01.07.2021 - 14:06

VW zieht Bilanz zu Wolfsburger Lade-Pilotprojekt

Volkswagen hat das im Juni 2019 begonnene Ladeinfrastruktur-Pilotprojekt mit der Stadt Wolfsburg nun abgeschlossen und Bilanz gezogen. Im Rahmen des Projekts wurden vier neue Schnellladeparks für High Power Charging errichtet und zwölf flexible Ladesäulen verteilt.

Die vier Schnellladeparks werden allesamt von Ionity betrieben. Der erste der Schnellladeparks in Wolfsburg war im Juni 2019 ans Netz gegangen (die e-Mobility-Station auf dem Gelände einer alten Tankstelle), zwei weitere folgten im Februar dieses Jahres und im April im Allerpark der vierte Ladepark.

An den flexiblen Schnellladesäulen, die im gesamten Stadtgebiet verteilt wurden, konnte anlässlich des zum 80. Stadtgeburtstag gestarteten Projekts 80 Wochen lang kostenlos geladen werden. Im Projektzeitraum wurden laut VW rund 930 MWh Strom aus erneuerbaren Quellen an den Säulen geladen. Insgesamt fanden 70.000 Ladevorgänge statt, was im Schnitt 13,3 kWh je Ladevorgang entspricht.

In dem Projekt ging es auch darum, nicht nur solche Informationen zu ermitteln, sondern auch Erkenntnisse zu den Ladebedürfnissen und dem Nutzungsverhalten an mobilen Schnellladesäulen zu sammeln. „Das Stadtgeburtstagsgeschenk von Volkswagen hat es uns ermöglicht, 18 Monate lang als städtisches Reallabor flexible Ladesäulen an unterschiedlichen Standorten in der täglichen Anwendung zu testen“, sagt Oberbürgermeister Klaus Mohrs. „Inzwischen ist auch der Ausbau der stationären Schnellladeinfrastruktur an vier Standorten abgeschlossen. Wir sind also auf einem guten Weg, Zentrum der Elektromobilität zu werden.“

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Neun der insgesamt zwölf flexiblen Ladesäulen von Volkswagen Group Components wurden in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wolfsburg und der Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH (WMG) sowie Volkswagen Immobilien an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet verteilt, drei weitere standen für Veranstaltungen zur Verfügung. Zu den am stärksten frequentierten Orten gehörten die e-Mobility-Station in Stadtmitte, die Mozartstraße in Fallersleben sowie Standorte bei Super- und Baumärkten.

„Das Modellprojekt hat gezeigt, wie bedeutsam ein rascher Aufbau der Ladeinfrastruktur für unsere Kunden und für das Hochlaufen der E-Mobilität ist“, sagt Thomas Schmall, Vorstand Geschäftsbereich Technik der Volkswagen AG und Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Group Components. „Das Stadtgeschenk Wolfsburg hat uns wichtige Erkenntnisse gebracht, die in den Serienstand der flexiblen Ladesäulen eingeflossen sind.“

Aber: Während die vier Ionity-Ladeparks weiter betrieben werden, wurden die flexiblen Schnellladesäulen mit Projektende wieder abgebaut – es handelte sich hierbei nur um Prototypen. „Nach dem Abbau der Prototypen der flexiblen Ladesäulen können die Eigentümer der Aufstellorte die geschaffene bauliche Infrastruktur inklusive Zähler und Mittelstromanschluss weiter nutzen“, teilt VW dazu mit. Volkswagen Immobilien will zwei eigene Standorte in sein Gesamtkonzept integrieren.
volkswagen-newsroom.com

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4 Kommentare zu “VW zieht Bilanz zu Wolfsburger Lade-Pilotprojekt

  1. Frank

    Die niedrige durchschnittlich geladene Energiemenge je Ladevorgang ist vermutlich auf ein technisches Detail zurückzuführen, das im Artikel keine Erwähnung findet. (Wer es vielleicht noch besser weiß, korrigiere mich bitte.)

    Die „flexiblen Schnellladesäulen“ sind mit Pufferspeichern ausgestattet, die für das Ermöglichen bzw. Aufrechterhalten eines Ladevorgangs (zumindest bei nicht gerade sehr geringer Ladeleistung) einen gewissen Ladestand nicht unterschreiten dürfen. Der Netzanschluss allein genügte nicht für ein dauerhaftes schnelles DC-Laden. Durch die häufige Nutzung angesichts der kostenlosen Energieabgabe stellte sich häufig ein Pendeln um diesen Schwellwertbereich ein: War der Pufferspeicher wieder ein Stück weit gefüllt (SoC-Schwellwert ist mir nicht bekannt, jedenfalls deutlich unter 100%), sprang das Licht auf grün und der Nächste konnte laden. Wenn halbwegs schnell geladen wurde, war der Pufferspeicher schnell wieder unter einem Schwellwert, so dass die Ladung abgebrochen wurde und das Licht auf rot sprang. Es kam also zu vielen vorzeitig abgebrochenen Ladevorgängen mit geringer Energie je Ladung. Nur in längeren ungenutzten Zeiten konnte sich der Pufferspeicher erholen und dann auch mal 100% erreichen und dem nächsten E-Mobilisten zu einer vollständigen Ladung verhelfen.

    In der Praxis hat das genervt. Wenn man aber die Gründe versteht und sich vergegenwärtigt, dass hier in und um Wolfsburg knapp 10 DC-Ladepunkte lange Zeit kostenlos nutzbar waren, was m.W. die höchste Dichte in Deutschland darstellte, sollte man sich nicht beschweren.

    • Daniel Bönnighausen

      Hallo Frank,

      vielen Dank für deine Ergänzung. Es ist korrekt, dass die Säulen bei nicht vollem Speicher immer nur für einen kurzen Moment das Fahrzeug laden können. Als ich in Wolfsburg war, um mir das anzuschauen, brach der Mercedes-Benz EQA die Ladung aber nicht komplett ab, sondern unterbrach sie. Sobald der Leuchtring wieder auf grün schaltete, wurde der Ladevorgang fortgesetzt. Bei einem neben mir stehenden Tesla Model 3 genauso. Bei anderen Modellen kann das natürlich anders sein.

      Danke für die Ergänzung, denn genau sowas muss man als Nutzer an diesen Säulen erst einmal wissen.

    • Hans Herbert

      Die Frage ist doch, welchen Sinn hat ein solches Konzept und welchen Aussagewert ein solcher Test? Das Konzept hat sich Ihrer Beschreibung nach als praxisfern erwiesen, macht demnach keinen Sinn. Mit einer geringer werdenden Nutzungsrate kann man wohl nicht rechnen.

  2. Norbert Schulze [mit-strom-unterwegs.de]

    Hallo Herbert,

    den Sinn sehe ich darin, dass man hier auch mal geschaut hat, wie man auch an weniger gut ausgebauter Infrastruktur schnell Lademöglichkeiten schaffen könnte. Das war hier bei den Hotels und bei den Supermärkten sehr gut. Im Wohngebieten hat so eine laute Powerbank sich wegen der lauten Lüftung in der Nacht nicht bewährt. Wenn das nicht völlig gratis gewesen wäre, dann wären die auch nicht so oft am Tage leer gewesen. Vor allem als die BEVs mit großem Akku vermehrt dort geladen haben, waren die Powerbanks viel häufiger leer. vor zwei Jahren konnte man einen e-up oder eine Zoe noch problemlos voll bekommen, ohne das sich neben einem ein 100.000EUR BEV gestellt und alles leer gesaugt hat.

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01.07.2021 14:38