Dachser setzt erstmals E-Lkw von BYD ein

Der europaweit aktive Logistiker Dachser, der schon seit langem elektrische Lkw einsetzt, hat erstmals zwei E-Lkw des chinesischen Herstellers BYD in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um das Modell ETM6, einen 7,5-Tonner für die letzte Meile.

Dachser spanien byd etm6 e lkw
Bild: BYD

Die 1930 in Kempten im Allgäu gegründete Spedition ist heute einer der größten Logistiker Europas. Und Dachser ist auch zugleich einer der Pioniere bei der Elektrifizierung der Transportbranche: 160 E-Lkw über 3,5 Tonnen sind mittlerweile für das Unternehmen auf Europas Straßen unterwegs – sowohl im Nahverkehr als auch für weitere Strecken. Zudem wurden über 800 Ladepunkte errichtet, die ausschließlich mit selbst erzeugtem oder eingekauftem regenerativem Strom betrieben werden, hieß es vom Unternehmen Mitte Januar.

Einer der zentralen Pfeiler der Elektrifizierung von Dachser ist das Konzept „Dachser Emission-Free Delivery“, für das das Unternehmen in den vergangenen Jahren sukzessive in 25 europäischen Städten emissionsfreie Liefergebiete eingerichtet hat, in denen nur E-Lkw oder Lastenräder unterwegs sind. Zuletzt hat Dachser auch in Düsseldorf eine solche emissionsfreie Zone für die letzte Meile geschaffen.

Aktuell hat Dachser nun zwei neue E-Lkw für seine Logistik in Spanien eingeflottet – und dabei handelt es sich um ein eher außergewöhnliches Modell, denn bisher kamen fast nur Fahrzeuge europäischer Marken zum Einsatz. Nun aber hat Dachser in Spanien zwei ETM6 des chinesischen Herstellers BYD in Betrieb genommen. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen kompakten 7,5-Tonner mit einer Länge von 5,95 Metern, einer Breite von 2,10 Metern und einer Höhe von 2,94 Metern. Die Nutzlast liegt je nach Konfiguration bei bis zu 4 Tonnen. Die Batterie bietet eine Kapazität von 126 kWh und die Reichweite soll bei knapp 200 Kilometern liegen.

Die E-Lkw sollen in den Logistikzentren von Dachser in Barcelona und Valencia zum Einsatz kommen. Der Kaufentscheidung gibt ein mehrmonatiger Tests des Fahrzeugs voraus, bei dem das Personal von Dachser rund 3.500 Kilometer mit einem ETM6 zurücklegen konnte.

„Die Elektrifizierung des Transportwesens ist ein zentraler Pfeiler unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Die Testphase hat es uns ermöglicht, die Leistung der BYD-Elektrofahrzeuge unter realen Betriebsbedingungen zu bewerten und zu bestätigen, dass sie unsere hohen Ansprüche an Zuverlässigkeit, Effizienz und Kundenservice erfüllen. Die Anschaffung dieser Fahrzeuge ist ein weiterer Schritt in unserem Engagement für emissionsarme Logistik “, so Alberto Gil, Teamleiter Energiemanagement & Nachhaltigkeit bei Dachser.

Domenico Gostoli, Leiter Nutzfahrzeuge bei BYD Europe, erklärte: „Dies ist der erste Schritt hin zu einer starken und dauerhaften Partnerschaft . Wir verstehen die Elektrifizierungsbedürfnisse von Dachser und unterstützen sie vollumfänglich bei diesem Übergang. Dies ist ein Meilenstein für beide Unternehmen und für jeden Endkunden, der von emissionsfreien Lieferungen profitiert.“

Auch wenn der ETM6 auf europäischen Straßen noch ein Exot ist, so sind die zwei neuen Exemplare von Dachser doch nicht ganz alleine: So hat das niederländische Logistikbündnis Top Delivery Services bereits 2021 zehn Einheiten des ETM6 für den Einsatz für Ikea bestellt. In anderen Ländern wie Ungarn, Polen oder der Schweiz gibt es zumindest öffentlich bekannte Vertriebspartner für die E-Lkw von BYD.

