Durchschnittspreis für E-Autos erstmals seit 2020 gesunken

Eine Analyse von Transport & Environment (T&E) zeigt, dass der Durchschnittspreis für E-Autos in der EU zum ersten Mal seit 2020 gesunken ist. Der Grund dafür sind die CO2-Ziele der EU-Kommission für Pkw. Diese sorgen dafür, dass die Autohersteller mehr erschwinglichere Modelle auf den Markt bringen.

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Bilder: Daniel Bönnighausen

Der durchschnittliche Preis für Elektroautos ist demnach 2025 in der EU um rund 1.800 Euro (-4 Prozent) auf 42.700 Euro gesunken, so T&E. Hauptgrund dafür sei die Einführung erschwinglicher Elektro-Kompaktwagen im B-Segment, in dem der Durchschnittspreis um 13 Prozent sank. Der Think Tank führt als Beispiele den Citroën ë-C3 und den Renault 5 an, die von den Herstellern rechtzeitig auf den Markt gebracht wurden, um die ursprünglichen CO2-Flottenziele für 2025 zu erreichen, die aber mittlerweile von der EU auf einen Drei-Jahres-Mittelwert zwischen 2025 und 2027 aufgeweicht wurden.

Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland, sagt: „Die Flottengrenzwerte helfen dem Klima und machen sich im Portemonnaie bemerkbar: Dank der CO2-Ziele gibt es in Europa nun endlich günstigere E-Autos. Wenn wir jetzt Kurs halten und die Ziele für 2030 nicht verwässern, sind neue E-Autos bald billiger als Verbrenner. Das hilft vielen Deutschen aus der fossilen Falle, die sie gerade wieder an der Zapfsäule spüren müssen.“

Bis 2024 lag der Fokus auf hochwertigen Modellen

Der gesunkene Durchschnittspreis in 2025 steht im Gegensatz  zum Zeitraum 2020 bis 2024, in dem der durchschnittliche Preis für E-Autos laut T&E um 5.000 Euro angestiegen war – weil sich die Hersteller in diesem Zeitraum vor allem auf größere, margenträchtigere Modelle konzentriert hatten wie etwa den Audi Q4 e-tron und Audi e-tron GT, den VW ID.4, ID.5 und ID.7, den BMW iX, i4 und i7, den Mercedes EQE und EQS oder den Porsche Taycan. Das war den Herstellern möglich, weil in diesem Zeitraum noch deutlich schwächere CO2-Flottenziele gegolten haben, die noch keinen großflächigen Rollout von günstigen E-Autos erforderten.

Immerhin: Der Fokus auf höhere Segmente scheint vorerst Geschichte zu sein. Auch für dieses Jahr haben die Hersteller bereits weitere erschwingliche E-Autos angekündigt, die die Durchschnittspreise und die CO2-Flottenwerte weiter drücken dürften. Beispielsweise der VW-Konzern mit der Kleinwagenfamilie aus VW ID. Polo und Cupra Raval sowie den Kompakt-SUV-Ablegern VW ID. Cross und Skoda Epiq. Für den ID. Polo peilt Volkswagen einen Startpreis von rund 25.000 Euro an, die anderen Modelle dürften leicht darüber liegen.

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Grafik: T&E

Bereits 2024 haben E-Autos in den Segmenten D und E eine Preisparität mit Verbrennern erreicht, so T&E. Elektroautos in den Segmenten A, B und C dürften bis 2030 Preisparität mit Verbrennern erreichen, wenn die Kostensenkungen an die Verbraucher:innen weitergegeben werden, erwartet T&E. Das könnte sich jedoch verzögern, wenn die EU die CO2-Flottengrenzwerte für 2030 abschwächt, wie es die Europäische Kommission vorgeschlagen hat. Ein durchschnittliches E-Auto könnte 2030 um 2.300 Euro teurer sein, als unter dem aktuellen Ziel, schätzt der Think Tank. Denn die Logik ist auch hier wieder: Werden die CO2-Flottenziele aufgeweicht, so ist es für Hersteller attraktiver, sich auf die margenträchtigen großen E-Autos zu konzentrieren, die allerdings nicht so hohe Absatzzahlen erreichen dürften wie kleinere Stromer.

