Bild: Daniel Bönnighausen
HintergrundInfrastruktur

„DC only“: Warum sich die Gleichstrom-Infrastruktur durchsetzt

Im öffentlichen Raum ist das schnelle Laden mit Gleichstrom absehbar die einzige wirtschaftlich sinnvolle und praxistaugliche Lösung, findet unser Autor Christoph M. Schwarzer. Er wagt auch den Blick in die fernere Zukunft und meint: DC wird sich nicht nur im öffentlichen Raum durchsetzen.

AC oder DC? Die Kürzel für Wechselstrom (Alternating Current) und Gleichstrom (Direct Current) waren in der Welt der Ladeinfrastruktur einstmals Anlass für kleine Glaubenskriege: Die einen waren sicher, dass es ausreicht, eine Vielzahl von AC-Punkten zu verteilen. Die anderen waren überzeugt, dass Hochleistungspunkte mit DC das einzig Wahre ist.

Die Frühzeit der Elektromobilität aber ist vorbei. Angesichts des massenhaften Hochlaufs wird das schnelle DC-Laden dominant werden und sich zunehmend durchsetzen. Je mehr Elektrofahrzeuge es vom Pkw bis zum schweren Lkw gibt, desto zwingender wird dieses Phänomen: Keine Skalierung ohne DC! Das bedeutet allerdings nicht das Aus der AC-Wallbox, die zu Hause absehbar die optimale Anwendung bleibt.

Bei der Ladeinfrastruktur lassen sich heute vier Kernbereiche unterscheiden:

  • Die Langstrecke auf Autobahnen
  • Das Opportunity Charging an öffentlich zugänglichen Parkplätzen
  • Der Arbeitsplatz
  • Das eigene Haus

An der Autobahn auf der Langstrecke ist das schnelle Laden mit Gleichstrom selbsterklärend. Wer eine Reise macht, möchte eine kurze Zwangspause. Vielfach wird hier ausschließlich aus der Perspektive des Nutzers gedacht, also mit dem Fokus auf der Ladeleistung des Elektroautos. Die Benchmark im Breitenmarkt bilden zurzeit die 800-Volt-Systeme der Plattform e-GMP aus dem Hyundai-Konzern: Die Werksangabe von 18 Minuten für den Hub von zehn auf 80 Prozent ist in der Realität häufig erreichbar.

10 Minuten Ladezeit auf 80 Prozent nicht weit entfernt

Dieser Wert entspricht einer C-Rate von rund 2,3. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts werden 4C oder 5C zur Selbstverständlichkeit gehören. Statt 18 sind nur gut zehn oder noch weniger Minuten notwendig.

Was für den Fahrer angenehm ist, ist aus Sicht der Infrastrukturbranche eine schlichte Notwendigkeit: Am 1. Oktober waren laut BDEW 1,3 Millionen Elektroautos in Deutschland unterwegs. Wenn aus diesen 2,7 Prozent aller Bestands-Pkw 30, 50 oder 100 Prozent plus tausende Lkw werden, wird es eng: Der Platz zum Aufbau von Ladesäulen entlang der Autobahnen ist begrenzt, und Geld für Miete oder Kauf kosten die Flächen auch.

Am Freitag- oder Sonntagnachmittag lässt sich bereits das Queuing beobachten. Die Konsequenz: Wenn immer mehr Elektroautos fahren, muss in so kurzer Zeit wie möglich so viel elektrische Energie wie möglich verladen werden. Sonst funktioniert das System nicht.

Lars Walch, Vice President Sales E-Mobility beim Betreiber EnBW (für Energie Baden-Württemberg AG), sieht im schnellen DC-Laden klar „das beste Kundenerlebnis“. Die EnBW hat eine Sonderrolle, weil sie aus der Tradition eines Energieunternehmens tickt: Man produziert und verteilt Strom und ist es gewohnt, für die Infrastruktur langfristig zu denken.

Auch bei Stadtwerken setzt sich die DC-Erkenntnis durch

Und langfristig bietet nur das Laden mit Gleichstrom für den Betreiber die Aussicht, mit den Investitionen in Ladeparks und Trafostationen, in Fundamente und Überdachungen einen Gewinn zu erzielen. Auch das räumt Walch ein – zwar stehe fest, dass mit der Infrastruktur Geld zu verdienen ist. Noch aber ist das nicht so. Unterdessen hat die EnBW 2023 durchschnittlich an jedem Werktag mindestens einen Standort in Betrieb genommen – ausschließlich DC.

Wenn wir von electrive auf den Markt schauen, sehen wir: Die wichtigsten Wettbewerber von EnBW kommen entweder aus der Autoindustrie selbst (Ionity und Tesla) oder aus der Mineralölindustrie (Aral Pulse von BP und Shell Recharge). Die Ölkonzerne rüsten sich augenscheinlich für den Tag, an dem sie vor irgendeinem internationalen Gericht für die jahrzehntelange Freisetzung von CO2-Emissionen verklagt werden und eine Verteidigungsstrategie brauchen.

Nicht vergessen werden dürfen in diesem Zusammenhang die vielen Stadtwerke: Auch hier setzt sich die Erkenntnis durch, dass das öffentliche Laden nicht mit unwirtschaftlichen AC-Säulen, sondern nur mit DC-Parks zu schaffen ist. AC ist Parkplatz- und Zeitverschwendung.

HPC an Supermärkten haben großes Potenzial

Die Auslastung jedenfalls liegt bei konstant zwölf Prozent, sagt der BDEW. Übersetzt: Wenn zeitgleich der Bestand an Elektroautos und den Ladesäulen wächst, die Auslastung aber unverändert ist, spricht das für eine vernünftige Ausbaugeschwindigkeit und nicht für ein Übermaß am einen oder am anderen. Wahrscheinlich befindet sich Deutschland zurzeit – anders als vom VDA oder in finsteren Foren zu lesen ist – keineswegs auf einem Irrweg in eine stromlose Sackgasse, sondern im Gegenteil auf der Ideallinie.

Für urbane und verdichtete Räume ist das wichtigste Element das Opportunity Charging an öffentlich zugänglichen DC-Ladeparks in Privatbesitz. Zu Deutsch: Auf dem Supermarktparkplatz. Hier liegt ein gewaltiges Potenzial, dass von den Eigentümern zunehmend erschlossen wird. Es ist keine Zukunftsvision mehr, dass Besitzer von Elektroautos lieber zu einem Einkaufszentrum fahren, bei dem sie quasi im Vorübergehen die Traktionsbatterie vollmachen können.

