Aral Pulse nimmt erste Megawatt-Ladeparks für E-Lkw in Betrieb

Aral Pulse hat in Deutschland seine ersten Megawatt-Ladestandorte für Elektro-Lkw in Betrieb genommen. An den vier zentral gelegenen Autobahn-Standorten Schwarmstedt (A7), Hannover (A2), Schnaittach (A9) und Rastow (A24) können schwere Nutzfahrzeuge somit nun mit bis zu 1.000 kW laden. Weitere Standorte sind aber bereits geplant.

Aral ladestation megawatt
Bild: Aral

Die zur BP-Gruppe gehörende Aral-Tochter betreibt in Deutschland zurzeit rund 4.000 Ladepunkte an fast 600 Standorten. Damit zählt sie im Pkw-Bereich zu den größten Schnellladeanbietern des Landes. Vor einigen Jahren begann Aral Pulse dann auch mit Lkw-kompatiblen Schnellladern zu experimentieren. Bislang setzte die eMobility-Sparte des Mineralölkonzerns bei ihren Standorten – darunter den schon 2023 eröffneten E-Lkw-Ladekorridor auf über 600 Kilometern der Rhein-Alpen-Verbindung – auf Ladesäulen mit CCS-Steckern und eine maximale Ladeleistung von 300 kW.

Im Hintergrund hat Aral Pulse parallel aber schon länger mit Hochdruck an ersten Megawatt-Ladestandorten gearbeitet. Im November 2025 bestätigte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber electrive dann auch, dass der Konzern in seinem „Aral pulse“-Ultraschnellladenetz in den kommenden Wochen die Megawatt-Ladetechnologie einführen werde – und zwar an den Standorten Königs Wusterhausen, Buchholz (Aller), Schnaittach, Rastow und Hannover.

Neben Hannover (A2) sind nun auch die geplanten Ladeparks mit Megawattladern am Autohof Schwarmstedt an der A7 (Anm. d. Red.: Dabei handelt es sich um Buchholz), Schnaittach an der A9 sowie Rastow an der A24 am Netz. Während die Lkw-Ladeparks in Hannover und Rastow über jeweils vier Durchfahrts-Ladebuchten verfügen, sind es in Schnaittach und Buchholz (Aller) sechs, die alle rund um die Uhr zugänglich sind.

Zum Einsatz kommt das Alpitronic-Schnellladesystem vom Typ HYC1000. Bei diesem System kann die Leistung von einem Megawatt auf bis zu acht einzelne Hypercharger verteilt werden. Jeder Hypercharger kann mit bis zu zwei CCS-Steckern (maximal 600 A, 600 kW), einem MCS-Stecker (maximal 1.500 A, 1.000 kW) oder aber einem CCS- und einem MCS-Stecker geordert werden. Für die letzte Variante hat sich Aral für seine Megawatt-Standorte entschieden.

Philipp Senoner, CEO von Alpitronic, erklärt: „Mit unserem Megawatt-Ladesystem wollen wir gemeinsam mit Aral pulse die Elektrifizierung des Schwerlast- und Langstreckenverkehrs vorantreiben. Ladezeiten von nur 30 bis 40 Minuten passen ideal zu den gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeitunterbrechungen und machen den Einsatz elektrischer Lkw im Logistikalltag wirtschaftlich und praktikabel. Durch die Kombination zweier Ladestandards ist der HYC1000 sowohl für die Anforderungen von heute ausgelegt als auch bereit für die nächste Generation elektrischer Nutzfahrzeuge.“

Die neuen Megawatt-Ladestandorte sowie die 28 bestehenden Aral-Pulse-Standorte für E-Lkw können mit dem Lkw-Filter in der „Aral Fuel & Charge“-App gefunden werden. Der Start und die Abrechnung des Ladevorgangs können über die „Aral Fuel & Charge“-Tank- und Ladekarte, Karten von Drittanbietern und gängige Debit- oder Kreditkarten erfolgen.

„Die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen ist ein wichtiger Hebel, um einen Beitrag zur Dekarbonisierung im Transportsektor zu leisten. Mit der Einführung von Megawatt-Ladetechnologie schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass auch große Flotten – insbesondere im Fernverkehr – ihre Fahrzeuge zuverlässig, schnell und wirtschaftlich elektrifizieren können“, sagt Alexander Junge, Aral-Vorstand für Elektromobilität, bei der Einweihung des Megawatt-Ladestandortes am Autohof Schwarmstedt an der Autobahn A7, der auch über eine neben dem Ladepark gelegene 4,6-MWp-Photovoltaik-Anlage Strom bezieht. „Für Aral ist das ein wichtiger Schritt, um unsere Kunden beim Wandel hin zu alternativen Transportlösungen aktiv zu unterstützen. Wir wollen auch in diesem Bereich erste Wahl unserer Kunden sein“, so Junge weiter.

