Sozialleasing belebt Frankreichs Elektroauto-Privatmarkt

In Frankreich machten reine Elektroautos im Januar 25,3 Prozent aller Zulassungen aus. Vor allem im Privatmarkt zieht die Nachfrage stark an. Laut dem Verband Avere France, der die monatlichen Zulassungszahlen veröffentlicht, hat die jüngste Runde des französischen „Sozialleasings“ daran großen Anteil.

Renault e tech electric
vollelektrischer Renault 5
Bild: Yannik Brossard / DPPI Media

Konkret 33.302 reine Elektrofahrzeuge wurden im Januar in Frankreich neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs um rund 50 Prozent bei einem über alle Antriebsarten gesehen rückläufigen Neuwagenmarkt. Der Elektro-Anteil an allen Neuzulassungen stieg dadurch im Januar auf 25,3 Prozent. Sprich: Jedes vierte neue Fahrzeug war in Frankreich im Januar ein batterie-elektrisches Modell (BEV). Das geht aus Zahlen des Verbands Avere France hervor.

„Das Jahr 2026 beginnt mit einem außergewöhnlichen Januar“, konstatiert dessen Generaldelegierter Clément Molizon. Der Januar setze die seit September 2025 zu beobachtende Dynamik fort. „Vor allem dank der Auslieferungen im Rahmen des Sozialleasings 2025 stieg der E-Anteil im Segment der privaten Pkw allein auf 28,6 Prozent.“ Auch hebt sich der Januar laut Molizon deutlich von den Vorjahren ab – „mit einem für einen Jahresbeginn beispiellosen Zulassungsvolumen, das gegenüber Januar 2025 um mehr als 50 Prozent gestiegen ist.“

Sortieren wir die Zahlen noch einmal ein wenig: Bei den 33.302 reinen Elektrowagen (darunter 30.594 Pkw und 2.708 leichte Nutzfahrzeuge) im Januar griffen fast hälftig Privatpersonen (48,8%) und Gewerbetreibende (51,2%) zu. Im Privatwagensegment machten die BEVs damit 28,6% aller Neuzulassungen aus. Hier hatte also bereits mehr als jeder vierte Wagen einen rein strombetriebenen Antrieb. Gegenüber dem Vorjahresmonat ein Zuwachs von sehr starken 53,6 Prozent. Dieser Teilmarkt entwickelte sich also nochmals dynamischer als der Elektroautomarkt insgesamt.

Grund für diesen Aufwind ist wie schon angesprochen vor allem das E-Auto-Förderprogramm „leasing social de voitures électriques“. Dessen zweite Runde ist im Januar zu Ende gegangen und die Zulassungen aus diesem Programm werden sich nun nach und nach in der Statistik bemerkbar machen. Denn: 50.000 Fahrzeuge sind in Runde zwei bewilligt worden. Die Leasingraten liegen je nach Modell zwischen 95 und 195 Euro – und das ohne Anzahlung. Diese niedrigen Raten sind durch einen Zuschuss von bis zu 7.000 Euro pro Fahrzeug möglich, der auf den monatlichen Leasingpreis umgelegt wird. In der ersten Förderrunde lag der Zuschuss sogar bei bis zu 13.000 Euro. Beide Förderrunden zusammengerechnet, ermöglicht Frankreich damit nun bereits 100.000 Geringverdienern die günstige Nutzung eines Elektroautos.

Die beliebtesten angeschafften Elektroautos waren in Frankreich im Januar der Renault 5 (4.009 Einheiten), der Renault Scenic (1.954) und der Peugeot 208 (1.666). Die mit Abstand höchste Zuwachsrate hat aber der Skoda Elroq (875), der ebenso wie etwa der Peugeot 2008 und der Volkswagen ID.4 für das Sozialleasing in Frage kam. Auffällig: Die Top-7 sind allesamt französische Marken. Die Volkswagen-Stromer kommen nur auf Platz acht und neun.

Zu den 33.302 reinen Elektrofahrzeugen gesellten sich im Januar übrigens 5.112 Plug-in-Hybride (+ 2,8% YoY), wodurch der Anteil von Stecker-Fahrzeugen am Gesamtmarkt in Frankreich auf 29 Prozent stieg. Allerdings vereinen die Teilzeitstromer mit 3,9 Prozent nur einen relativ kleinen Marktanteil auf sich.

avere-france.org (auf Französisch)

3 Kommentare

zu „Sozialleasing belebt Frankreichs Elektroauto-Privatmarkt“
ioniqKnechter
16.02.2026 um 19:29
Ehy Moin erst ma... Ein „Social Leasing“ in Deutschland verhindert Preistreiberei der Hersteller nur, wenn die Förderung über feste Preisdeckel und einen direkten „Mobilitäts-Gutschein“ an die Bürger fließt. Wenn ein strikter Preisdeckel (z. B. max. 35.000 € Listenpreis) als Teilnahmekriterium gilt zwingt es Hersteller dazu, ihre Preise niedrig zu halten statt die Förderung einzustreichen. So könnten Geringverdiener und Alleinerziehende mit einem Nettoeinkommen unter ca. 2.200 € im Monat (ca. 26.650 € Brutto/Jahr) durch staatliche Zuschüsse E-Autos für eine Fixrate von etwa 100 € leasen, ohne dass Konzerne die Preise künstlich aufblähen können. Mit Robert hätte es klappen können, aber nun haben wir ein Stadtbild Kanzler der zweiten Wahl u seine Gas Kathi.
Volker Jaschke
17.02.2026 um 07:58
Solange die Käufer in D schlau genug sind und ihre Einkommen dem Verkäufer nicht offenlegen und hart verhandeln, könnten sie Rabatt UND Prämie mitnehmen. Aber sind sie das? Ob das auch beim Leasing klappt kann ich nicht sagen, das ist für mich eh Teufelszeug....
Danny Dobratz
17.02.2026 um 13:33
Ich bin selber Autoverkäufer und kann deinen Kommentar nicht so richtig einordnen. Was meinst du damit, dass die Käufer in Deutschland "schlau genug" sind? Für mich spielt die aktuelle Prämie im Verkauf keine Rolle. Ich sage den Kunden, was prinzipiell möglich ist und dass ich gern bei der Antragstellung behilflich sein werde. Aber mir gegenüber ist doch niemand verpflichtet, sein Einkommen offenzulegen?! Ich sage dem Kunden, dass er einen Antrag stellen kann und er eventuell Förderung bekommen wird. Aber auf den Kaufvertrag zwischen dem Kunden und mir, hat doch die Prämie keinen Einfluss. Wenn das Fahrzeug zum Beispiel 32.000 EUR kostet, steht das auch so im Vertrag. Und der Kunde kann sich dann eventuell 3.000 - 6.000 EUR über den Staat zurückholen. Also muss mich ja niemand austricksen. Oder verstehe ich deinen Kommentar nur falsch?

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