Das kann sogar im ländlichen Raum gelten, wo eigentlich der eigene Stellplatz mit AC-Wallbox die beste Lösung ist. Den hat aber nicht jeder. Und in der Stadt ist es eben nicht so, dass der Autobesitz durch den ÖPNV ersetzt wird. Das gilt lediglich für bestimmte Mobilitätsgruppen im Epizentrum. Aber Berlin ist nicht nur Friedrichshain und Hamburg nicht nur Sankt Pauli.

In den Metropolregionen wird es neben dem Opportunity Charging an öffentlich zugänglichen Ladeparks bei Einkaufszentren noch die Ladeparks der Mineralölindustrie geben. Nie waren die Grundstücke so wertvoll: Jeder kann sehen, wie bei Aral und Shell eine Reihe Zapf- durch Ladesäulen ausgetauscht wird. Und dann kommt die nächste.

Bis zu diesem Punkt ist alles eindeutig: Wegen der knappen Flächen und der Hochskalierung der Elektromobilität führt am schnellstmöglichen DC-Laden kein Weg vorbei. Das passiert längst, und es wird vor dem Hintergrund des Megawatt Charging Systems (MCS) für Lkw noch mehr werden. Und falls Lastspitzen im Hochspannungsnetz zu teuer werden, müssen eben stationäre Pufferspeicher gebaut werden.

DC-Laden auch auf dem Firmenparkplatz?

Auf dem Firmenparkplatz des Arbeitgebers aber ist das gleichgültig. Hier darf gemütlich mit Wechselstrom an Wallboxes gesogen werden. Oder?

Sicher ist auch das nicht. Projekte wie Go Eve vertreten die These, dass es ab einer bestimmten Größe schon heute nicht mehr teurer ist, auf DC statt auf AC zu setzen. Das Prinzip lautet Dockchain: Eine Art Hauptlader versorgt in Abhängigkeit der Nachfrage viele einzelne DC-Punkte mit Strom. Das System ist flexibel erweiterbar, und vor allem bietet es die Option, bei Bedarf schnell zu laden.

Es ist also keineswegs in Stein gemeißelt, dass große Firmenparkplätze mit sehr vielen AC-Punkten bestückt werden müssen. Wahrscheinlich ist das nur eine Zwischenlösung.

Übrig bleibt die Heimanwendung. Hier werden die meisten Ladevorgänge durchgeführt. Nirgends wird die AC-Wallbox so lange in Betrieb sein wie in der eigenen Garage. Zwar werden hier vergleichsweise geringe Strommengen umgesetzt – das Gegenteil ist das MWS für Lkw an Rastplätzen –, aber darum geht es nicht. Privatbesitzer können so langsam laden, wie es ihnen passt. Das schont übrigens auch die Traktionsbatterie und fördert so die Dauerhaltbarkeit.

Dass auch hier das letzte Wort nicht gesprochen ist, werden in Kürze immer mehr DC-Wallboxen zeigen: Sie eignen sich am besten für das bidirektionale Laden.

Wie ein fortschrittliches Haussystem mittelfristig aussehen könnte, führt exemplarisch 1komma5 Grad vor. Interessant wird das Ganze nämlich, wenn ein Elektroauto mit bidirektionaler Ladefähigkeit mit einer DC-Wallbox, einer Fotovoltaikanlage und einem stationären Pufferspeicher kombiniert wird.

1komma5 Grad ist ein Systemanbieter für Hausenergie und verkauft demnächst ein Gesamtpaket, dass diese Hardware durch einen dynamischen Stromtarif ergänzt. Der Staat fördert das mit bis zu 10.200 Euro.

Noch sind DC-Wallboxes die Ausnahme, und außerdem sind sie teuer. Eine Quasar 2 etwa kostet rund 6.000 Euro. Das Sachargument für DC: Sowohl die Fotovoltaikanlage als auch die Traktionsbatterie arbeiten ohnehin mit Gleichstrom. Umwandlungsverluste von DC in AC und zurück werden so vermieden. Dieser Faktor ist durchaus relevant. Die ökonomische Frage ist nun, wie gut es den Produzten der DC-Wallboxes gelingt, die Kosten zu senken.

Sollte das der Fall sein, werden auch im privaten Bereich die AC-Wallboxes zurückgedrängt. Wir reden hier von einem Zeitraum nach 2030.

Die Autoindustrie würde es freuen, wenn sie irgendwann komplett auf das interne AC-Ladegerät verzichten könnte. Hierbei ist es gleichgültig, von welchem Kontinent der Hersteller kommt: Wenn es möglich ist, ein Bauteil wegzulassen, das Geld kostet, Bauraum braucht und ein Gewicht hat, macht die Autoindustrie das sehr gerne. Zwar kostet ein typisches elf kW-Ladegerät inzwischen weniger als 200 Euro. Das wiederum ist ein großer Posten, wenn er millionenfach eingespart werden kann.

Im Ergebnis ist es keineswegs abwegig, in einem Szenario mit 100 Prozent Elektrofahrzeugen von DC only auszugehen. Das kann sehr lange dauern. Vielleicht bis ins Jahr 2050. Ausgeschlossen ist es nicht.

