FFB PreFab produziert erste, funktionsfähige Lithium-Ionen-Zelle
In der Mitteilung der FFB ist von einem „Meilenstein für Batterien ‚Made in Germany‘“ die Rede. Bei der ersten funktionsfähigen Lithium-Ionen-Zelle, die in der FFB PreFab auf durchgängig europäischer Anlagentechnik gefertigt wurde, handelt es sich um eine Pouchzelle. Im Mittelpunkt der Forschungsfabrik steht die Produktion von Pouchzellen und prismatischen Zellen für Forschungszwecke, die unter anderem in E-Autos, in der Medizintechnik und Smart Devices Anwendung finden. Später sollen auch Rundzellen erprobt werden.
In der Forschungsfertigung soll eine Musterlinie für die komplette Batteriezellproduktion im kleineren Maßstab es der Fraunhofer FFB ermöglichen, ihre industriellen Partnerinnen und Partner bei der Erprobung und Umsetzung neuer Batteriezellkonzepte und Fertigungsverfahren zu unterstützen. Die FFB PreFab wurde Ende April 2024 eröffnet und gilt als Vorstufe für die größere FFB Fab. Die Arbeiten an dieser zweiten Phase der Forschungsfertigung haben in diesem April begonnen. Wo die Unterschiede zwischen der FFB PreFab und der FFB Fab liegen und welche Hoffnungen und Aussichten es gibt, hat Professor Achim Kampker aus der Institutsleitung der FFB im Interview mit electrive erläutert.
Während in der Mitteilung kaum Informationen zu den Anlagen und der Zelle an sich veröffentlicht werden, gibt es dennoch wichtige Aussagen zu dem Projekt. Angesichts der zusammengekürzten Förderung der Batterieforschung wird in der Mitteilung festgehalten, dass der Bund sicherstellen werde , „dass die notwendigen finanziellen Mittel für den Aufbau der Fraunhofer FFB bereitgestellt werden“. „Nur so kann das mit dem Land Nordrhein-Westfalen (NRW) und der Fraunhofer Gesellschaft gemeinsam verabredete Leistungsziel der Fraunhofer FFB – Aufbau einer Forschungsfabrik im Gigafactory-Maßstab- auch erreicht werden“, wie die FFB mitteilt. „Die Kosten sind dabei auch bundseitig, wie zuvor auch beim Land NRW, vornehmlich inflationsbedingt seit 2019 /2020 gestiegen, von 500 Millionen Euro in 2019/2020 in einer ersten Planungsphase auf nunmehr 750 Millionen Euro.“
Die FFB ist als „Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“ konzipiert und soll so dazu beitragen, Technologien aus dem Labor zu skalieren und schneller in die wirtschaftliche Anwendung zu bringen. Dazu sollen zum Beispiel Institute oder kleinere und mittlere Unternehmen , aber auch Großunternehmen, die Forschungsinfrastruktur in Münster nutzen können, um ihre Innovationen in echten Batteriezellen zu erproben und zu verfeinern – auf Anlagen, die der späteren Serienproduktion sehr ähnlich sind.
Zum wichtigen Zwischenschritt der ersten produzierten Zelle meldet sich auch die Politik zu Wort. „Nur wer die Batterietechnologie beherrscht und Batteriezellen auch wettbewerbsfähig herstellen kann, behauptet sich im internationalen Wettbewerb. Die Batterie ist unabdingbar für klimaneutrale Mobilität und Energieerzeugung“, sagt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär. „Als Flaggschiff-Maßnahme der Hightech Agenda Deutschland fokussiert sich die FFB auf ‚Lab to Fab‘ – von der Wissenschaft in die Wirtschaft. Die erste Batteriezelle aus der der FFB PreFab markiert daher einen entscheidenden Meilenstein für Batterien ‚Made in Germany’.“
Und die Wirtschafts- und Klimaschutzministerin des Landes Nordrhein-Westfalens, Mona Neubaur, ergänzt: „Nordrhein-Westfalen zeigt mit der Forschungsfertigung Batteriezelle in Münster: wir sind der Standort für modernste HighTech- Industrie. Eine starke europäische Batterieproduktion ist zentral für wirtschaftlichen Erfolg, technologische Unabhängigkeit und die Transformation unserer Industrie.“
„Der Start der Pilotlinie und der Aufbau einer leistungsfähigen Forschungs- und Produktionsumgebung der FFB PreFab markieren einen zentralen Meilenstein hin zu einer wettbewerbsfähigen Batterieproduktion. Mein Dank gilt dem BMFTR und dem Land Nordrhein-Westfalen für die Unterstützung der Fraunhofer FFB und ihre Einbindung als Flaggschiffprojekt in die Hightech-Agenda“, sagt Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. „Die Inbetriebnahme der Produktionslinie und die erste dort produzierte Batteriezelle zeigen, dass die Fraunhofer FFB als Bindeglied zwischen Grundlagenforschung und Serienproduktion wesentlich zur technologischen Souveränität beiträgt.“
2 Kommentare