Initiative zum Aufbau einer Wasserstoff-Luftfahrt im Ostseeraum

Im neu gestarteten Projekt „BSR HyAirport“ arbeiten 16 Partner daran, die Voraussetzungen für Flüge mit Wasserstoff-Flugzeugen zu schaffen - und noch in diesem Jahrzehnt die ersten Demonstrationsflüge im Ostseeraum zu ermöglichen. Eine zentrale Rolle spielt der Hamburger Flughafen.

Im Zuge von „BSR HyAirport“ arbeiten 16 Flughäfen, Fluggesellschaften, Forschungseinrichtungen und Technologie-Unternehmen aus Skandinavien, den Baltischen Staaten, Polen und Deutschland zusammen mit 24 assoziierten Partnern in den kommenden drei Jahren an der Weiterentwicklung der Luftfahrt. BSR steht im Projektnamen für „Baltic Sea Region“. Fast alle wichtigen Flughafenbetreiber rund um die Ostsee gehören der Partnerschaft an, z.B. Finavia, Swedavia, Litauische Flughäfen, Flughafen Riga, und Flughafen Tallinn.

Erstmals angekündigt wurde das Projekt im Juli 2023. Die EU fördert „BSR HyAirport“ im sogenannten Interreg Baltic Sea Region Programm mit insgesamt rund 3,8 Millionen Euro, die sich auf die verschiedenen Partner verteilen.Das gesamte Projektbudget beläuft sich auf bis zu 4,8 Millionen Euro, wovon nach früheren Angaben etwa 1,1 Millionen Euro auf den Flughafen Hamburg entfallen.

Die Projektpartner haben vor, Anwendungen der Wasserstofftechnologie in der Luftfahrt zu etablieren. „Gasförmiger, grüner Wasserstoff ist als Treibstoff im Flugverkehr zunächst für Flüge über kürzere Distanzen und damit für Flugverbindungen in der Ostseeregion besonders geeignet“, teilt der Hamburg Airport mit. Bereits in diesem Jahrzehnt werde ein regelmäßiger Flugverkehr mit Regionalflugzeugen mit bis zu circa 80 Sitzplätzen erwartet.

Den Hamburgern zufolge wollen die Beteiligten praktische Lösungen entwickeln, testen und bewerten, um Flughäfen und Fluggesellschaften die Anwendung dieser Schlüsseltechnologie zu erleichtern. Gleichzeitig werde man sich auf Herausforderungen wie Speicherung, Handhabung und Bereitstellung von grünem Wasserstoff vorbereiten.“Eines der Ziele ist es, Demonstrationsflüge während der Projektlaufzeit zwischen den Partnerflughäfen gemeinsam mit den Fluggesellschaften zu ermöglichen. Dazu müssen die beteiligten Projektpartner u.a. auf die Besonderheiten bei der Abfertigung von Flugzeugen mit Wasserstoffantrieb vorbereitet sein“, führen die Verantwortlichen aus. Ebenfalls im Fokus stehen sollen rechtliche Rahmenbedingungen, die Lieferkette inklusive der (lokalen) Produktion und des Transports von Wasserstoff zum Flughafen, die Lagerung von Wasserstoff und die Betankung von Flugzeugen. Außerdem sollen auch weitere H2-Anwendungsfälle an Flughäfen – etwa bim Bodenverkehr – erörtert werden.

„Das BSR HyAirport Projekt ist für uns ein wesentlicher Schritt auf unserem Weg zur Energiewende in der Luftfahrt“, äußert Jan Eike Blohme-Hardegen, Leiter der Umweltabteilung am Hamburger Flughafen. „Bis zum regulären Einsatz von Wasserstoff gibt es noch viele Fragen zu klären und wir sind froh, das im engen Austausch mit Partnern zu tun, die genauso engagiert nach Antworten suchen wie wir.“ Mit dem eigenen Projekt „Net Zero 2035“ strebt der Hamburger Flughafen bereits bis 2035 einen CO2-freien Bodenbetrieb an. Auch bei der Einführung von Wasserstoff als Energieträger in der Luftfahrt engagiert sich der Flughafen Hamburg bereits länger in einer Vielzahl nationaler und internationaler Projekte.

Erst im Juni 2023 wurde etwa bekannt, dass die Flughäfen Hamburg und Rotterdam Den Haag kooperieren, um die Machbarkeit einer Flugroute zwischen ihren Standorten für Wasserstoff-Flugzeuge zu erforschen – ein erster Flug mit Wasserstoff soll 2026 möglich sein. Der Hamburg Airport betonte übrigens im Sommer, technologieoffen zu sein – also Flugzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb oder mit Verbrenner-Wasserstoffmotor zu unterstützen. „Aktuelle Designs sehen aber eher die Lösung mit einer Brennstoffzelle vor“, so der Flughafen.

hamburg-airport.de

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