54 Kommentare

zu „„DC only“: Warum sich die Gleichstrom-Infrastruktur durchsetzt“
notting
27.12.2023 um 12:11
"Privatbesitzer können so langsam laden, wie es ihnen passt. Das schont übrigens auch die Traktionsbatterie und fördert so die Dauerhaltbarkeit." So wie ich gehört habe waren es 0,5 oder 1C, wo man bei der Degradation auch langfristig nix mehr. Bei recht langsamen Laden verringert man die Effizienz des Ladevorgangs, weil die Steuergeräte unabh. vom Ladestrom gleich viel Strom brauchen. Gerade für daheim hat AC einen unschlagbaren Vorteil: Das Protokoll ist relativ simpel im Gegensatz zu CCS. Heißt bei CCS ist die Gefahr viel größer dass beim nächsten Update im BEV oder der Wallbox das Laden nicht mehr (so gut) funktioniert, auch weil CCS wohl ein paar Intepretationsspielräume lässt, die Probleme verursachen können. Vor allen Dingen werden Privatleute eher nicht so sehr darauf achten, wie "haltbar" der Wallbox-Hersteller ist oder gar langfristige Verträge mit ihm abschließen. notting
Christoph Stürmer
28.12.2023 um 17:14
Danke für den Tip zu CCS. Wir kümmern uns drum ...
MEroller
27.12.2023 um 13:16
Auf der Strecke bleiben dann E-Roller und E-Motorräder, die auf AC-Ladung von 1,3 bis teils über 11kW angewiesen sind. Diese Fahrzeugklasse wird bei diesem ganzen DC-Craze völlig übergangen, ignoriert :-(
Martin R.
29.12.2023 um 09:20
Kein Mensch will die Steckdose abschaffen. Die wird dem e Roller weiterhin genügen.
JaKa
27.12.2023 um 13:20
Das tut mir leid wenn der Herr keine wirtschaftliche AC Infrastruktur betreiben kann. Das Argument dass die "Stadtwerke das nun auch erkannt haben" ist extrem lächerlich. Stadtwerke hatten von Beginn an kein Interesse eine wirtschaftliche Infrastruktur zu bauen. Zack ins Ladenetz und Strom wird verschenkt. So denken heute noch viele. Auf persönliche Nachfrage bei einigen Stadtwerke meinerseits kamen u.A. Die Aussage "Naja Wirtschaftlichkeit spielt keine Rolle, die Kommune zahlt eh die Differenz"... Das hirngespennst "DC Only" ist der feuchte Traum vieler Investoren, die mit Millionen nun ein Investition-Case sehen um schnelles Geld zu machen. Wer Millionen hat zu spielen, der baut HPC und hofft auf Dividende. Das ist okay und kann man machen. Das einfachste ist wenn man sein Auto eben nicht jedes Mal irgendwo hinfahren muss, sondern vor der eigenen Haustür in der eigenen Straße auch als Mieter einer Wohnung, einfach sein Auto ansteckt wo es eh parkt. Investionen und Belastung des Netzes sind minimal. Gerade Nachts ist eh tote Hose auf den Leitungen. Denke nicht das sich nachts die Leute auf den Lidl Parkplatz anstellen und 20 Minuten DC laden, anstatt einfsch prallen mit seinen 10 Nachbarn AC zu laden. Eine Mischung aus DC und AC ist in meinen Augen die Zukunft. Leute werden nicht mehr "tanken fahren", sie kommen nach Hause und stecken ihr Auto an der Straße an. Klappt wunderbar, auch wirtschaftlich. Wer das nicht glaubt weiß eben nicht wie es geht und hat sich anscheinend nicht damit beschäftigt oder nicht verstanden.
Guy
04.01.2024 um 11:53
Oder einfach "eigene" Stellplätze zur Pflicht für jedes Auto im Besitz machen (sei es auf dem eigenen Grundstück oder angemietet). Dort wird dann jeder Autobesitzer mit der Zeit einen entsprechenden Ladeanschluss erwarten. So würde man auch die Strassenparker entsprechend an den Flächenkosten für ihren Parkplatz beteiligen (und um es "fair" zu machen könnte man die KFZ-Steuer ja auch um die entsprechenden Gesamteinnahmen senken). Wieso sollte die Stadt/Öffentlichkeit für unrentable AC-Säulen zahlen. Denn die Wirklichkeit wird halt zu oft so aussehen: Das Auto steht von Sonntag bis Freitag am Kabel, lädt aber die Batterie kaum voll, nur um dann am Samstag für den Grosseinkauf beim Einkaufszentrum im Industriegebiet mal schnell für 20-30 km genutzt zu werden.
signal
05.01.2024 um 13:11
Bahnparkplätze! da steht man lange. und nachts könnten die örtlichen Laternenparker dort parken und laden. Unternehmen Zukunft.
Simon
04.01.2024 um 10:17
Ich nehme an ihre Aussagen basieren auf gefühlten Wahrheiten und es liegen keinerlei Berechnungen zu Grunde. Die Kosten für den Aufbau und Betrieb einer AC-Ladestation sind eben nicht marginal und wenn dort ein Anwohner 2 Tage dran steht nachdem er 2km vom Supermarkt nach Hause gefahren ist und 0,5 kWh nachlädt, rentiert es sich schlicht nicht. Im privaten Umfeld mag das anders aussehen. Der Aufbau von Ladeinfrastruktur kostet bei AC am Ende mindestens genau so viel wie bei DC, da man wesentlich mehr Ladepunkte bauen muss. Insbesondere der Tiefbau ist extrem Kostenintensiv, ob man dann ein 100A oder 500A Kabel reinlegt spielt kaum noch eine Rolle.
Jürgen Starck
28.12.2023 um 14:05
So ist es und idealerweise verfügt jeder öffentliche Parkplatz über eine flache Erdsteckdose von Firmen wie Trojan Energy. Dann fällt auch der Flächenbedarf für die Säulen weg. 15 Steckdosen erfordern ein kleines Trafohäuschen. Also ca. alle 80 Meter.
Michael
27.12.2023 um 14:53
Bauland ist knapp? Es hätte völlig gereicht die vorhandenen Parkplätze auf Autobahnen mit DC Ladern auszustatten, aber die Regierung schläft.
Spock
27.12.2023 um 19:27
Das öffentliche AC laden wird völlig unterschätzt. Die Anbieter verdienen mit DC mehr und das ist der einzige Grund warum es so gehypt wird. Warum sollte ich als Mieter zu einem Schnellladehub in der Stadt fahren um zu laden wie an einer Tankstelle zu tanken? Der Ausbau der Schnarchlader an den Straßen wie z.B. Laternen würde das überflüssig machen und das Fahrzeug kann langsam über Nacht geladen werden. Der Aufwand ist noch geringer als beim Ladehub. Hier setzt sich wieder die Lobby der Anbieter mit ihrer teureren Alternative durch. Schade für den Bürger der letztlich für den Wandel verantwortlich ist und mal wieder hintergangen wird.
