28.07.2021 - 14:22

Chancen der THG-Quote für E-Flottenbetreiber ab 2022

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Der Markt für den THG-Quotenhandel wird per Gesetz ab 2022 auch für Betreiber von elektrischen Fuhrparks geöffnet. Damit winken drei- bis vierstellige Euro-Erlöse pro Jahr und E-Fahrzeug. Die Firma GreenTrax ist im Quotenhandel aktiv und erläutert in folgendem Gastbeitrag alles Wissenswerte für Flottenbetreiber.

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Die Treibhausgas-Minderungsquote (kurz: THG-Quote) ist ein politisches Instrument, das in Deutschland eingesetzt wird, um die landesweiten Emissionen im Verkehr zu verringern und erneuerbare Energien in der Mobilität zu fördern. Sie wurde vom Bundesumweltministerium eingeführt und dient als Umsetzung der EU Erneuerbare-Energien-Richtlinien (RED II). Mit der THG-Quote als Klimaschutz-Instrument sollen die EU-Vorgaben von 14% erneuerbaren Energien im Verkehr bis 2030 vorangetrieben werden.

Gemäß § 37 Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) sind demnach insbesondere die Mineralölkonzerne verpflichtet ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren bzw. über den Handel von THG-Quoten auszugleichen. Davon können Betreiber von Elektro-Flotten ab 2022 profitieren, indem sie die eingesparten Emissionen ihrer Elektrofahrzeuge durch das Umweltbundesamt zertifizieren lassen und durch den THG-Quotenhandel Zusatzerlöse generieren.

Vorteile der THG-Quote für E-Fuhrparkbetreiber

In erster Linie leisten Fuhrparkbetreiber durch die Umstellung auf elektrische Mobilität aus erneuerbarem Strom einen direkten Beitrag zum Klimaschutz und gehen einen innovativen Schritt in Richtung Energiewende im Verkehr. Damit auch Betreiber von E-Flotten finanziell von der THG-Quote profitieren können, wird der Markt für den THG-Quotenhandel per Gesetz ab 2022 für Betreiber von elektrischen Fuhrparks geöffnet.

Realistische Beträge, die durch den Quotenhandel generiert werden können, liegen für E-Pkw bei 120 bis 240 Euro, für E-Transporter bei circa 1.000 Euro und für E-Busse und Lkw bei mehreren Tausend Euro pro Jahr. Allerdings ist die Abwicklung des THG-Quotenhandels mit Behörden und Abnehmern ein komplexer und intransparenter Prozess. Für viele Teilnehmer ist die Hürde, in den Quotenhandel einzusteigen, deshalb groß.

Die aus dem Quotenhandel generierten Zusatzerlöse können dazu verwendet werden, die Wirtschaftlichkeit der E-Flotte zu erhöhen. Alternativ können die Erlöse transparent in nachhaltige Projekte investiert werden, beispielsweise in CO2-Kompensation oder in den direkten Ausbau von erneuerbaren Energien. Einer unserer Kunden – ein Energieversorger – hat beispielsweise im letzten Jahr die kompletten Quotenerlöse aus seiner E-Flotte genutzt um gemeinsam mit GreenTrax 20 Solar Home Systems zu finanzieren.

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Ein anderer Kunde ist GP Joule Connect, selbst ein Spezialist für Energie- und Elektromobilitätsprojekte, unter anderem auch für die Umstellung auf Elektro-Fuhrparks. Für die hauseigene E-Flotte von GP Joule Connect wickelt GreenTrax den Treibhausgas-Quotenhandel ab. Als innovativer Treiber der Energiewende sieht GP Joule Connect das Potenzial in der THG-Quote: „Mit Anrechnung der THG-Quote für unseren E-Fuhrpark, der an unseren Unternehmensstandorten mit 100% erneuerbaren Energien geladen wird, sehen wir die notwendige Verknüpfung von Energiesystem und Verkehr zur Reduzierung der CO2-Treibhausgase. GreenTrax ist dabei ein effizienter Partner, der die notwendigen Prozesse bei der Abwicklung vollständig beherrscht.“

Für die Abwicklung des THG-Quotenhandels übermittelt GP Joule Connect die aktuellen Fahrzeugscheine ihrer Elektrofahrzeuge und weitere Nachweise digital an GreenTrax. Die notwendigen Unterlagen leitet GreenTrax an das Umweltbundesamt weiter und lässt dort die Strommengen und deren Emissionsminderungen zertifizieren. Im Hintergrund handelt GreenTrax bereits die THG-Quoten. Ist der Quotenhandel abgeschlossen, werden die Handelsverträge an das Hauptzollamt übermittelt und GP Joule Connect erhält die Quotenerlöse für seine E-Fahrzeuge.

Der THG-Quotenhandel – ein längerfristiges Thema in der E-Mobilität

Das Thema THG-Quote wird die Elektromobilität voraussichtlich mindestens bis 2030 begleiten. Bis zu diesem Jahr soll die THG-Quote von derzeit 6% auf mindestens 25% steigen. Die quotenverpflichteten Unternehmen müssen einen wachsenden Anteil ihrer Treibhausgas-Emissionen durch zertifizierte Emissionsminderungen ausgleichen, was zu einer steigenden Nachfrage im THG-Quotenhandel führen dürfte.

Mit den kommenden regulatorischen Änderungen wird die THG-Quote deshalb immer relevanter für E-Fuhrparkbetreiber, die hier eine spannende und risikoarme Möglichkeit bekommen, sich noch stärker im Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu positionieren und gleichzeitig Zusatzerlöse zu generieren. Um ab 2022 direkt von der THG-Quote profitieren zu können, sollte man als Betreiber einer E-Flotte bereits jetzt anfangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

GreenTrax ist eines jener Unternehmen, die anbieten, den THG-Quotenhandel für E-Flottenbetreiber zu übernehmen. Weitere Anbieter in diesem Bereich sind etwa eMovy und eQuota. GreenTrax bezeichnet sich als “Impact Startup”, das sich für Energiegerechtigkeit im Allgemeinen und die Energiewende im Verkehr im Speziellen einsetzt. Mit Expertise und digitalen Lösungen unterstütze man Energieversorger, Ladestationsbetreiber, E-Fuhrparkbetreiber und Fahrer von Elektroautos, um in vollem Umfang von der THG-Quote profitieren zu können, heißt es im Steckbrief des Unternehmens aus Kleve. Angeboten werden “die gesamte Abwicklung, von der Zertifizierung beim Umweltbundesamt bis zum Handel der THG-Quoten”, außerdem zum Einstieg kostenlose Webinare für Fuhrparkbetreiber.

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28.07.2021 14:11