Nio stellt Struktur im Europa-Geschäft um

Der chinesische Elektroauto-Hersteller Nio hat eine umfassende Umstrukturierung seiner Aktivitäten in Europa bestätigt. Die Organisation soll künftig vermehrt über Europa koordiniert und nicht mehr länderspezifisch gesteuert werden. In diesem Zuge verlässt auch Deutschland-Chef David Sultzer das Unternehmen.

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Bild: Nio

Wie zunächst die CnEVPost berichtet hat, hat Nio vor dem chinesischen Neujahr 2026 ein internes Memo verschickt, in dem die neue Geschäftsstruktur angekündigt wurde. Die neue Struktur ist demnach nicht mehr nach Ländern unterteilt, sondern nach Geschäftsfunktionen neu organisiert.

Das hat ein Sprecher von Nio Deutschland auf Anfrage von electrive bestätigt. „Nio hat kürzlich seine europäische Organisationsstruktur angepasst, um die Zusammenarbeit zu stärken und die operative Effizienz in der Region zu verbessern“, so der Sprecher. „Die Änderungen von einer länderspezifischen Struktur hin zu einer stärker koordinierten europäischen Funktionsstruktur folgen Nios übergeordneter europäischer Strategie und sollen die Qualitätsstandards stärken, die Benutzererfahrung verbessern und eine effizientere Umsetzung in allen Märkten gewährleisten.“

Lässt Nio den Direktvertrieb fallen?

Diese Änderung wird nicht nur Auswirkungen auf die Nio-Organisation und die Arbeit der Teams haben, sondern könnte auch das Vertriebsmodell in einigen Märkten beeinflussen – eventuell auch in Deutschland. Wie die CnEVPost erfahren haben will, könnten die Aktivitäten in Deutschland, den Niederlanden und Schweden auf ein Händlermodell umgestellt werden. Bisher setzt Nio in diesen Märkten auf den Direktvertrieb, ist also selbst für die Verkaufsstandorte, Auslieferungszentren und Service-Betriebe verantwortlich. In Norwegen soll es aber wohl beim Direktvertriebsmodell bleiben, wie es in dem Bericht aus China heißt.

Das wird aus der Deutschland-Zentrale in München zwar nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. „Die strukturellen Änderungen betreffen interne Prozesse und Arbeitsabläufe und zielen darauf ab, die Koordination in ganz Europa weiter zu verbessern und unseren Nutzern noch besser zu dienen“, so der Sprecher eher allgemein. „Europa bleibt für Nio eine strategisch wichtige Region, und unser Engagement gegenüber Nutzern, Partnern und Teams in der gesamten Region bleibt unverändert.“ Die Geschäftstätigkeit laufe wie gewohnt weiter.

Nicht weiter geht es hingegen für David Sultzer, der seit Mitte 2024 General Manager für den deutschen Markt war und nach mehreren Chefwechseln etwas Konstanz in die Arbeit von Nio in Deutschland gebracht hatte. „Im Zuge dieser Anpassungen hat David Sultzer seine operative Rolle als General Manager von Nio Deutschland niedergelegt“, bestätigt der Nio-Sprecher die entsprechenden Informationen aus China. „Wir danken ihm für seinen Beitrag zum Aufbau des Geschäfts in Deutschland und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“

Nio ist im Oktober 2021 in Europa aktiv, zunächst in Norwegen. Später wurde das Geschäft auf Deutschland, die Niederlande und Schweden erweitert. Dabei hat das Unternehmen vorrangig auf den Direktvertrieb gesetzt, der zwar die besten Kundenbeziehungen verspricht, aber auch kapitalintensiv ist. Aufgrund der Kosten hat sich Nio seitdem für andere Vertriebsmodelle geöffnet, in Ungarn arbeitet das Unternehmen etwa mit der lokalen Handelsgruppe AutoWallis zusammen.

Quelle: Info per E-Mail, cnevpost.com

4 Kommentare

zu „Nio stellt Struktur im Europa-Geschäft um“
M. Konrad
06.03.2026 um 07:24
Nio Schweiz? Firefly long range?
Paul-Gerhard Fenzlein
06.03.2026 um 07:59
Das ist eine wichtige, richtige und vor allem überfällige Entwicklung. Die Sichtbarkeit der Marke. NIO war im letzten Jahr nicht mehr gegeben, beziehungsweise nur mit negativen Nachrichten. Und das muss ich dringend ändern. NIO muss ich technologisch und von seiner Fertigungs-Qualität stärker mit dem entsprechenden Wettbewerb von Audi, BMW, Mercedes und Porsche positionieren und kenntlich machen. Dabei muss. NIO, deren Autos immer als überteuert dargestellt werden, den direkten Vergleich mit den deutschen Premium Marken aufzeigen. Und auch, der Vorteil, den das Batteriemieteystem (BaaS) mit sich bringt besser kommunizieren und erklären! Und wenn es NIO gelingt, zusammen mit Partnern in Europa das Power Swap, Station Netzwerk weiter auszubauen, dann könnte NIO auch in Deutschland wieder erfolgreich werden.
AxelK
06.03.2026 um 22:40
Batteriemiete und Power Swap Stationen sind Relikte aus der Dekade 2010-2020. Die Ladeleistungen aktueller BEVs machen das NIO Modell hier in Europa obsolet. Und es ist zu teuer, für Hersteller wie für den Verbraucher. Die Autos sind technisch sehr gut, keine Frage, aber es sollte nicht verwundern, wenn NIO sich hier in Europa langsam aber sicher vom Markt verabschieden wird.
Wolfgang
09.03.2026 um 15:54
Batteriewechsel und - miete weg. Ladeleistung bei über 200kw. Alles andere ist Konkurrenzfähig. In China läuft das Modell in Europa steht die Akzeptanz auf einem ganz anderen Blatt. Ich finde Auto gelungen, nur mit antiquierten Preismodellen wird das nichts. 1 Auto-Verkauf im Januar ist erschreckend.

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