Jo Efahrer
27.12.2023 um 19:50
DC laden wird nur auf Langstrecken benötigt. Die meiste Zeit stehen Autos herum. DC laden ist für einen Einkaufstipp in einer mall viel zu schnell. Im Gegenteil es ist eine irre Verschwendung und Fördergeld Abzocke . Es fehlen auf Firmenparkplätzen sehr langsame low-cost Lader. Wer kann denn bei der Arbeit nach 30 min sein Auto umparken. Autos stehen 8 bis 10 h auf einem Firmenparkplatz. Da würde ein 3 kW Lader genug Strom für den Heimweg und den Weg zum zur Firma laden können. Vielleicht denken die Autoren bereits an die Zeit in der es nur noch selbstfahrende Autos gibt die nur Konzernen gehören. Da mag es anders aussehen. Und das hat alles nichts mit der technischen Entwicklung zu tun. Und in DC Ladesäulen werden bei Anbindung an solar Akku Systeme sicherlich dc-dc Wandler benötigt. Wer hat schon 400 bis 800 V Akku Systeme im Haus. Ich denke es gibt inzwischen zu viele DC Lader und viel zu wenige Low Tech ac Ladepunkte in Wohngebieten. Wer will nachts immer raus und dein Auto nach dem Laden umparken. Dumm.
Sören
27.12.2023 um 21:24
Naja, träumen kann man wohl mal. Das Thema Rentabilität von DC wird hier schön ausgeklammert, genauso wie "verfügbare Netzkapazitäten".
Chris
28.12.2023 um 06:29
Alles schön und gut, aber die DC Preise sind meist doppelt so teuer wie AC. Ich lade lieber bei Aldi oder Lidl für 29 ct statt bei EnBW für 60ct.
Maximilian Steinert
28.12.2023 um 08:51
Jetzt muss ich auch mal noch etwas Senf dazugeben. Es gibt etwas wichtiges zu berücksichtigen: DC ist nicht gleich DC. Die Leistung direkt aus einem MPPT einer Photovoltaik Anlage ist nicht 1:1 in ein Auto zu laden da unterschiedliche Spannungsebenen benötigt werden. Daher sind DC-Wallboxen auch so teuer, da ein recht leistungsstarker und steuerbarer Inverter verbaut werden muss (muss ja ebenso die 150-1000V bereitstellen wir eine HPC Säule). Das ist einfach in großen Dimensionen effizienter zu realisieren als für 15kW Leistung. Bei einer AC Ladung ist der Inverter für die Batterieladung im Auto verbaut. Daher ist die Hardware für AC Ladung für den Endverbraucher aktuell viel günstiger. Der Inverter fürs Batterieladen ist im Auto eingepreist und die Wallbox ist „nur“ ein Leistungsschütz mit etwas Kommunikationselektronik. Die Frage wohin sich der Markt entwickelt ist auf alle Fälle echt spannend.
ERide
02.01.2024 um 12:14
Hier gibt es bereits interessante Lösungsansätze. Aufgrund der Notwendigkeit, dass 800V Fahrzeuge, auch an 400V Infrastruktur laden können müssen werden heute schon Onboard Charger in diese Fahrzeuge verbaut. Hier gibt es vor allem von asiatischen Herstellern, einen vielversprechenden Ansatz, die die vorhandene Motorwicklung und Bauteile des Inverters zu einem StepUp Converter umfunktionieren. Anders als bei klassischen OBDCs, die tatsächlich erhebliche Mehrkosten bedeuten, sind die Kosten hier sehr niedrig. Bei einer klassischen Privat PV Anlage, wo sich der Spannungsbereich zwischen 80-700V befindet, stellt sich das Problem eigentlich nicht wirklich, oder ist zumindestens mit geringen Anpassungen bzw. Standardisierung PV seitig bzw. Fahrzeugseitig lösbar.
stromsurfer
28.12.2023 um 09:26
"Das Sachargument für DC: Sowohl die Fotovoltaikanlage als auch die Traktionsbatterie arbeiten ohnehin mit Gleichstrom. Umwandlungsverluste von DC in AC und zurück werden so vermieden. Dieser Faktor ist durchaus relevant." Wäre interessant zu erfahren, welche nobelpreisverdächtige neue Technologie da dahintersteckt, um z.B. DC 650V/11,54A (7,5kW MPPT von der PV) auf DC 415V/18,07A für das Auto >verlustfrei< wandlen zu können. Ein bisserl viel Marketingdedönns - achso, der Artikel ist ja als Anzeige deklariert...
Martin
28.12.2023 um 12:53
Genau das passiert für die Akkus vom Haus auch. Step-up oder noch effizienter step-down sind im 99% Bereich. Wenig Wärme, wenig Belastung des Systems. Klar muss die PV und der Verbrauch zusammen passen, sonst ist es schade um die Ressourcen. Blind nur AC produzieren kann andere Probleme mit sich ziehen...
Peter Schwierz
28.12.2023 um 11:29
Nein, er ist als Hintergrund-Beitrag deklariert. Und dient als Diskussionsgrundlage für die Branche.
Marko Weiß
28.12.2023 um 10:10
Derweilen baut Schweden im Raum Stockholm Parkhäuser mit je 1000 AC Ladern. ... In Zukunft wohl VtG fähig.
René H.
28.12.2023 um 10:14
Hier wird aus Anbietersicht argumentiert im Hinblick auf Kosten und Umsatz. Das Beispiel des Ladens am Arbeitsplatz (Mitarbeiterparkplätze) überzeugt überhaupt nicht: Die Leute stehen da acht Stunden und würden die DC-Plätze blockieren. Niemand parkt da mitten am Tag um. DC-Ladepunkte an Einkaufszentren und überall da, wo man nur für 15-30 Minuten steht, machen hingegen absolut Sinn. Aber was ist mit Parkhäusern/-flächen in der Innenstadt, die genutzt werden, um sich dort eine oder mehrere Stunden aufzuhalten? Grundsätzlich kann man die Frage stellen, ob die Leute das Tankstellendenken so verinnerlicht haben, dass nur DC-Ladepunkte in Frage kommen, zu denen man sogar extra hinfährt, oder ob viele Leute sich eher auf "steht er, dann lädt er" umstellen würden.
Stefan
29.12.2023 um 10:56
In der Realität wird auch derzeit auf Firmenparkplätzen mittags umgeparkt - wenn die Anzahl der AC-Ladeplätze kleiner als die Anzahl der Elektroautos in der Firma. Wichtiger als AC oder DC ist für mich eine einstellbare Ladeleistung, dass man bei 1C bleiben kann, wenn man Zeit hat.
lightning
28.12.2023 um 10:47
