sind, „etwa bei bestimmten Bus- und AGV-Anwendungen (Automated Guided Vehicles) und in hybriden Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen, die in bestimmten Lkw und Zügen eingesetzt werden“, heißt es aus der Unternehmenszentrale.

Das neue Modul ist kompatibel mit der gesamten Palette der Leclanché-Zellen – LTO 34Ah, G/NMC 60Ah und G/NMC 65Ah. Letztere hatte das Unternehmen erst im April präsentiert. Gefertigt wird sie am deutschen Standort Willstätt. Gegenüber der 60-Ah-Zelle des Unternehmens soll sie zehn Prozent mehr Energie und eine um zehn Prozent höhere Energiedichte (bis zu 515 Wh/l) liefern – bei gleicher Größe und Gewicht.

Doch zurück zu den aktuellen Neuigkeiten der Schweizer: Neben dem M3-Modul kündigt Leclanché die Inbetriebnahme einer neuen Modul-Serienproduktionslinie in einer neuen Anlage in der Nähe des derzeitigen Geschäftssitzes in Yverdon-Les-Bains an. Sie werde eine Produktionskapazität von bis zu 500 MWh pro Jahr haben und die aktuelle Kapazität somit um das Sechsfache erhöhen. Bei vollem Betrieb soll die Linie einen Output von mehr als 60.000 Modulen pro Jahr erreichen, teilt das Unternehmen mit. Im vierten Quartal 2021 will der Hersteller seinen Geschäftssitz in das gleiche Gebäude verlegen.

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Die hochautomatisierte Produktionslinie ist laut Leclanché das Ergebnis einer Kooperation mit Comau Spa, einem zur Stellantis-Gruppe gehörenden Anbieter von Industrieautomation und Robotersystemen mit Sitz im italienischen Turin. Die Linie sei so konzipiert, dass ihre Kapazität erweiterbar ist, betont der Hersteller, der sich selbst als eines der wenigen Unternehmen bezeichnet, das in Europa sowohl Zellen als auch Module in großem Maßstab produziert.

„Der heutige doppelte Meilenstein ist das Ergebnis langfristiger Planung, Forschung und Entwicklung sowie erheblicher Investitionen, die von unseren Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Stakeholdern ermöglicht wurden“, äußert Anil Srivastava, CEO von Leclanché. „Besonders dankbar sind wir unseren Kunden und Geschäftspartnern, die mit uns zusammengearbeitet haben und uns dazu gedrängt haben, diese nächste Generation der Batterietechnologie zu entwickeln und zu liefern. Sie wird zur Transformation des Transportwesens und der Energieeffizienz beitragen und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen vorantreiben.“

Wir erinnern uns: Der an der Schweizer Börse notierte Batteriehersteller hatte vergangenen Sommer eine Partnerschaft mit der aus Polen operierenden Eneris Group publik gemacht und sich gleichzeitig strategisch neu aufgestellt. Die Partner haben unter anderem zwei Produktions-Joint-Ventures auf den Weg gebracht, eines in Deutschland für die Produktion von Zellen und das andere in der Schweiz und in Polen für die Montage von Modulen. Ein drittes wurde im Sommer auch für Frankreich erwogen. Grundsätzlich ist Leclanché in drei Geschäftseinheiten organisiert: stationäre Speicherlösungen, E-Transportlösungen und spezielle Batteriesysteme.
leclanche.com

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