Deloitte: Deutsche E-Auto-Förderung könnte chinesischen Herstellern nützen

2025 hat die Bundesregierung eine neue E-Auto-Förderung für Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen beschlossen, die in diesem Jahr starten soll. Experten der Unternehmensberatung Deloitte warnen vorab, dass auch chinesische Hersteller von den Milliarden profitieren könnten.

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Bild: Peter Schwierz

Insgesamt drei Milliarden Euro will die Bundesregierung für die neue Elektroauto-Förderung bereitstellen, das Geld soll aus dem Klima- und Transformationsfonds stammen. Die genaue Förderrichtlinie ist noch nicht bekannt, da dafür noch eine beihilferechtliche Genehmigung der EU nötig ist. Worauf sich Union und SPD im Kern geeinigt haben, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Die Unternehmensberatung Deloitte geht davon aus, dass mit der neuen Förderung bis zu 180.000 E-Autos in Deutschland zusätzlich abgesetzt werden können – pro Jahr. Nach Willen der Bundesregierung sollen zwar auch Plug-in-Hybride gefördert werden, in dem Szenario von Deloitte soll der Großteil aber auf rein Batterie-elektrische Autos entfallen. Bis 2030 könnten in Summe zusätzliche 750.000 Stromer mit der Förderung angeschafft werden.

Was zunächst gut klingt, hat einen Haken: Die Elektroauto-Produktion in Europa wird laut Deloitte nicht ausreichen, um diesen zusätzlichen Bedarf zu decken. Die Nachfrage dürfte dann mit Fahrzeugen aus Übersee bedient werden, also vermutlich vor allem Elektroautos aus China. Deloitte-Berater Harald Proff fordert daher gegenüber der DPA, die Förderung an die Herstellungsregion des Autos zu koppeln. „Um die europäische Automobilwirtschaft tatsächlich zu fördern, müssen jedoch Local-Content-Kriterien definiert werden, damit wir nicht Gefahr laufen, mit deutschen Steuergeldern Importfahrzeuge aus China zu subventionieren“, so Proff.

Von solchen „Local Content“-Kriterien war in den bisherigen Veröffentlichung der Bundesregierung zu dem Thema jedoch keine Rede. Vom Umweltministerium heißt es nur, die Regierung werde „schnellstmöglich EU-konforme Kriterien und tragfähige EU-Präferenzregelungen“ erarbeiten.

Dazu kommt: Chinesische Hersteller treiben ihre eigenen Produktionsvorhaben in Europa voran, um die EU-Sonderzölle zu umgehen – etwa BYD und Leapmotor. Gleichzeitig hat die Branche in China Überkapazitäten aufgebaut, was auf dem dortigen Markt schon zu enormen Preiskämpfen geführt hat. Mit der Förderung könnte Deutschland zu einem attraktiven Markt werden, um die Auslastung der chinesischen Werke zu erhöhen – den EU-Zöllen zum Trotz.