In Städten werden ein Großteil der Einwohner auf absehbare Zeit keinen Zugang zu AC-Wallbox-Laden haben. Wenn diese alle zu den Peak-Zeiten auf Supermarkt DC Stationen angewiesen sind, werden diese dann schnell überlastet sein. Zudem ist der vorhandene Netzanschluss meist nicht ausreichend für einen DC Ladepark. Für den Weg in den Massenmarkt (+-2030) ist daher eine breit ausgebaute öffentliche AC Ladeinfrastruktur in Innenstadtlagen unumgänglich. Wie am Beispiel der Wallbox gezeigt, machen auch hier geringere Capex-Kosten vs. DC das Geschäftsmodell interessant.
lingen2
28.12.2023 um 13:25
Selten so einen gequirlten Mist gelesen. DC-Lader benötige ich 2 oder 3 mal im Jahr, wenn ich mit dem E-Auto in den Urlaub fahre. Ansonsten lade ich zuhause oder am Arbeitsplatz - natürlich AC, das Auto steht da ja die ganze Nacht bzw. den ganzen Tag. Leider haben Millionen Menschen keinen eigenen Stellplatz mit Wallbox und auch nicht die Möglichkeit, am Arbeitsplatz zu laden. Für die werden vor allem viele Ladepunkte in Innenstädten benötigt, an denen man das Auto über Nacht aufladen kann. Das kann offensichtlich nicht mit DC-Schnelladern funktionieren, sondern mit einfachen AC-Ladepunkten an jeder Straßenlaterne.
Hans
28.12.2023 um 17:24
Hallo lingen2, Sie haben meine volle Zustimmung. Genau das praktiziere ich seit jetzt 5 Jahren auch, davon die ersten 3Jahre an jeder verfügbaren 230V Steckdose.
Graf
28.12.2023 um 17:16
Die Lademöglichkeiten müssen da hin wo die Autos nutzlos herumstehen. In nahezu allen Fällen genügt dafür AC. Wichtig dabei die Kosten müssen minimiert wenden, eifache 11 kw AC lader ohne Kabel sind zuverlässig und günstig. Das Ziel ist nicht das Fahrzeug immer voll zu laden, sondern günstig zu laden. Der AC Strom kann von Supermärkten u.ä. durchaus kostenlos angeboten werden - bei 18 ct THG Quote! Wo die Autos länger stehen braucht miemand teures DC laden. Hier verdienen nur die Konzerne mehr, denn es werden völlig unnötig überteuerte Preise verlangt. DC wird nur an Autobahnen wirklich bebötigt, wo die Fahrer schnell weiter müssen.
R. D.
28.12.2023 um 21:46
War absehbar, daß dieser Beitrag kaum jemand verstehen würde. Hier sind die Leser mehrheitlich der Meinung daß DC-Laden nur auf der Autobahn Sinn macht und dazu diese Ladetechnik von den Großkonzernen favoriert werde um den Leuten das Geld aus den Taschen zu ziehen. Doch wer denkt, tausende öffentliche AC-Ladestationen in Dörfer oder Städten würden das Problem lösen den gesammten Verkehr zu elektrifizieren irrt sich gewaltig. Wer einmal die tausenden Städte anschaut bei welchen die Mehrheit keinen eigenen Stellplatz hat, die Autos an Bürgersteigen abgestellt werden und dabei kaum Platz vorhanden ist, wie soll das gehen? Tausende Ladestationen, tausende Ladekabel in engsten Gassen, Wegen, Parkplätzen usw.? Vergesst das schnell, die Lösung liegt wie hier beschrieben für Leute ohne eigenen Parkplatz in Zukunft in Ladeparks mit DC-Schnellladestationen und Fahrzeugen die hohe Ladegeschwindigkeiten aufweisen. Hier werde Menschen eine kurze Ladepause machen und nach wenigen Minuten weiterfahren, oftmals nach Hause auf ihren Stellplatz ohne Ladeinfrastruktur.
Matthias
02.01.2024 um 11:47
Vielleicht ist auch das Konzept Auto irgendwo einfach abstellen nicht so zukunftsträchtig?
Zwickyy
29.12.2023 um 09:51
Es klingt ja eigentlich logisch: der AC Charger/Wandler kommt raus aus dem Auto und rein in die Wallbox. Weniger Gewicht und Platzbedarf im Auto; Auto günstiger, Wallbox dafür teurer. Laut Artikel kostet der auch nur EUR 200,- Also win,win,win. Nur scheint es da irgendwo zu haken :(
Hansruedi Würsch
30.12.2023 um 09:55
Nur der Titel "DC only" irritiert & provoziert, Könnte heissen DC auf dem Vormarsch
Daniel Ferres
31.12.2023 um 15:36
Interessanter Artikel. Allerdings unterliegt dieser einem immer noch verbreiteten Irrglauben und ist geprägt vom jahrelangen Gebrauch der Verbrenner-Kfz: Der Annahme dass ich das BEV bei einem Ladevorgang immer „volltanken“, also von 80% laden muss. Das ist - soweit ich das bei duzenden Freunden u Kollegen sehe - nur manchmal der Fall, oft sogar nur auf Langstrecken einige Male im Jahr. Von diesem „Brauch“ sollte und muss man sich tunlichst lösen. Aktuell fehlt es noch an einem flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur, dann jedoch kann das Stehzeug doch - sobald es geparkt wird - geladen werden. Und dabei muss es nicht immer zwangsweise zu >80% geladen werden. Auch geringe Leistungen (zu günstigeren Preisen) würden einem doch für die täglich durchschnittlichen 36,9km in Deutschland schon weiter helfen. Aktuell ist es so, dass der Mangel an Ladegelegenheiten die Not nach DC Systemen erhöht. Anders herum muss man allerdings sagen, dass mehr Gelegenheiten zum AC Laden zu weniger Bedarf an Schnellladesessions führt. AC Ladesysteme sind in der Fläche durchweg günstiger, über smartes dynamisches Lastmanagement würden die Netze geschont und der Endverbraucher müsste beim Laden weniger tief in die Tasche greifen. Natürlich steckt man dann das BEV öfter an. Aber ggf kommt man durch induktives oder automatisch konduktives Laden irgendwann auch hier einen Schritt weiter. DC in Innenstädten und auf Gewerbeparkplätzen ist sprichwörtlich mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Gero
01.01.2024 um 09:45
Schade, dass sich so viele mit dem Laden von BEVs beschäftigen, die davon keine Ahnung haben. Das schließt den Autor dieses Artikela ein. Irgenfwie scheint keiner auf den naheliegenden Gedanken zu kommen, dass man das BEV am geschicktesten dann lädt, wenn es rumsteht. Und nach dieser Zeitdauer richtet sich die Ladetechnik. Am Schnellrestaurant, Super- oder Baumakrt DC, weil man da nur 20 Minuten ist. Am Einkaufszentrum, in Innenstadtparkhäusern, am Arbeitsplaz, am P&R-Parkplatz, Hotel oder zuhause AC, weil man da mehrere Stunden das Auto stehen läßt. Und zwar ohne Blockiergebühren. Nimmt man an diesen Stellen Blockiergebühren, werden die Lader nicht genutzt. Niemand, der ein BEV fährt und oben genannte Lademöglichkeinte hat, wird zu umgebauten Tankstellen oder Ladehubs fahren und da doof rumstehen. Da geht ja nixht nur die Ladezeit verloren, An- und Abreise kommen da ja noch oben drauf. Davon ausgenommen sind natürlich die bei Langstrecken notwendigen Ladepausen. Aber die fährt der Normalbürger nur zur Urlaubszeit, also ein paar Mal im Jahr.