Gesenkte CO2-Ziele könnten zu höheren Preisen führen

T&E mahnt daher an, dass die EU-Kommission die CO2-Flottenziele nicht weiter aufweicht.  Das CO2-Ziel für 2030 über drei Jahre zu mitteln, würde laut T&E-Prognose in 2030 zu einem Rückgang des Marktanteils von E-Autos bei den Neuzulassungen in der EU von 57 Prozent auf 47 Prozent führen. Die Forderung der Automobilindustrie, das Ziel über fünf Jahre zu mitteln, würde sogar nur zu einem Marktanteil von 32 Prozent im Jahr 2030 führen.

T&E-Experte Sebastian Bock sagt dazu: „Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, wir könnten unsere heimische Industrie durch eine Absenkung von Standards nachhaltig schützen. Wenn die C02-Ziele für 2030 gelockert werden, verzögert das lediglich den kommenden Preisrutsch bei E-Autos und sichert kurzfristige Margen und Dividenden auf Kosten der langfristigen Zukunftsfähigkeit. In der Zwischenzeit schläft die internationale Konkurrenz nicht: Chinesische Hersteller drängen bereits heute massiv in den europäischen Markt und überholen bei den Plug-in-Hybriden sogar unsere traditionsreichen Premiummarken. Deutschlands Antwort darauf muss technologische Exzellenz und globaler Führungsanspruch sein, nicht das Aufweichen von Zielen.“

