Diesel-Revival bei mehreren Stellantis-Modellen in Europa

Stellantis lässt laut einer Auswertung von Händler-Websites Dieselversionen von mindestens sieben Pkw- und Transportermodellen in Europa wieder aufleben – obwohl sie zuvor bereits aussortiert wurden. (Update am Artikelende)

Opel astra diesel konfigurator screenshot
Bild: Screenshot

Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und spricht von einem „bisher nicht gemeldeten Strategieschwenk“. Seit Ende 2025 habe Stellantis damit begonnen, in Europa wieder Dieselversionen mehrerer Modelle einzuführen, bei denen der Selbstzünder zuvor schon aus dem Angebot gestrichen worden war. Als Beispiele werden etwa der Peugeot 308, Opel Astra und der DS N°4 genannt, sowie verschiedene Personentransporter. Darunter sind etwa der Opel Combo Van, der Citroën Berlingo und der Peugeot Rifter.

Gerade bei den Kastenwagen und Vans hatte Stellantis schon zuvor in einzelnen Märkten den Umstieg auf ein reines Elektro-Portfolio gewagt, diese Entscheidung aber schon kurze Zeit später aufgrund der Nachfrage-Entwicklung revidiert. In diesem Segment ist der Dieselmotor noch besonders gefragt.

Bei den beiden von Reuters genannten Pkw-Modellen von Peugeot und DS sind im deutschen Konfigurator in der Tat Diesel-Versionen zu finden, ganz oben werden aber zunächst die rein elektrischen Ableger angezeigt. Zuletzt hatten die Stellantis-Marken vor allem auf die Kombination aus Batterie-elektrischen Fahrzeugen und Benzin-Hybriden gesetzt, um die Nachfrage zu bedienen.

Wie die Nachrichtenagentur schreibt, sollen neben der neuen, globalen Strategie des Multi-Marken-Autobauers auch die bisher hinter den Erwartungen liegenden Absatzzahlen der Elektrofahrzeuge stehen. Und: Die neuen chinesischen Konkurrenten, die auf den europäischen Markt drängen, machen das meist mit rein elektrischen Antrieben oder Benzin-Hybriden – aber nicht im Diesel-Segment. Hier sieht Stellantis offenbar eine Möglichkeit, sich für die europäischen Kunden zu differenzieren.

Nachdem Reuters den Konzern mit den Erkenntnissen der Auswertung der Händler-Websites konfrontiert hat, bestätigt Stellantis das Vorgehen: „Wir haben beschlossen, Dieselmotoren in unserem Produktportfolio zu behalten und – in einigen Fällen – unser Angebot an Antriebssträngen zu erweitern. Bei Stellantis wollen wir Wachstum generieren, deshalb konzentrieren wir uns auf die Kundennachfrage“, heißt es in der Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur.

Aber: Genau diese Kundennachfrage ändert sich in Europa derzeit – zu Ungunsten des Diesels. Gemäß der 2025er Statistik des europäischen Branchenverbands ACEA waren im vergangenen Jahr 34,5 Prozent aller in der EU verkauften Neuwagen ein Hybrid, 26,6 Prozent reine Benziner und 17,4 Prozent E-Autos – diese drei Antriebsarten machen über 75 Prozent des EU-Absatzes aus. Der Dieselmotor, der 2015 noch für knapp die Hälfte des Absatzes stand, liegt hingegen mit 8,9 Prozent bei unter einem Zehntel. Allerdings sind auch unter den Hybriden noch zahlreiche elektrifizierte Selbstzünder enthalten.

Update 11.03.2026: Stellantis vertritt seine Multi-Energie-Strategie nun erstmals offensiv in Form einer neuen Bekanntgabe zum Citroën Berlingo: Darin wird die Rückkehr der Dieselversionen 100 und 130 sowie des Benziners 110 angekündigt. Der Elektro-Berlingo bleibt im Sortiment, die Entscheidung auch wieder Verbrenner ins Sortiment aufzunehmen begründet Citroën derweil mit der Alltagstauglichkeit: „Die Entscheidung ist klar praxisorientiert: Sie richtet sich an Vielfahrer, Familien mit regelmäßig langen Strecken sowie an Kundinnen und Kunden ohne eigene Lademöglichkeit.“

reuters.com, opel.de (Opel-Konfigurator des Astra als Beispiel), media.stellantis.com (Update)

4 Kommentare

zu „Diesel-Revival bei mehreren Stellantis-Modellen in Europa“
Steve K.
16.02.2026 um 10:36
Wenn man keine E Autos bauen kann, setzt man eben auf den Diesel, die Zulassungszahlen lassen das zu, da macht man alles richtig! Viel Erfolg!
Talis
16.02.2026 um 13:16
In 5 Jahren ist der Diesel praktisch weg vom Fenster (außer vielleicht bei Premium-Fabrikaten - aber das ist eine ganz andere Liga!). Ich bin gespannt, ob die nun zusätzlich für Stellantis entstehenden Kosten auch nur annähernd wieder reingeholt werden können. Das wirkt so wie das berühmte tote Pferd.
Manfred Stummer
17.02.2026 um 08:45
Ob ein neuer Besen (Filosa) tatsächlich besser kehrt darf in diesem Fall bezweifelt werden. Oder biedert man sich hier, wieder einmal, Trump an? Wenn das nicht in die Hosen geht...
Wilf
17.02.2026 um 13:17
Hätte nie gedacht mir mal Stellantis Aktien zu kaufen. Bei einer Marktkapitalisierung von ca. 18 Milliarden Euro habe ich genau das gemacht. Das ist ein kurzfristiges Investment, denn mittelfristig wird die Firma kaum überleben. Bei 25% Steigerung wäre sie halb so viel wert wie Volkswagen. Das Potenzial sehe ich in den nächsten 18 Monaten.

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