Peter
04.01.2024 um 12:53
Schade, dass sich so viele mit dem Kommentieren von Artikeln beschäftigen, die davon keine Ahnung haben. Das schließt den Kommentator dieses Kommentars ein. Merken se was?
Gero
07.01.2024 um 12:18
Gerne schränke ich meine doch sehr verallgemeinert unterstellte Ahnungslosigkeit auf den Teilaspekt der Nutzung und insbesondere des Aufladens von BEV ein. Was die Sache letzten Endes nicht viel besser macht, denn diese Laute beschäftigen sich ja leider beruflich damit. Auch den Aspekt der Wirtschaftlichkeit möchte ich nicht aus den Augen verloren wissen, denn ein Ladepunkt der nicht genutzt wird, weil er den Wünschen der BEV-Fahrer nicht gerecht wird, ist auch wirtschaftlich ein Schlag ins Wasser. Dummerweise wird er das wegen öffentlicher Fördermittel schon mal nicht oder nur verzögert.
Simon
04.01.2024 um 10:33
Die Seite hier bietet Branchen News für Leute die sich damit beruflich beschäftigen. Ihre Sicht des privaten BEV Fahrers ist ein wichtiger Aspekt von vielen, aber Ihnen fehlt offensichtlich das vollständige Bild, was den Aufbau und Betrieb von Ladeinfrastruktur betrifft. Insofern mal die eigene Aussage überdenken, mit der Sie anderen Ahnungslosigkeit unterstellen.
Gero
07.01.2024 um 12:27
Nun, als privater BEV-Fahrer bin ich doch Kunde, derer, die sich da mit dem Angebot und Verkauf von Ladestrom beschäftigen? Wenn man als sochler Anbieter sich auf einem so hohen Ross wähnt, dass er Kundenwünsche getrost mit dem Verweis auf „wir machen das beruflich, Sie haben da keine Ahnung von“ reagieren kann, würde ich mir gerne wünschen, dass seine berufliche Tätigkeit sich nicht mit meinem privaten Umfeld überschneidet. Zur Wirtschaftlichkeit habe ich oben schon etwas geschrieben. Und: dass Ladesäulen an den Bedürfnissen der Elektromobilisten vorbei gebaut und betrieben werden ist ein Fakt, den insbesondere nicht-Tesla-Fahrer deutlich zu spüren bekommen.
Carsten Erbguth
01.01.2024 um 13:59
Ich selber betreibe paar öffentliche AC-Ladestationen. Hatte anfangs eine schwarze 0 nach 8 Jahren als Ziel. Diese ist nach 3 Jahren längst erreicht. Je nach Standort ist es aber unterschiedlich. Da ich auch selber elektrisch unterwegs bin, hoffe ich beide Seiten verstehen zu können. Meine - unbewiesene - Behauptung ist, dass die Meisten, die für die großflächige DC- Versorgung plädieren, noch mit dem Kopf beim Tanken sind. Wir brauchen eine netzdienliche Infrastruktur, die preisgünstig ist. Dies ist per DC schwer machbar. Ich selber nutze DC nur auf der Langstrecke und spare mir die zeitaufwendigen Fahrten zum DC-Schnelllader.
Jochen Koszescha
02.01.2024 um 15:42
Der gesamte Artikel schaut nur eine Seite der Medaille an und verkauft das Bärenfeld der Autoindustrie und Fahrzeugbesitzer. Ich beschäftige mich beruflich mit beiden Seiten des Themas bereits über 15 Jahre. Im Endeffekt sind Aussagen das der Parkraum verschwendet wird kurzsichtige Isolierte Betrachtungen. Noch sind wir nicht bei einem Flotteneinsatz der Fahrzeuge über 10% Nutzung am Tag. Dazwischen müssen die Fahrzeuge irgendwo stehen. Auch ist bei den Fahrzeugen, die im Bordnetz nun mal DC spannungsgeführt sind, die AC/DC Umwandlung ein Kostenfaktor. Leider wird die Herausforderung von allen Seiten oft isoliert betrachtet. Im Not- oder Dauerladebetrieb sind AC Anschlussmöglichkeiten in 1 oder 3 phasig von den Kosten nicht zu schlagen. In den Fahrzeugen werden aber die On Bord Lader für AC verschwinden. Die Lösung wird ein AC/DC Ladeziegel sein. In der Hausinstallation kommt DC. Ein weit hin vergessener Punkt ist das Thema Ladeeffizienz. Hier sind die eigentlichen Herausforderungen der Fahrzeugarchitekturen der Zukunft. Was bringt der beste GaN basierende 99%+ Wandler, wenn gleichzeitig 1-2kW in das aktive Fahrzeug für die Steuergeräte und Sicherheitstechnik fliesst.
erFahrer
03.01.2024 um 20:38
Danke für den Beitrag und auch für all die argumentreichen Kommentare. Abgeleitet aus der PV-Branche (Photovoltaik, nicht Fotovoltaik* ) sind beide Lösungen im öffentlichen Raum die Zukunft. Auch bei PV sind Zentralwechselrichter ( vgl. CCS) und Stringwechselrichter (Typ2) seit 20 Jahren auch bei MW-Freiflächen in Co-Existenz . Im Artikel wurde hier jedoch nicht über Verfügbarkeit gesprochen. Nehmen wir ein Parkhaus. Jeder Parkplatz ist dort ein Wirtschaftsgut. Es macht keinen Sinn, um eine maximale Parkraumbewirtschaftung sicherzustellen, nur einen Teil der Parkplätze mit Ladern auszustatten. Da die Schnittmengen laden / nicht laden stets auf die Gesamtauslastung drücken. Ab einen schon recht kleinen Anteil an Ladepunkten gibt es keinen Zwischenschritt mehr. Es müssen ALLE Parkplätze eine Lademöglichkeit besitzen. Schon wegen der Gesamtleistung ist DC keine Option, denn Lademanagement funktioniert hier nicht. Die Standzeit im Vorfeld dem System zu nennen ist praxisfremd. Zudem 900 V DC im Parkhaus zu verlegen ist schon aus dem Technikaufwand, um das Brandrisiko zu beherrschen, alles andere als wirtschaftlich darstellbar. Hier ist die Regel recht einfach: 500 Parkplätze = 500 Typ 2 = 500 kW bei 10 %, 1500 kW bei 30 % Auslastung usw. Wir reden ja hier von 2030 ff. Gleiches gilt für Einkaufen und Großparkplätzen - jeder Parkplatz wird zum Ladeplatz - jeder. Jede Stunde gibt es dort 60 km Reichweite und niemand blockiert irgendwem. * = Fotovoltaik, sehr verehrter Herr Schwarzer, wird in dieser (richtigen) Schreibweise nur von Dudenlesern, Fachfremden bzgl, Energiewende und ausgemachten Gegnern der Energiewende wie Handelsblatt, FAZ, Spinger-Fossil-Presse etc. genutzt (=Schreib-Code der Öl- und Gasfreunde) und lässt sich eben nicht gut abkürzen, oder haben sie schon mal von einer FV-Anlage gehört?
