07.07.2021 - 12:07

H2FLY und Deutsche Aircraft arbeiten an H2-Regionalflugzeug

Die beiden jungen deutschen Luftfahrtunternehmen H2FLY und Deutsche Aircraft wollen die Wasserstoff-Brennstoffzelle als Antrieb im Regionalflugverkehr etablieren. Als Ziel haben die zwei Firmen fixiert, im Jahr 2025 eine Dornier 328 als Wasserstoff-Brennstoffzellen-Flugzeug abheben zu lassen.

Das Projekt soll nach Auffassung der Partner das Potenzial für klimaneutrale Regionalflüge aufzeigen und die deutsche Führungsrolle in der Wasserstofftechnologie unterstreichen. Bei H2FLY handelt es sich um eine GmbH, die vor Kurzem aus einer Partnerschaft zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität Ulm hervorgegangen ist. Die Deutsche Aircraft ist ein neuer deutscher Flugzeughersteller, der nach eigenen Angaben den Klimawandel in den Mittelpunkt seiner Design-Philosophie stellt.

Im Rahmen ihrer nun publik gemachten Partnerschaft rüstet das Duo ein Flugzeug vom Typ Dornier 328 für den wasserstoff-elektrischen Passagierflug um. Das Demonstrationsflugzeug soll im Jahr 2025 erstmals abheben. „Das Programm soll das Potenzial von Wasserstoff für einen klimaneutralen Regionalflugverkehr mit bis zu 40 Sitzen unter Beweis stellen“, heißt es in einer begleitenden Pressemitteilung.

H2FLY hat den Einsatz von Wasserstoff-Brennstoffzellen bereits anhand des viersitzigen, wasserstoff-elektrisch angetriebenen Testflugzeugs HY4 demonstriert. Der Erstflug des Wasserstoff-Passagierflugzeugs am Stuttgarter Flughafen datiert bereits von 2016, nach Angaben von H2FLY hält das Modell auch den Rekord für den längsten jemals mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebenen Flug. Inzwischen kommt die HY4 auf über 70 Starts. Im März wurde die Maschine mit ihrer sechsten Antriebsgeneration vorgestellt. Dank einer Reichweite von 750 Kilometern könne mit ihr „insbesondere der Markt für Regionalflüge erschlossen werden”, so die Projektinitiatoren.

Die frisch unterzeichnete Absichtserklärung mit der Deutschen Aircraft markiert aus Sicht der Partner nun den nächsten Schritt auf dem Weg zu klimaneutralen Regionalflügen. Die Teams planen, das Demonstrationsflugzeug mit einem Wasserstoffsystem mit einer Leistung von 1,5 MW auszustatten – „das bisher leistungsstärkste wasserstoffelektrisch angetriebene Flugzeug“, heißt es in der Mitteilung. Gemeinsam wolle man an der Integration des Energiesystems in das Flugzeug und an der Definition der technischen Spezifikation sowie den Zulassungsanforderungen für Brennstoffzellensysteme in der Großflugzeugklasse der EASA („CS25“) arbeiten.

ZF

Laut Josef Kallo, Mitbegründer und CEO von H2FLY, bedeutet das Fliegen „eine unglaublich wichtige Chance für die Menschheit – heute leider auf Kosten unseres Planeten“. Die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie biete die Möglichkeit, dass Regionalflüge vollständig CO2- und Stickoxid-frei werden – und diese Technologie sei bereits heute verfügbar. „In den letzten 16 Jahren haben wir intensiv daran gearbeitet, unsere Technologie an kleineren Flugzeugen nachzuweisen und haben dabei auf der Grundlage von sechs Antriebsgenerationen Rekordflüge absolviert. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit der Deutschen Aircraft die nächste Entwicklungsstufe zu zünden und unser Engagement auf Regionalflugzeuge auszuweiten.“

„Die Deutsche Aircraft ist überzeugt davon, dass die höhere Antriebseffizienz von Propellerflugzeugen ausschlaggebend für den Wandel bei der Antriebstechnologie von Flugzeugen ist und in Zukunft noch mehr Treibstoff einsparen und Emissionen vermeiden wird“, ergänzt Martin Nüßeler, CTO der Deutschen Aircraft. Die Kombination dieser Antriebsart mit einer langfristig CO2-freien Energiequelle sei der Schlüssel zum klimaneutralen Luftverkehr.

Zu Wort kommen in der Mitteilung der Partner zudem Vertreter der Flughafen Stuttgart GmbH und der Bundesregierung. Ersterer, da der Stuttgart Airport mit Testflugerlaubnissen (etwa für die HY4) als Standortpartner agiert, und Letzterer, da das neue H2-Regionalflugzeug-Projekt von H2FLY und der Deutschen Aircraft die Luftfahrtstrategie der Bundesregierung voranbringen soll.

Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH, kommentiert: „Der Transformationsprozess der Luftfahrt hin zu einem klimaschonenden Luftverkehr nimmt jetzt konkret Fahrt auf. Diese Partnerschaft vereint Pioniergeist und wissenschaftliche Weltspitze mit jahrzehntelanger Erfahrung im Flugzeugbau. Wir sind überzeugt, dass dies ein Meilenstein auf dem Weg zu emissionsfreien Flugzeugen ist. Wir als Flughafen sind auf diesem Weg als Enabler gefragt. Als fairport wollen wir beim Thema Nachhaltigkeit weiter Vorreiter sein.“

Thomas Jarzombek, der Koordinator der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, ergänzt: „Ab 2035 muss hybrid-elektrisches Fliegen der neue Standard in Deutschland sein. Ich freue mich über die vereinbarte Technologiekooperation für eine nachhaltige Luftfahrt made in Germany. Die Bundesregierung wird diesen Weg der Innovation mit ihrem F&E-Förderprogramm weiter unterstützen, um die Vision eines emissionsfreien Flugzeugs Realität werden zu lassen.“
deutscheaircraft.com

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07.07.2021 12:34