PEM-Lehrstuhl entwickelt neuartige Batteriepacks

Im europäischen Forschungsprojekt „RESiLiTE“ entwickelt der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen gemeinsam mit mehreren Partnern innovative Batteriepacks. Ziel ist die Erhöhung der Energiedichte, Effizienz, Sicherheit, Temperaturbeständigkeit und Nachhaltigkeit von Batteriepacks. (Update am Artikelende)

Pem projekt resilite zu batteriepacks
KI-generiertes Symbolbild des RESiLiTE-Projekts
Bild: RWTH Aachen/ChatGPT

Das Forschungsprojekt wird von der EU mit insgesamt rund 6,2 Millionen Euro im Rahmen des „Horizon Europe“-Vorhabens gefördert. Zu den Projektpartnern zählen z.B. der türkische E-Auto-Hersteller Togg, der Chiphersteller Infineon Austria oder die Fraunhofer-Institute EMI und LBF.

Als Basis des Vorhabens sollen zylindrische Zellen im 4695-Format mit Hilfe des Cell-to-Pack-Ansatzes in einem leichten Gehäuse dicht gepackt werden. Das Gehäuse wird aus recycelten faserverstärkten thermoplastischen Materialien hergestellt. Sprich: Das Schutzgehäuse wird aus Kunststoff gefertigt, der bei Erwärmung verformbar wird und beim Abkühlen wieder aushärtet. „Ein strukturell in das Gehäuse integrierter Zellenhalter ermöglicht es, auf Vergussmaterialien vollständig zu verzichten“, sagt PEM-Leiter Prof. Achim Kampker.

Das bringt den Vorteil, dass eine deutliche höhere Energiedichte erzielt werden kann als bislang üblich. Bei dem geplanten Konzept geht es dabei um eine angepeilte Energiedichte von 220 Wh/kg auf Pack-Ebene. „Dieser Wert liegt mehr als 14 Prozent über dem Stand der Technik“, betont Kampker.

Dank kombinierter indirekter Kühlungslösungen, die in den Zellenhalter des Gehäuses integriert sind, sollen Lade- und Entlade-Raten von mehr als 4,5 C erreicht werden. Die Brandsicherheit soll wiederum durch ein Soft-Ventilationskonzept in Verbindung mit feuerhemmenden Nanomaterialien verbessert werden, die in den Zellenhalter integriert sind.

Auch wird die Energieeffizienz des Akkus erhöht. „Die Verwendung thermoplastischer Materialien für das Gehäuse isoliert das Batteriepack zusätzlich, was zu einer längeren Standzeit in kalten Umgebungen führt, bevor aktive Heizlösungen erforderlich werden“, sagt PEM-Leitungsmitglied Prof. Heiner Heimes.

Die zu entwickelnden Batteriepacks sollen nicht nur für Elektrofahrzeuge, sondern perspektivisch auch für E-Flugzeuge geeignet sein. Das Akronym RESiLiTE steht übrigens für Robust, Economical, Silicon-rich, Lightweight, and Thermally Efficient battery packs. Das Projekt soll bis Juni 2028 laufen.

Update vom 30. April 2026: Das Projekt RESiLiTE hat vor kurzem neue Batteriezellenmuster erhalten. Mit diesen Testzellen sollen die Sensor- und Steuerungsmechanismen des Batteriemanagementsystems verfeinert werden. Laut den Projektbeteiligten stellt die Sicherung dieser Muster einen entscheidenden Meilenstein dar und dient als Grundlage für die Optimierung der Lade- und Entladezyklen von Batterien bei hohen C-Raten. Diese Optimierung soll einen effizienten Betrieb gewärleisten, die Batterie vor Beschädigungen schützen und ihre operationelle Betriebsdauer erhalten.

„Das Projekt ist auf Kurs, alle seine KPIs zu erreichen, indem ein Prototyp entwickelt wird, der für die Industrialisierung bereit ist“, kommentiert Stefano Piacquadio, Entwicklungsingenieur beim. Projektkoordinator Kautex Textron. „Gemeinsam mit unseren Partnern treiben wir den Stand der Technik bei Batteriepack-Technologien voran und entwickeln industrialisierbare Architekturen mit außergewöhnlicher Packaging-Effizienz, hoher C-Rate-Kapazität sowie fortschrittlicher Diagnostik zur Unterstützung dieser Innovationen.“

rwth-aachen.de, europa.eu (Update)

1 Kommentar

zu „PEM-Lehrstuhl entwickelt neuartige Batteriepacks“
Jürgen Danneberg
30.09.2025 um 17:35
Kann man die Ackus auch leichter wechseln ?

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