Bloomberg-Studie: Batteriepreise sinken weiter, aber langsamer

Die Batteriepreise sind laut der alljährlichen Erhebung von BloombergNEF in 2025 um acht Prozent auf 108 US-Dollar pro Kilowattstunde gehalten. Auch im kommenden Jahr rechnen die Experten mit fallenden Preisen – allerdings aufgrund der hohen Rohstoffkosten und Zölle weniger stark als 2025.

Pem rwth aachen batterie modurep projekt batteriemodule
Bild: PEM RWTH Aachen | projektelf

Konkret rechnet BloombergNEF damit, dass der Durchschnittspreis für ein Batteriepack 2026 um drei Prozent auf 105 US-Dollar pro Kilowattstunde sinken dürfte. Der prognostizierte Rückgang ist damit nicht so groß wie in diesem Jahr: Die Batteriepreise fielen 2025 um acht Prozent auf 108 US-Dollar pro kWh.

Dass die Batteriepreise in diesem Jahr überhaupt so deutlich gesunken sind (2024 lag der Preis wie berichtet noch bei 115 USD/kWh), war nicht immer sicher: Die Preise für einzelne Batteriemetalle waren im Jahresverlauf zwischenzeitlich gestiegen. BloombergNEF gibt hier mehrere Risiken in der Lieferkette an, etwa in den chinesischen Lithium-Minen und Beschränkungen für Kobalt-Exporte aus der Demokratischen Republik Kongo. Letztere hatten zwischen Januar und Oktober zu einem Preisanstieg von 124 Prozent geführt.

Den für 2026 prognostizierten, geringeren Rückgang der Batteriepreise führen die Rohstoff-Experten von BloombergNEF jedoch nur zum Teil auf die weiterhin hohen Rohstoffkosten zurück, auch die international zunehmend erhöhten Zölle spielen eine Rolle. Andere Faktoren sorgen im Gegenzug für eher niedrigere Preise: Erwartet wird unter anderem ein weiteres Überangebot der Produktionskapazitäten in China, auch damit ein verstärkter Wettbewerb und die „anhaltende Umstellung auf Produkte mit kostengünstigerer und sichererer Lithium-Eisenphosphat-Technologie“.

„Der harte Wettbewerb lässt Batterien jedes Jahr günstiger werden“, sagt Evelina Stoikou, Leiterin des Batterietechnologie-Teams bei BloombergNEF. „Dies ist ein wichtiger Moment für die Branche, denn die rekordniedrigen Batteriepreise bieten die Möglichkeit, die Kosten für Elektrofahrzeuge zu senken und den Ausbau von Netzspeichern zu beschleunigen, um die Integration erneuerbarer Energien weltweit zu unterstützen.“

Niedrigere Preise für Batterien sind entscheidend nicht nur entscheidend für die bereits erfolgte und weitere Verbreitung von Elektroautos – im Jahr 2010 hat eine Kilowattstunde Speicherkapazität noch knapp 1.000 Dollar gekostet. Günstigere Akkus helfen auch dem Stromnetz, da mehr stationäre Energiespeicher ans Netz gehen. Diese können nicht nur die volatile Stromerzeugung von Wind- und PV-Anlagen absichern, sondern auch den steigenden Strombedarf von Rechenzentren decken. BloombergNEF erwartet hier, dass sich die weltweiten Installationen stationärer Speicher im kommenden Jahrzehnt verdoppeln werden.

bloomberg.com (Paywall)

3 Kommentare

zu „Bloomberg-Studie: Batteriepreise sinken weiter, aber langsamer“
John
10.12.2025 um 08:44
Richtig so, runter mit den Preisen. Das soll Herr Wadepuhl mal dem Herr Jinping sagen. Eventuell sagt der dann, billiger Autos kann man auch aus CN haben, ihr müsst nur die Zölle senken.
Peter
10.12.2025 um 10:30
Dann können ja die günstigen Elektroautos endlich kommen. Einen Octavia bekomme ich als Tageszulassung schon für 23k, abzüglich teurem Verbrennungsmotor, Schaltgetriebe und Abgasreinigung, zuzüglich 10k für einen 100er Akku...sollte sich dann für 30k ausgehen? Oder kann mir jemand nachvollziehbar erklären, warum ich für ein Auto dieser Größe mit 80er Akku auch nach Rabatten mindestens 45k hinlegen muss?
Klaus
10.12.2025 um 15:04
Hier ein paar Überlegungen:Die "10k für den den 100kWh akku" beziehen sich auf die Einkaufskosten der Zellen zzgl. der internen Fertigungskosten für das Batteriemodul.Dazu kommen folgende Posten, and die ich mal ein paar grob geschätzte Zahlen dranschreibe- Abzuschreibende Forschungs- und Entwicklungskosten (15%) - Qualitätssicherung, Ausschuss (5%) - Verwaltungskosten (5%) - interne Vertriebs- und Marketingkosten (5%) - Rückstellungen für Gewährleistung/Kulanz (10%) - Händlermarge (20%) - Umsatzsteuer (19%)Damit erscheinen auf der Rechnung des Kunden allein als Anteil für den Akku des Autos:10.000€ * (100% + 15% + 5% + 5% + 5% + 10) * 1,20 * 1,19 = 10.000€ * 1,40 * 1,20 * 1,19 = 14.000€ * 1,20 * 1,.19 = 16.800€ * 1,19 = 19.992€Auf der Rechnung des Kunden verdoppelt sich also der von Dir angenommene Preis in etwa! Wenn er gut verhandelt, oder eine Tageszulassung kauft, kann er den Preis noch um einen Gutteil der Händlermarge reduzieren - das gibt es mittlerweile bei E-Autos auch.Der Verbrennungsmotor und der Elektromotor kosten den Hersteller in etwa das gleiche, da die Fertigungsanlagen für ersteren längst abgeschrieben sind und nicht mehr ersetzt werden müssen.Hinzu kommt, daß europäische Hersteller bisher hauptsächlich NMC Zellen mit teurem Nickel und Kobalt einsetzt, deren Einkaufskosten über dem von BNEF angenommenen Durchschnitt liegen dürften, der LFP-Akkus beinhaltet.Die oben angegebenen Aufschläge habe ich teilweise grob geschätzt. Ich glaube aber, daß ich sie nicht erheblich überschätzt habe. Nur mal als Hausnummer: Die IG Metall gab 2021 an, daß am Standort Wolfsburg von 13,000 VW-Mitarbeitern pro Jahr 780.000 Fahrzeuge gebaut würden. Dazu kämen noch mal 47.000 weitere Mitarbeiter in Wolfsburg in Entwicklung, Verwaltung, Vertrieb, Konzernführung, etc. Die arbeiten natürlich anteilig auch für andere Standorte mit, aber es veranschaulicht die Relationen!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert