Karma Automotive validiert Feststoffbatteriezellen von Factorial

Karma Automotive liebäugelt damit, die Feststoffbatterie-Technologie von Factorial Energy in seine Fahrzeugplattform der nächsten Generation zu integrieren – beginnend mit dem vollelektrischen Karma Kaveya, einem für Ende 2027 geplanten Supersportwagen.

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Bild: Factorial Energy

Karma Automotive und Factorial geben bekannt, gemeinsam ein Pkw-Produktionsprogramm für Feststoffakkus zu starten. Dazu soll die Technologie von Factorial in die Plattform von Karma integriert werden. Ziel sei, die Festkörperbatterielösung „in einer Pkw-Serienumgebung zu validieren“. Ein erstes Fahrzeug für die Technologie haben die Partner auch schon im Auge: Debütieren soll der Ansatz in dem für 2027 geplanten Karma Kaveya, einem Supersportwagen mit gut 735 kW und über 320 km/h Topspeed.

Den Fokus wollen beide Seiten dabei auf die „FEST“ genannte Technologie (Factorial Electrolyte System Technology) von Factorial legen. Diese basiert auf einer Lithium-Metall-Anode und einem Polymer-Separator. Im Juni 2024 kamen bereits B-Muster dieser Feststoffzellen mit mehr als 106 Ah Ladekapazität in Umlauf. Diese sollen auf eine Energiedichte von 391 Wh/kg kommen – ob auf Zell- oder Systemebene präzisierte der Entwickler allerdings nicht. Auch Stellantis hat die FEST-Zellen inzwischen validiert.

Grundsätzlich handelt es sich bei Factorial Energy um einen allen voran von Mercedes-Benz, Stellantis sowie Hyundai-Kia unterstützten US-Spezialist für Feststoffbatteriezellen. Das Unternehmen verfolgt neben seiner FEST-Technologie noch weitere Entwicklungsstränge: So arbeitet die Firma – explizit zusammen mit Mercedes – auch an Zellen mit dem Markennamen Solstice, die bisher erst A-Muster-Status haben, aber dafür durch noch eine höhere Energiedichte und durch ein Trockenkathoden-Beschichtungsverfahren punkten sollen. Im September 2024 versprach Factorial für sein Solstice-Produkt eine Energiedichte von bis zu 450Wh/kg (auch hier keine Präzisierung zu Zell- oder Packebene) und somit eine um bis zu 80 Prozent erhöhte Reichweite für E-Autos. Vor einiger Zeit meldete das Unternehmen zudem den nächsten Schritt, indem dieser Zelltypus auf eine Ladekapazität von 40 Ah gebracht wurde.

Doch zurück zur Kooperation mit Karma, die auf der FEST-Technologie fußt. Diese sei so konzipiert, dass sie in die heutigen Lithium-Ionen-Batteriefabriken integriert werden kann, teilt Factorial mit. „Die Produktion der FEST-Zellen funktioniert mit bis zu 80 Prozent der vorhandenen Lithium-Ionen-Fertigungsanlagen“, heißt es. Dies soll eine schnelle Skalierung des kommerziellen Produktionsprogramms von Factorial mit Karma Automotive ermöglichen.

„Karma Automotive wurde gegründet, um die Grenzen dessen, was ein Ultra-Luxusfahrzeug bieten kann, zu erweitern, und Kaveya ist das Fahrzeug, mit dem Karma im November 2023 wieder in Erscheinung trat“, sagt Marques McCammon, Präsident und Chief Executive von Karma Automotive. „Allerdings haben wir die Markteinführung 2025 verschoben, da wir noch keinen klaren Weg sahen, um das kompromisslose Fahrerlebnis zu bieten, das von einem amerikanischen Hersteller von Ultra-Luxusfahrzeugen erwartet werden sollte. Durch die Partnerschaft mit Factorial und die Integration von FEST können wir nun nicht nur dieses Erlebnis bieten, sondern auch den Weg für stärkere, stabilere elektrifizierte Antriebssysteme für Karma-Besitzer und die gesamte Branche ebnen.“

Siyu Huang, CEO von Factorial, ergänzt: „Der Start unseres ersten US-amerikanischen Pkw-Programms mit Karma ist ein bedeutender Meilenstein für Factorial. FEST wurde für Skalierbarkeit entwickelt, und dieser Meilenstein unterstreicht nicht nur die Energie und Leistung, die die Festkörpertechnologie bieten kann, sondern auch die weltweite Führungsrolle der US-amerikanischen Technologieinnovatoren.“

Karma Automotive wurde 2014 gegründet und ist zum einen Hersteller von elektrifizierten Luxus-Fahrzeugen und zum anderen B2B-Dienstleister mit Hauptsitz im kalifornischen Irvine und einer Produktionsstätte in Moreno Valley. Im Jahr 2020 kamen zwischenzeitlich Gerüchte um Liquiditätsengpässe auf, außerdem ein Gerichtsstreit mit Lordstown wegen Diebstahls von geistigem Eigentum. Seitdem war es lange ruhig um das Unternehmen. Inzwischen bezeichnet sich Karma auch als Pionier im Bereich Range-Extender-Fahrzeuge (EREV). Für das laufende Jahr sollen noch der Gyesera Hybrid EREV Viersitzer und das Amaris Hybrid EREV Coupé in der Launch-Pipeline sein.

businesswire.com

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