Auch Stellantis schwenkt auf den NACS um

Der Stellantis-Konzern öffnet sich dem NACS-Ladesystem und rüstet die Elektro-Modelle von Jeep und Dodge für die USA, Kanada, Japan und Südkorea mit entsprechenden Anschlüssen aus. So können die Kunden auf Teslas Supercharger-Netwerk zugreifen.

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Bild: Jeep

In Nordamerika ist schon seit rund zwei Jahren ein Trend in Richtung NACS-Anschluss zu beobachten. Immer mehr Hersteller setzen auf diesen Standard oder bieten zumindest entsprechende Adapter für ihre Fahrzeuge an.

Die in den USA aktiven Marken des VW-Konzerns setzen bei ihren E-Modellen auf letztere Lösung. Auch Electrify America, einer der größten Ladeinfrastrukturanbieter des Landes, rüstet seine Säulen in Zukunft mit einem zusätzlichen NACS-Anschluss aus.

Nachdem der Konzern bereits im Februar 2024 angekündigt hatte, dass man ausgewählte Elektro-Baureihen künftig mit NACS-Anschlüssen ausstattet, wird Stellantis jetzt tatsächlich aktiv. Bereits erhältliche Modelle, wie beispielsweise der Jeep Grand Wagoneer S oder der Dodge Charger Daytona, sollen schon ab dem kommenden Jahr mit NACS-Anschlüssen vom Band rollen. Zukünftige E-Autos, allen voran der neue Jeep Recon, werden folgen.

Der Konzern konzentriert sich dabei nicht nur auf die USA und Kanada, sondern vollzieht diese Änderung auch auf dem südkoreanischen und dem japanischen Markt. In den beiden ostasiatischen Ländern gewinnt der NACS-Standard in letzter Zeit ebenfalls an Bedeutung.

Anders als im vergangenen Jahr angekündigt, belässt es Stellantis nicht bei der Anpassung seiner aktuellen Produkte. Stattdessen deutet der Konzern an, dass man auch an einer Adapter-Lösung für bereits ausgelieferte Fahrzeuge arbeite. Nähere Infos dazu möchte er aber erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen. Der größte Vorteil des NACS-Anschlusses liegt darin, dass mit ihm ausgerüstete Fahrzeuge auch Teslas Supercharger-Netzwerk nutzen können – eben in jenen Ländern, in denen dort der Tesla-eigene Ladestecker und kein CCS wie in Europa verbaut ist.

Vor allem in den USA ist dies ein entscheidendes Kriterium, da Teslas Infrastruktur dort besonders gut ausgebaut ist. In allen von der Entscheidung betroffenen Ländern sollen es laut Stellantis zusammengenommen ganze 28.000 Ladepunkte sein. Die bisherigen NACS-Plänen des Autobauers hatten Teslas Supercharger noch nicht berücksichtigt. Stattdessen ging es vor allem um die Kompatibilität mit den Ladepunkten von Electrify America und Ionna.

stellantisnorthamerica.com

1 Kommentar

zu „Auch Stellantis schwenkt auf den NACS um“
Sebastian Krebs
20.11.2025 um 05:08
Vielleicht sollte man ergänzen, dass es nicht nur um 28.000 Ladepunkte , sondern 28.000 Supercharger und damit um Schnellladepunkte mit > 50 kW Ladeleistung geht. Gerade auch weil in Japan in der Vergangenheit der Anspruch auf Fördermittel für Ladeinfrastruktur auf mindestens 40 kW Ladeleistung und die Ausstattung mit einem CHAdeMO-Connector verpflichtend vorgeschrieben war, ist die Verbreitung schneller ladender Supercharger schon ein Novum, weil bisher hierfür keinerlei Subventionen von Japan an Tesla ausgereicht wurden. Es gibt dort bereits mehr als 125 Supercharger-Standorte landesweit, wobei die Metropolregion Tokio mit ihren 38 Millionen Einwohnern bereits mehr als 22 Standorte hat.

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