linkedin.com, eletric-vehicles.com, transporte3.com

9 Kommentare

zu „Dachser setzt erstmals E-Lkw von BYD ein“
ioniqKnechter
16.02.2026 um 18:43
Ehy Moin erst ma... Bei einer Gesamtreichweite von 320 km inklusive eines HPC-Stopps in der vorgeschriebenen 45 min Pause (10–80 % für 34,40 €) und der100%% Depot-Grundladung (für 20ct = 25,20 €) profitiert man massiv davon, dass im typischen Regionalverkehr nur etwa 50 % der Strecke tatsächlich mautpflichtig sind, was dank des E-LKW-Rabatts und der Mautfreien Landstraßenabschnitte die Gesamtkosten auf ca. 66 € reduziert und die Fahrt im Vergleich zum Diesel (ca. 126 €) um fast die Hälfte verbilligt. Bei einer täglichen Fahrleistung von 300 km (5 Tage/Woche) spart man mit dem E-LKW pro Jahr beeindruckende 17.196 € gegenüber einem Diesel-LKW ein. Die Kalkulation für ein Jahr (260 Arbeitstage)
400Gon
17.02.2026 um 06:37
Dazu kommt noch der Erlös aus der THG Prämie für N2 Fahrzeuge (Lkw unter 12to) von ca. 1000 - 3000€/Jahr
Jans-Ernst Wagner
16.02.2026 um 23:27
und Verdi streikt... .
Hoppe 63
17.02.2026 um 06:32
Die Frage ist,was der Bock mehr kostet als ein Diesel! Wenn das sechsstellig wird nützen die 17tsd € im Jahr auch nix...
Cooli
17.02.2026 um 08:55
Ich bin kein Logistiker aber Dachser wird dabei schon die richtigen Leute für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit von e Lkws einbezogen haben . Und wenn es sich rechnet . Na klar warum nicht . Den letzt endich geht es ums Geld verdienen in diesem Job .
Max
17.02.2026 um 11:19
Schön divers die Runde...
dothebart
17.02.2026 um 12:40
Schade, das nur von 350 weiteren Elektro-LKW gesprochen wird, aber nicht welche Groesse diese haben, und ob da auch schon andere 7,5ter dabei sind.
Melchior von Fuchshaim
23.02.2026 um 11:22
4 Tonnen Nutzlast das ist doppelt so viel wie bei einem Verbrenner und das mit einer schweren Batterie (auch wenn echt winzig 200 Km Reichweite ) schöner Werbegag. Weiter, 200 km bedeutet im Winter ca. 125 Km es gibt nur ganz wenige Touren die so wenig Km besitzen. Bsp. von Dachser Berlin Schönefeld könnte man 1 Kunden in Potsdam beliefern, danach müsste man wieder umdrehen um aufzuladen. Thema Pause nutzen beim aufladen, abgesehen davon daß es arbeitsrechtlich fraglich ist ob es nicht doch Arbeitszeit ist. Eine so kleine Batterie benötigt bei genügend Watt maximal 10 min auf 80-90%.Eine Pausenzeit wird erst ab 15 Minuten, die zweite Pause erst ab 30 Minuten Unterbrechung gebucht. Eine zweite Pause von nur 15 Minuten ist nicht zulässig und wird nicht gebucht also auch von daher nicht praktikabel. Schöne Idee aber leider nur bei ganz ganz.... wenigen Touren praktisch umsetzbar. 4 Tonnen Nutzlast p.s. bin ein Fan von E-Mobilität aber so ein Schwachsinn schadet der Akzeptanz!
eTrucker Dennis
23.02.2026 um 12:25
Die ETM6 werden in Barcelona und Valencia eingeflottet, nicht in Schönefeld. Das Personal von Dachser hat die ETM6 in Spaninen über mehrere Monate getestet und für sehr gut befunden. Die Kollegen in Spanien wissen am besten, welcher eLKW für welches Szenario der letzten Meile geeignet ist. Es ist völlig dämlich, aus den technischen Daten abzuleiten, diese LKWs wären Schwachsinn! Und NEIN, es ist arbeitsrechtlich NICHT fraglich ob Laden zur Arbeitszeit gehört, weder in Spanien noch in der restlichen EU. Wenn unsere Flotte Nachts im Depot lädt, ist auch kein Dennis als Wächter da.

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