Matthias
03.01.2024 um 22:16
"Zwar kostet ein typisches elf kW-Ladegerät inzwischen weniger als 200 Euro" pro Kilowatt, oder wie?
J. Affeldt
04.01.2024 um 07:37
Schöner Werbebeitrag für die "DC-Industrie" und "ein" PV-Unternehmen. Komisch, warum man hier auch noch Namen solcher Unternehmen nennen muss...oder wurde der Autor dafür bezahlt? Nun, ich sehe es auch so (fahre seit über 15 Jahren elektrisch), dass das Tankstellen-Denker vermehr um sich greift, obwohl wir es doch alle besser wissen: DC ist teuer und leistet nicht immer das, was versprochen wird (100km in 10 Minuten). Das kann der Autor ja mal mit einem bezahlbaren BEV (Spring, eUp...) versuchen, dazu noch bei Kälte oder eine SOC über 30%. Ich sehe schon die Schlangen an BEV-Kunden, die sich nachts an den DC-HPS treffen und am nächsten Tag deb Wagen zum Händler zurück bringen und einen Verbrenner bestellen. Wer immer noch der Meinung ist, dass man mit DC-Hubs innerorts das Ladeproblem löst, hat so Manches nicht verstanden. Schade für die vergebene Lesezeit am Morgen.
Markus Wolter
04.01.2024 um 08:41
In der Diskussion um technische Aspekte werden die Interessen des Anwenders m.E. nicht genug berücksichtigt: Wer will denn in der kostbaren Mittagspause oder noch schlimmer um 2 Uhr nachts das Auto umparken? Das würde ein Verbrenner-Fahrer nie akzeptieren. Wie schon erwähnt, sollte sich die Technik an der Parkdauer orientieren und nicht umgekehrt.
Alex Scheid
04.01.2024 um 08:46
Das durchschnittliche Auto steht 23 Stunden am Tag nutzlos rum. Klar, dass wir dafür überall DC-Schnelllader brauchen...
Kaleun
04.01.2024 um 10:43
So gesehen wird es seitens der Infrastruktur keine Schwarz/Weiss Lade-Lösungen geben, sondern man wird sich an die Gegebenheiten des Nutzers / der Netze und anderer Geschäftsmodelle (V2G, Discounterladen, etc) anpassen. Aus der Perspektive Nutzer wird er je nach Nutzung des EV und Mobilitätsanlass unterschiedliche Angebote wahrnehmen wollen. In diesem Szenario kann ich mir nicht vorstellen, dass ein OEM entscheidet den OnboardCharger aus dem Auto wegzulassen. Und damit bleibt die Katze grau.
Martin Kracht
04.01.2024 um 12:00
Fährt der Autor eigentlich selber E Auto? Dann würde er wissen das wir viel zu wenig AC Ladepunkte haben. Was nützen überall DC Lader wo man nach einer halben Stunde hin rennen muss um das volle Auto zu entfernen weil es sonst den Ladepunkt blockiert? Sehr praktisch wenn man ins Kino geht, in die Stadt oder andere zeitlich anspruchsvolle Tätigkeiten hat. Oder wenn das Auto das tut was es eh macht. Die meiste Zeit herum stehen.
Gero
07.01.2024 um 14:12
Viel schlimmer sind ja die Blockiergebühren bei AC-Ladern auf Hotel- oder p&r-Parkplätzen. Da muss man nachts nochmal aufstehen oder in der Mittagspause schnell mal umparken. Ich denke fast, dass die AC-Lader die Blockiergebühren deshalb bekommen haben, um sie maximal unattraktiv zu machen. Dann werden sie halt nicht genutzt und man kann sagen: Der Kunde will DC, niemand lädt an unseren AC-Säulen. Also wird AC abgebaut.
V Schlechter
04.01.2024 um 13:08
Bis jetzt war mir der Autor als sehr kenntnisreich durch andere Artikel bekannt. Der obige Artikel dreht meine Einschätzung ins Gegenteil. Schade. Wie viele in den Kommentaren sehe ich das DC-Laden nur auf der Langstrecke, was nicht immer nur die Urlaubsfahrt bedeutet. Wenn ich Einkaufen gehe, einen Einkaufsbummel in der Stadt oder einen Kulturbesuch mache, bin ich nicht in 20-30min am Fahrzeug, um umzuparken. Hier würde mir eine Bordstein-Steckdose im Schukoformat für 3,6kW ausreichen und das haben auch andere Länder schon entdeckt, die aber keine eigene Autoindustrie haben und somit nicht am Geschäft der Ladewirtschaft beteiligt sind. Wir haben in Deutschland das Problem, dass wir bei der Bereitstellung der Infrastruktur immer noch schlafen, aber propagieren, dass morgen schon alle elektrisch Laden müssen. Dies geht nur mit schnellem Laden, bei einer begrenzten Ladepunkt-Verfügbarkeit. Allein die Infrastruktur von modernen 6-Familien-Eigentumswohnungsbauten ist so schlecht, dass man den 6 Parteien nicht einmal 11kW Lader erlauben kann, denn selten ist die Anschlussleistung des Hauses dafür ausgelegt. So kann der Ladepark um die Ecke mit Schnellladesäule diese Fehlplanung der letzten 20 Jahre kurzfristig bedienen - das ist teuer und unpraktisch. Die Punkte zum Foto auf dem Dach, ach nein, der Photovoltaik auf dem Dach wurde ausreichend beschrieben. Meine Anlage liefert nicht die Spannung zum DC-Laden einer Hochvoltbatterie und bei Hausdach-üblicher Fläche nicht einmal annähernd bei optimaler Ausrichtung eine Leistung, die ein Schnellladen ermöglicht. Vielen Dank den Lobbyisten, die diese Artikel platzieren aber ein noch größerer Dank, denen, die einen Kommentar schreiben und dabei aus Erfahrung oder durch Überlegen eine sachliche Diskussion ermöglichen.
Peter Schwierz
04.01.2024 um 13:52
Vielleicht mal zur Klarstellung: Hier platzieren keine Lobbyisten irgendwelche Artikel. Das Thema hat die Redaktion aus freien Stücken als Hintergrundstück zur allgemeinen Diskussion und Ausblick auf einen möglichen technologischen Pfad produziert. Die angeregte Diskussion zeigt, dass dies auch gut gelungen ist. Beste Grüße, Peter Schwierz, Chefredakteur