spiegel.de

12 Kommentare

zu „Deloitte: Deutsche E-Auto-Förderung könnte chinesischen Herstellern nützen“
Kramer
05.01.2026 um 19:00
Die Sonderzölle müssen sofort abgeschafft werden. Ohne Wenn und Aber! Es kann nicht sein, dass in Europa nur besser gestelltes Klientel Zugang zur Elektromobilität erhält. Alle Einkommensschichten, von der unteren bis zur oberen, haben Anspruch auf einen diskriminierungsfreien Zugang zu nachhaltiger Mobilität. Protektionismus als Antwort auf fehlende Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller ist schlichtweg lächerlich. Jahrzentelang haben deutsche Automobilkonzerne ihre eigenen Bürger*innen ausgepresst, satte Boni und Sonderzahlungen kassiert sowie hohe Dividenden ausgeschüttet. In China werden neue elektrische Mittelklasse-Limousinen für unter 10.000 Euro angeboten. So etwas muss auch in Europa im Jahr 2026 möglich sein. Ich bin nicht bereit, noch einen Cent in die Taschen dieser deutschen Automobil-Geldhaie zu stecken. Kommt mit der Realität klar!
Niclas
05.01.2026 um 20:09
Das sehe ich wie deloitte. Wir dürfen auf gar keinen Fall deutsches Steuergeld in die Förderung unseres größten Wirtschatfsfeindes stecken. China ist eine ersthafte Gefahr für unsere Wirtschaft und damit unsere Lebensgrundlage. Wir müssen E-Mobiulität in Europa schaffen, um nicht unsere Industrie zu verlieren.
Sandra H.
05.01.2026 um 20:40
Sinnfreie Panikmache. Kauft einfach das Auto was euch gefällt und gebt einen Fox auf das Geschwafel aus Politik und Auttolobby.
Manfred Stummer
06.01.2026 um 08:29
100% Zustimmung!
Marius
05.01.2026 um 20:54
Die Sonderzölle bewirken Investitionen der betroffenen Unternehmen in Europa, das schafft Arbeitsplätze in Europa. Eine E-Auto Förderung sollten nur jene bekommen die eigenen Strom produzieren. Dann gibt es auch keine Probleme mit dem Ausbau der Stromproduktion und dem Netz.
Manfred Stummer
06.01.2026 um 08:43
"Deloitte-Berater Harald Proff fordert daher gegenüber der DPA, die Förderung an die Herstellungsregion des Autos zu koppeln." Genau aus diesem Grund (angeblich illegale Subventionen) bestrafen wir aktuell China mit Sonderzöllen! Mein Vorschlag: die dt. Autobauer konzentrieren sich weiterhin, mit Unterstützung von CDU/CSU auf "hocheffiziente Verbrenner und den Wasserstoffantrieb" bis das letzte Autowerk geschlossen hat und das E-Auto bauen überlassen wir gänzlich den Chinesen. Die betreiben zumindest ernsthaften Klimaschutz und machen nicht nur heiße Luft.
Carsten Zelmer
06.01.2026 um 13:05
China kümmert sich einen Dreck um den Klimaschutz. Die können halt günstige Autos bauen. Mehr nicht.
Harald
06.01.2026 um 16:21
China kümmert sich sehr wohl sehr gut um Klimaschutz. Das eben zeigt die intensive Suvention von Elektroautos und der Elektroautoindustrie. In diversen chinesischen Metropolen dürfen Sie nur noch Elektroautos zulassen, neue Verbrenner verboten! Man stelle sich vor, in Stuttgart oder München würde die Neuzulassung von Verbrennern verboten. (Was ich durchaus begrüßen würde.)
mipu
06.01.2026 um 10:35
Deutsche Auto-Lobby-Politik: Millionen an Forschungs- und Entwicklungsgeldern kassieren (wie BMW gerade für sein "fortschrittliches" H2-Projekt), die komplette wirtschaftliche Grundlage in D auf das von der Politik steuerlich geförderte Dienstwagen- und Flottengeschäft legen, sinnvolle Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wie Tempolimits, Fahrradwege, usw verhindern und blockieren, weiterhin ungebremsten Ausbau der Auto-Infrastruktur befeuern statt Instandhaltung des bestehenden zu verbessern, Dieselsubventionen. Aber die Chinesen subventionieren ihre Autoindustrie in unfairer Weise - genau mein Humor.
Karin
06.01.2026 um 16:10
Diese Doppelmoral und Doppelstandarts in Deutschland sind unerträglich.
Andresen
06.01.2026 um 19:38
Einfach nur unsachlich solch eine Unterstellung
Simon 1
06.01.2026 um 10:37
Die Förderung ist von vorne bis hinten nicht vernünftig durchdacht. Normale Menschen mit dem förderfähigen Einkommen kaufen ohnehin keine Neuwagen. Es profitieren also nur Leute die kürzlich geerbt haben oder andere Einkommensquellen haben die aus welchen Gründen auch immer offiziell nicht zählen. Und am Ende werden nur PHEV und vielleicht ein paar chinesische BEV davon gekauft, da die günstigen BEV nach wie vor nicht als Erstwagen taugen, solange man nicht enthusiastisch mit der e-Mobilität ist.

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