transportenvironment.org

10 Kommentare

zu „Durchschnittspreis für E-Autos erstmals seit 2020 gesunken“
Robert
12.03.2026 um 11:06
"Bis 2024 lag der Fokus auf hochwertigen Modellen" Nö ich denke der Fokus lag auf teuere Fahrzeuge mit hohen Margen, und die so tun als seinen sie hochwertig jedenfalls stelle ich mir unter hochwertig vor so gut wie keine Wartungskosten und wenn diese Notwendig ist dann sehr gering kann ich derzeit nicht erkennen ausser bei Tesla
Talis
13.03.2026 um 13:44
Gerade Tesla?!? Die Marke, deren Fahrzeuge mit Abstand die höchste Mängelquote in der HU haben und deren Reparatur überdurchschnittlich teuer ist? Die meinst du?
Tesla ist super
13.03.2026 um 17:46
Lazar nicht.
Volker Jaschke
12.03.2026 um 11:30
Die Fixierung auf den Kaufpreis ist psychologisch nachvollziehbar aber unsinnig. Hersteller sollten Reparatur- und Wartungspauschalen über 10 Jahre anbieten, damit die Vollkosten besser zu berechnen sind.
Stephan K.
12.03.2026 um 17:00
"Elektroautos in den Segmenten A, B und C dürften bis 2030 Preisparität mit Verbrennern erreichen", sagt T&E - und biegt sich die Wahrheit vermutlich etwas zurecht, um ihr Narrativ zu bedienen. Bezogen auf die gleiche Ausstattung mag das durchaus gelten, bezogen auf die gleiche Reichweite aber kaum. Und das ist zumindest für Erst-/Ein-Autobesitzer das harte Kriterium. Der ID.Polo soll ab 25.000 Euro zu haben sein. Das wird auch der Verbrenner kosten. Die E-Variante hat dann aber nur eine 37-kWh-Batterie, was keinem Privatnutzer zu empfehlen ist. Und ob die sinnvolle 52-kWh-Variante preisgleich sein wird ... da bin ich doch mal sehr gespannt und skeptisch. Mein Corsa-e hat offiziell eine Netto-Kapazität von 45 kWh. Nach nun 5 Jahren hat er noch eine Kapazität von 91%. Wenn ich damit Autobahn fahren würde und zwischen 10 und 80 % lade, hätte ich tatsächlich 29 kWh zur Verfügung. Das reicht für nicht mal 150 km bei 120 km/h. Solch ein Kleinwagen ist ein toller Zweitwagen, aber wäre nie mein alleiniges Auto. Eine reichweitengleiche Preisparität ist m.E. bei Kleinwagen noch in weiter Ferne, bzw. wird es nie geben.
Stefan
13.03.2026 um 11:08
Wen man ein günstiges, reichweitenstarkes E-Auto sucht, sollte man sich vor allem im Gebrauchtwagenmarkt umschauen. Im Kleinwagennbereich gibt es dort aber nahezu nichts. Das geht erst ab Kompaktklasse los.
Max
13.03.2026 um 09:21
Danke, das trifft den Nagel für mich auf den Kopf. Ein nackter VW Polo für rund 20.000 Euro ist ein Auto, mit dem eine Familie mit zwei kleinen Kindern problemlos, bequem und schnell nach Italien, Kroatien oder Schweden oder sogar noch weiter in Urlaub fahren kann. Das wird mit ähnlich teuren Autos noch einige Zeit nicht so möglich sein. Aber womöglich darf man diese Fehleinschätzung vielen gar nicht übel nehmen: Sie arbeiten in Unternehmen und Organisationen mit hohen Einkommen, was den Blick verzerren kann, obwohl es vielleicht Menschen im Umfeld gibt (z. B. die eigenen Kinder), die ein wenig erden könnten.
Talis
13.03.2026 um 13:48
Nein, die Wahrnehmungsverzerrung liegt bei dir, nämlich bei dem kindischen "Das Neue soll unbedingt in ALLEN Dinge mindestens so gut sein wie das ALTE!!!!1111eins". Eine derartige Reichweite ist vielleicht für 5% der Nutzer relevant, für 95% hingegen nicht oder nur alle paar Jahre einmal. Mit derselben Argumentation könnte ich Verbrenner von Vornherein disqualifizieren, weil ich da ja extra mit großem Umweg an die Tankstelle fahren muss, um teuer Benzin zu tanken, wohingegen ich mein Elektroauto an die eigenen Wallbox hängen und supergünstigen PV-Strom laden kann. Ist sogar für einen größeren Anteil der Auto-fahrenden Bevölkerung relevant als dein "Mit dem Kleinwagen und der ganzen Familie durch halb Europa"-Szenario.
Stephan K.
16.03.2026 um 15:56
Lieber @Talis, das ist lächerlich. Problem ist doch, dass das Neue (E-Auto Kompaktklasse) in einem ganz maßgeblichen, nach den Kosten wohl wichtigsten Kriterium (Reichweite), nicht annähernd gleich gut ist wie das Bestehende. Die Menschen mit "supergünstigem PV-Strom" und eigener Wallbox können sich schon jetzt oft einen ID.4 oder besser mit großer Batterie leisten - und vielleicht noch einen E-Kleinwagen als Zweitauto. Um die geht es bei dieser Thematik doch gar nicht. Eine Familie, die aus Liquiditätsgründen "nur" einen Kleinwagen fährt, kann mit einem Verbrenner alle Fahrten abdecken und muss ein oder zweimal im Monat zum Tanken. Mit einem E-Auto geht dies nicht. Die wenigen langen Fahrten im Jahr lassen sich gar nicht vernünftig abdecken, und ein Laden ohne eigene Wallbox ist auf jeden Fall deutlich aufwändiger. Nur rund jeder 7. Haushalt in DE hat eine eigene PV-Anlage - in der EU (außer Niederlande) ist der Anteil noch viel geringer.
Kassler
13.03.2026 um 16:50
Schalt mal einen Gang zurück, Lazar!

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