Bei den vier Megawatt-Standorten wird es aber nicht bleiben. Die Inbetriebnahme des Standorts Königs Wusterhausen an der A10 soll in Kürze erfolgen, heißt es. Doch auch in Großbritannien sind die ersten Ladeparks dieser Art geplant. So sollen jeweils ein Megawatt-Standort in Ashford, Lymm und zwei weitere in Toddington entstehen.

Übrigens: Ganz ohne Förderung werden die Megawatt-Standorte hierzulande aber nicht umgesetzt. Die Einführung der Megawatt-Ladetechnologie markiert bei Aral Pulse den ersten Einsatz von Mitteln aus dem EU-Förderprogramm für alternative Kraftstoffinfrastrukturen (AFIF). Über die AFIF fördert die EU bekanntlich die Transformation des Straßen-, See-, Binnenschiffs- und Luftverkehrs im TEN-V, also weit über den in der Regel am meisten beachteten Straßenverkehr hinaus. Anfang des Jahres hatte BP Europe (Aral Pulse ist die E-Mobilitätsmarke von BP in Deutschland) im Zuge des Programms eine Förderzusage über 26,1 Millionen Euro erhalten, um 29 öffentlichen Ladestandorten für schwere Nutzfahrzeuge in Österreich, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden auszurollen.

aral.de

8 Kommentare

zu „Aral Pulse nimmt erste Megawatt-Ladeparks für E-Lkw in Betrieb“
Holger
12.03.2026 um 17:58
Fortissimo! Mit jedem neuen MCS-Standort demontieren wir die Heuchler der Wasserstoff-Industrie Stück für Stück.
WenigerRedenMehrMachen
13.03.2026 um 10:23
Wenn das Ihr (sprechen Sie bitte nur für sich) Antrieb ist, dann tun Sie mir leid. Ohne Feindbild geht's wohl nicht? Wirklich bemitleidenswert. Dieses völlig sinnlose Lagerdenken schadet der Sache nur, außer man braucht das halt zur Befriedigung der eigenen Charakterschwaechen. Ich nehme an, Sie gehen einem Beruf nach, der indirekt von den Anstrengungen der relevanten Spieler lebt , also den OEM EV, OEM Ladehardware und die Software Drittanbieterl, sowie den Installateuren. Also "irgendwas mit Klima/Energiewende Berater".?
Wasserstoff ist keine Lösung
13.03.2026 um 15:45
Holger spricht für uns alle! Wir haben es satt von der Bundes- und Landespolitik geblendet zu werden. Wasserstoff im Landverkehr ist ein Luftschloss und für Niemanden eine Lösung! Die H2-Lobbyisten machen sich die Taschen voll und entziehen der Elektromobilität wichtige Fördermittel. Es muss entschieden mehr Tacheles geredet werden!
entschieden Handeln statt Mitlaufen
13.03.2026 um 15:07
Zerlegt die hohlen Phrasen der Wasserstoff-Industrie und ihrer Profit-Tankstellen! Keine Macht den Fördermittel-Scammern! Schluss mit der hemmungslosen Verschwendung öffentlicher Gelder! Wasserstoffler sind Blender!
Michele99
12.03.2026 um 22:57
Alpi for the Win
erFahrer
13.03.2026 um 08:54
BP hat es eilig. Nur jetzt kann man sich die Netzkapazitäten (das Gold der Stromwirtschaft) sichern um den Markt zu kontrollieren und damit auch den Dieselabsatz länger zu sichern . Was heute der hochwillkommene Ladepark ist, wird morgen zur Notladestation verkommen. Liebe Spediteure nutzt Euere Depot-Flächen, baut PV und last Euch Leitungen von Windrädern* in den Hof legen, wenn ihr auch morgen noch kraftvoll liefern wollt *= Bürgerenergiegenossenschaften können das bereits. - siehe ERO -Regensburg.
Peter
02.06.2026 um 08:39
Wir sind ein dänisches Transportunternehmen und können NICHT an den Aral Truck Charger laden, da dort unsere Ladekarten und auch Routex Card nicht funktionieren. Wir können auch keine Aral Ladekarten bekommen, da wir ein außländisches Tranportunternehmen sind. Aral gibt ihre Karten nur an Unternehmen mit Sitz in Deutschland aus. Für uns ist das ein klarer Verstoß gegen EU-Recht, so benutzen wir, wenn es nötig ist, die PKW Ladeinfrastruktur!
Lennart
02.06.2026 um 11:07
Hallo Peter,wenn ihr Ladebedarf in Deutschland habt, so meldet euch gerne bei [email protected]. mblty betreibt ca. 25 truckfähige Standorte in Deutschland inkl. Durchfahrten und ist preislich sehr attraktiv.VG Lennart

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