Hans Gnann
04.01.2024 um 19:35
Ich sehe nicht, dass AC abgemeldet ist - Städte wie München oder Hamburg haben sehr wahrscheinlich den Break-Even ihrer AC-LIS schon erreicht. Wenn ich auf die Karte in München schaue, sehe ich ca. 60 vollständig belegt, 20 teilweise und 20 verfügbar. Auch größere Mehrfamilienhäuser, Hotels, Camping- und Golfplätze uvm. werden bald entdecken, dass AC-Wallboxen in Verbindung mit einer PV-Anlage ein sehr lukratives Geschäft ist, das gute Zusatzeinnahmen generiert. Dass größere DC-Parks auf Super- oder Baumarkt-Parkflächen automatisch ein gutes Geschäft sind, sehe ich auch nicht. Denn wenn nur 2-4 LP installiert sind, ist man frustriert, wenn die belegt sind und wenn - so wie im Münchner Süden - gleich 16 HPC-Lader installiert sind, stehen diese viele Stunden in der Woche mit einer Auslastung von rund 10% rum. Warum Mennekes noch keinen kleineren DC-Anbieter gekauft hat oder mit einem kooperiert, verstehe ich auch nicht, da bald große Teile des Handwerks/Gewerbes auch Bedarf an 50kW-DC-Ladern haben werden. Dass sie das einfach liegen lassen, wundert mich, weil dann oft auch andere AC-Anbieter zum Zug kommen. Fest steht - es bleibt spannend - oder wie hat der Chef kürzlich geschrieben: Möge der Bessere gewinnen...
Hans Gnann
04.01.2024 um 20:02
Ich sehe nicht, dass AC abgemeldet ist - Städte wie München oder Hamburg haben sehr wahrscheinlich den Break-Even ihrer AC-LIS schon erreicht. Wenn ich auf die Karte in München schaue, sehe ich ca. 60 vollständig belegt, 20 teilweise und 20 verfügbar. Auch größere Mehrfamilienhäuser, Hotels, Camping- und Golfplätze uvm. werden bald entdecken, dass AC-Wallboxen in Verbindung mit einer PV-Anlage ein sehr lukratives Geschäft ist, das gute Zusatzeinnahmen generiert. Dass größere DC-Parks auf Super- oder Baumarkt-Parkflächen automatisch ein gutes Geschäft sind, sehe ich auch nicht. Denn wenn nur 2-4 LP installiert sind, ist man frustriert, wenn die belegt sind und wenn - so wie im Münchner Süden - gleich 16 HPC-Lader installiert sind, stehen diese viele Stunden in der Woche mit einer Auslastung von rund 10% rum. Warum Mennekes noch keinen kleineren DC-Anbieter gekauft hat oder mit einem kooperiert, verstehe ich auch nicht, da bald große Teile des Handwerks/Gewerbes auch Bedarf an 50kW-DC-Ladern haben werden. Dass sie das einfach liegen lassen, wundert mich, weil dann oft auch andere AC-Anbieter zum Zug kommen. Fest steht - es bleibt spannend - oder wie hat der Chef kürzlich geschrieben: Möge der Bessere gewinnen...
Frank
05.01.2024 um 09:43
Das AC-Drehstromladen daheim ist eine deutsche Luxusdiskussion. Die OEM bauen Autos in Masse für "die Welt" und in der Welt gibt es halt mehr 1-phasige , als 3-phasige private Niederspannungshausanschlüsse. Daher wäre ein 3-phasiger Standard Onboardcharger mehrheitlich ein stranded invest und unnötiger Fahrzeugkostentreiber. Ein entsprechender Niederspannungs-Netzausbau in der Fläche ist in diesen Ländern auch in keinem geologisch überschaubaren Zeitraum erwartbar. Leistung gibt es dort nur für Gewerbe- und Industrieansiedlungen und dort setzt man dann auf die DC-Ladehubs . Ggf. kann man ja den 3-phasigen onboardcharger (dann ggf. auch mit 22kW Ladeleistung) als Fahrzeug-Extra verkaufen.
MIB
05.01.2024 um 15:37
Hallo Frank, Drehstrom oder 2-PHasen +N ist im DACH durchaus Hausstandard. Die Einphasigen "Wohnungsanschlüsse" im Süd-EU Raum und Skandinavien basiert aber auf eine (Haus-) Verteilung der Phasen des Drehstromnetzes in die Wohneinheiten. Diese werden dort oft mit 80A tlws. mit 100A abgesichert. IM 110VAC US-Land sind dann auch 120A drin, bzw. bei 180° Phasenwinkel 220V. Die Phasenschielast (VDE0100) ist für den dortigen Hausbesitzer kein zu beachtendes Thema, was im überregulierten DE hingegen beachtet werden muss. Der 11kW eAuto-Lader schaltet sich dann halt einphasig und kann nach Norm die 80A (=18,4kW) auch nur anteilig aufnehmen, entsprechend dem Charge Pilot (CP-Signal). Was fehlt ist die Anpassung der Norm IEC/ISO61851 um über den Charge Pilot (CP) auch Rückspeisung ohne IEC15118 gesteuert zu ermöglichen und so auch auf AC-Basis V2H/V2C/V2G zu unterstützen.
SLA A
06.01.2024 um 12:27
Super! AC kann ich als rel. Vielfahrender mit 45.000km/a Laternenparker kaum nutzen, da viel zu langsam (ca. 9-12h bei 64kwh Akku mit 7,4kw max einphasig), idR. belegt und mit BLOCKIERGEBÜHR! in Holland AC nur 1,8kw / 3,5 kw als Standart in der City erlebt- oder bei mir im Viertel 15min Fußweg zur nächsten AC Säule, wenn sie mal frei ist- macht KEINEN Sinn für mich. Ich lade mittlerweile 100% DC an einem der vielen urbanen EnBW HPC Parks in Stuttgart! Die sind SUPER! Einkaufen, Kino, Friseur und zack ist das Auto voll. Über Nacht AC war früher super, aber Plätze mittlerweile sehr häufig durch Plugins mit Firmenladekarte blockiert. Und Blockiergebühr . Es ist wirklich nervig für mich, wenn ich in anderen Städten nicht DC laden kann, und dann mit Kind und Kegel 45min an der Autobahn laden darf, für den Heimweg. Gib mir DC
Carsten Erbguth
26.01.2024 um 16:00
Ich selber betreibe zwei öffentliche AC Ladestationen. Von nicht wirtschaftlich kann nicht gesprochen werden. AC wird überall benötigt, wo Fahrzeuge mehr als eine halbe Stunde stehen. Aber ich will DC nicht abschaffen. Beides wird benötigt. Wenn wir jetzt an große Anzahl an V2G Implementationen denken, wird dort AC im Bereich der Ballungsräume aktiv werden. Wenn hingegen eine PV-Anlage mit Speicher vorhanden ist, wird die Verbindung DC sein. Wie wollen wir sonst 10-50% der Fahrzeuge in Bereitschaft für netzdienliche Dienste halten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert