Honda streicht drei für die USA geplante Elektromodelle
Honda hat offiziell die Entwicklung und Markteinführung von drei Elektromodellen gestoppt, die ursprünglich für die Produktion in Nordamerika vorgesehen waren. Dabei handelt es sich um eine Oberklassen-Limousine sowie ein mittelgroßes SUV der „Serie 0“, deren Prototypen Honda erstmals Anfang 2025 auf der CES in Las Vegas gezeigt hatte. Weiterhin betroffen ist das SUV-Coupé RSX der Performance-Marke Acura, das bereits in der zweiten Hälfte 2026 auf den Markt kommen sollte.
Hintergrund ist die deutliche Verlangsamung des Elektroauto-Markts in den USA, die durch die Lockerung von Vorschriften für fossile Brennstoffe und Änderungen bei EV-Kaufanreizen beeinflusst wurde. Gemeint dürften hier u.a. das Auslaufen der US-Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar zum 30. September 2025 sowie die gelockerten Abgasregeln für Verbrenner der Trump-Regierung sein. Zugleich hätten sich aber auch die US-Zölle für Verbrenner und Hybride negativ auf das Geschäft ausgewirkt, so Honda.
Zugleich räumt der japanische Hersteller auch ein, die Entwicklungen in China unterschätzt zu haben: In China habe sich der Fokus der Autokäufer zunehmend von Hardware-Merkmalen wie Kraftstoffeffizienz und Innenraumgröße hin zu softwarebasierten Funktionen entwickelt, die sich kontinuierlich an die Kundenpräferenzen anpassen.
In China hätten aber die neuen, reinen Elektroautohersteller mit kurzen Produktentwicklungszyklen und Stärken im Bereich softwaredefinierter Fahrzeugtechnologien (SDV) einschließlich fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme (ADAS) aktuell die Nase vor. „In diesem schwierigen Wettbewerbsumfeld konnte Honda keine Produkte mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis als die neueren Elektroautohersteller anbieten, was zu einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit führte“, schreibt Honda in seiner Pressemitteilung.
All diese Faktoren haben neben der Streichung der oben erwähnten neuen Modelle selbst weitere ernsthafte Konsequenzen: Das Unternehmen rechnet mit einem finanziellen Schaden im Milliardenbereich dadurch, dass der Honda 0 SUV, der Honda 0 Saloon und der Acura RSX nun nicht auf den Markt kommen werden. Konkret geht es dabei um Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Werte in Höhe von 820 Milliarden bis 1,12 Billionen Yen, das sind umgerechnet ca. 4,5 bis 6,1 Milliarden Euro. Und unter Einbeziehung künftiger Kosten im Zusammenhang mit dieser Neuausrichtung schätzt Honda den Gesamtaufwand sogar auf bis zu 2,5 Billionen Yen (ca. 13,5 Milliarden Euro). Dadurch rechnet Honda nun fürs am 31. März 2026 endende Geschäftsjahr mit einem Verlust vor Steuern von 310 bis 610 Milliarden Yen (1,7 bis 3,3 Milliarden Euro).





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