Ford könnte BYD-Batterien für Hybride beziehen
Über die angeblichen Verhandlungen zwischen Ford und BYD berichtet das für gewöhnlich gut informierte „Wall Street Journal“. Demnach ist es aber zugleich noch unklar, ob beide Seiten tatsächlich eine entsprechende Vereinbarung treffen werden oder ob die Gespräche noch platzen.
Auch wenn BYD bei uns heute vor allem als Hersteller von Elektroautos und Plug-in-Hybriden bekannt ist, so ist das Unternehmen zugleich auch der zweitgrößte Batteriehersteller der Welt hinter CATL. Tatsächlich wurde BYD im Jahr 1995 als Batteriefirma gegründet und wurde erst 2003 durch die Übernahme des eines angeschlagenen Herstellers auch selbst zu Autoproduzenten.
Ford hat erst im Dezember eine Neuausrichtung angekündigt, dabei einige Elektromodelle aus dem Programm gestrichen und Abschreibungen von 19,5 Milliarden US-Dollar verkündet. Stattdessen will sich Ford stark auf neue Benzin- und Hybridmodelle konzentrieren.
Durch den verstärkten Fokus auf Hybridmodelle muss sich Ford nun nach passenden Lieferanten für die Batterien dafür umsehen und verhandelt deswegen offenbar mit BYD. Um welche Art von Hybriden es dabei geht, das wird aus dem Artikel des „Wall Street Journal“ nicht klar. Vermutlich dürften aber vor allem größere Batterien für Plug-in-Hybride und auch Fahrzeuge mit Range Extender gemeint sein. Aber auch Mild- und Vollhybride benötigen Batterien, wenn auch viel kleinere. BYD setzt seine Blade genannten LFP-Batterien in jedem Fall selbst in eigenen Plug-in-Hybriden wie etwa dem Seal U DM-i und dem Seal 6 DM-i Touring ein und umgehen damit die Sonderzölle der EU auf vollelektrische Autos.
Ford selbst will die angeblichen Gespräche mit BYD nicht kommentieren: „Wir sprechen mit vielen Unternehmen über viele Dinge“, sagte ein Ford-Sprecher der US-Wirtschaftszeitung. Und es geht laut dem Bericht auch ausschließlich um Modelle, die nicht in den USA hergestellt werden – wohl weil der Import chinesischer Batterien in die USA schwerwiegende Auflagen hat.
Wenn wir nach Europa schauen, so passt jedoch der deutsche Standort in Köln zumindest aktuell nicht zum Fokus auf Hybridmodelle, denn dort werden derzeit nur die vollelektrischen Modelle Capri und Explorer gebaut. Schon eher könnte da das Ford-Werk im spanischen Valencia passen, wo der Ford Kuga u.a. auch als Vollhybrid und Plug-in-Hybrid gebaut wird. Im rumänischen Craiova wird der Ford Puma u.a. auch als Mildhybrid produziert. Und in Kocaeli in der Türkei werden u.a. auch Plug-in-Versionen des Transit Custom und Tourneo Custom hergestellt.
BYD und Ford arbeiten schon länger zusammen: Seit 2020 werden BYD-Batterien in Autos des Joint Ventures von Ford mit Changan in China verbaut. Und Ford ist nicht alleine, auch andere westliche Hersteller verbauen BYD-Batterien, zum Beispiel zwischenzeitlich Tesla beim Model Y aus Grünheide.





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