BASF liefert Kathodenmaterial für Semi-Solid-State-Batterien an WeLion
Wie die auf Kathodenmaterialien spezialisierte Konzerntochter BASF Battery Materials mitteilt, hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit WeLion New Energy erfolgreich die ersten Chargen seriengefertigter Kathodenmaterialien (CAM) für Semi-Solid-State-Batterien ausgeliefert. Das Projekt läuft über BASFs China-Joint-Venture namens BASF Shanshan Battery Materials (BSBM) – ein 2021 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen mit Shanshan, an dem BASF eine Mehrheitsbeteiligung hält.
Das Projekt zur Serienfertigung des speziellen CAM startete im August 2024. BASF schildert, dass das F&E-Team von BSBM in diesem Zuge ein Nickel-dominiertes NCM-Kathodenmaterial mit einer speziellen Kompositbeschichtung beitgetragen habe, „die Schnittstellenprobleme zwischen CAM und Festelektrolyt adressiert“. Diese Technologie erhöhe die Energiedichte durch höhere Kapazität und geringeren Widerstand und verbessere gleichzeitig die Zyklenstabilität und Lebensdauer durch die Unterdrückung von Nebenreaktionen an der CAM-Elektrolyt-Grenzfläche, so der Konzern, der von einer schnellen und erfolgreichem Zusammenarbeit auf dem Weg zur Kommerzialisierung der nächsten Generation fortschrittlicher Batterien spricht.
BASF bezeichnet die nun erfolgte Auslieferung denn auch als „wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von Batterietechnologien der nächsten Generation“. WeLion sei auf diesem Feld ein Pionier mit über 40 Jahren Erfahrung. BSBM verfügt seinerseits über die Expertise in der Entwicklung und Produktion von Kathodenmaterialien und sei „bestens aufgestellt, um die technologischen Herausforderungen von Festkörperbatterien zu meistern“.
Desmond Long, Senior Vice President bei BASF Battery Materials und CEO von BSBM, betont das gegenseitige entgegengebrachte Vertrauen der Partner. Und: „Diese Zusammenarbeit markiert einen Meilenstein für unser Batteriematerialgeschäft und stellt einen bedeutenden Fortschritt im Bereich Festkörperbatterien dar. Wir freuen uns darauf, die Partnerschaft mit WELION weiter zu vertiefen und gemeinsam weitere technologische Durchbrüche zu erzielen.“
„Wir sind von der technologischen Stärke und Reaktionsgeschwindigkeit von BASF beeindruckt“, ergänt Jin Xiang, Geschäftsführer von Welion New Energy. „Als führender Hersteller im Bereich Festkörperbatterien wird WeLion die Kathodenmaterialien von BASF in der nächsten Generation von Semi-Solid-State-Batterien einsetzen und freut sich auf weitere gemeinsame Projekte – sowohl national als auch international.“
Wie genau die Semi-Solid-State-Batterien von WeLion aufgebaut sind, wird nicht erwähnt. Auf seiner Webseite spricht der Entwickler von Zellen, die Eigenschaften von Festkörper- und Flüssigbatterien vereinen. In einem früheren Vortrag hatte der Chefwissenschaftler und Gründer von WeLion, Li Hong, einst davon gesprochen, dass es sich bei der Eigenentwicklung um eine „Hybrid-Fest-Flüssig-Elektrolyt-Batterie“ handele.
Unter dem Namen WeLion firmiert der Pekinger Batterieentwickler derweil seit 2016. Im eMobility-Bereich ist das Unternehmen bisher vor allem für seine enge Bande zu Nio bekannt geworden: Im Juli 2023 lieferte der Batteriespezialist seine ersten Semi-Solid-State-Batteriezellen an Nio. Seit 2024 baut der OEM nach eigenen Angaben die ersten 150-kWh-Batteriepacks auf Basis dieser Zellen in Serie. Ebenfalls vergangenes Jahr wurde zudem eine Kooperation mit Yiwei bekannt, einem Elektroauto-Ableger des Autokonzerns JAC. Beide Unternehmen gaben vor eineinhalb Jahren an, ein Elektro-Modell mit großen Semi-Solid-State-Rundzellen im Format 4695 entwickeln zu wollen, das bis zu 1.000 Kilometer Reichweite bietet.
Daneben ist WeLion in China auch Teil eines staatlich geförderten Industriebündnis für die Kommerzialisierung von Festkörperbatterien. Diese Allianz wurde im Mai 2024 ins Leben gerufen und soll China die bestehende Weltmarktführerschaft bei Elektroauto-Batterien auch beim nächsten Technologiesprung sichern.
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