Erstes Auto auf Xpeng-Plattform: VW Anhui startet Produktion des ID.UNYX 08

Volkswagen Anhui hat in seinem Werk in der chinesischen Stadt Hefei die Serienproduktion des ID.UNYX 08 begonnen. Das Besondere an dem Elektro-SUV: Es ist das erste Fahrzeug, das in Zusammenarbeit mit dem chinesischen E-Auto-Hersteller Xpeng entwickelt wurde, an dem VW eine Beteiligung hält.

Volkswagen idunyx produktionsstart
Bild: VW

2023 hat Volkswagen eine enge Partnerschaft mit Xpeng für den chinesischen Markt bekanntgegeben und sich mit rund fünf Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Seitdem feilen beide Partner zusammen mit VWs IT-Sparte Cariad an einer neuen Plattform, die sich China Electronic Architecture (CEA) nennt und im Januar 2026 die Serienreife erreicht hat. Diese CEA soll als erstes im ID.UNYX 07 eingesetzt werden, einer Elektro-Limousine, die mit 4,85 Meter Länge rund elf Zentimeter kürzer als der europäische ID.7 ausfällt und mit 170 kW motorisiert ist.

Doch noch vor dem Marktstart dieses ersten CEA-Modells hat Volkswagen nun in Anhui die Serienproduktion des fast namensgleichen ID.UNYX 08 gestartet, der im November 2025 vorgestellt wurde. Dessen Besonderheit: Der E-SUV basiert zwar noch nicht auf der CEA, entstand aber dennoch in Koproduktion mit Xpeng. Konkret nutzt der ID.UNYX 08 die sogenannte Edward-Plattform von Xpeng, auf der auch der E-SUV Xpeng G9 steht. Volkswagen betont die hohe Entwicklungsgeschwindigkeit: Der ID.UNYX 08 habe innerhalb von 24 Monaten Serienreife erlangt.

Zum Auto selbst: Der ID.UNYX 08 ist glatte fünf Meter lang, 1,95 Meter breit und 1,69 Meter hoch bei 3,03 Metern Radstand. Damit ist der ID. UNYX 08 etwas größer als der aktuelle Xpeng G9 (4,89 Meter, 1,94 Meter, 1,67 Meter und 2,99 Meter Radstand). Die Antriebsleistung der einmotorigen Variante mit Heckantrieb entspricht beim ID. UNYX 08 den 230 kW des Xpeng G9. Die Allradversion verfügt über einen zusätzlichen Elektromotor an der Vorderachse, der 140 kW leistet – beim G9 sind es offiziell 175 kW. Insgesamt hat VW Anhui beim beim chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) drei Varianten angemeldet, zwei mit einem Motor und eine Allradversion – mit einem Leergewicht zwischen 2,19 und 2,36 Tonnen. Das Modell ist mit 800-Volt-Technologie und einem Level-2-Fahrerassistenzsystem (ADAS) ausgestattet und wird durch Over-the-Air-Updates (OTA) kontinuierlich weiterentwickelt.

Volkswagen idunyx
Bild: VW

Ralf Brandstätter, Vorsitzender und CEO der Volkswagen Group China, sagt über den neuen E-SUV: „Unsere ‚In China, für China‘-Strategie liefert. Mit dem ID.UNYX 08 starten wir in China die größte Elektro-Offensive des Konzerns. Im Durchschnitt bringt Volkswagen in diesem Jahr alle zwei Wochen ein neues Fahrzeug auf die Straße. Das ist ´China Speed´. Der ID.UNYX 08 ist das erste Volkswagen Modell einer neuen Generation von smarten Elektrofahrzeugen, mit der wir unsere Stärken in das Elektrozeitalter übertragen werden. Das Auto ist voll auf die chinesischen Kundenbedürfnisse zugeschnitten, mit Spitzentechnologie ausgestattet und wurde in zwei Jahren lokal entwickelt. Das unterstreicht die Umsetzungsstärke unserer Partnerschaft mit Xpeng.“

Und Xpeng-CEO He Xiaopeng ergänzt: „Mit dem Start der Serienproduktion des
ID.UNYX 08 liefert unsere Zusammenarbeit mit der Volkswagen Group ein weiteres greifbares Ergebnis. Unsere Partnerschaft beruht auf gegenseitigem Vertrauen und enger Zusammenarbeit. So können wir unsere jeweiligen Stärken bündeln und langfristig Mehrwert schaffen. Wir freuen uns darauf, die Zusammenarbeit weiter auszubauen und diesen erfolgreichen Weg gemeinsam fortzusetzen.“

Der Volkswagen-Konzern will in diesem Jahr mehr als 20 neue NEV-Modelle in China herausbringen, also vollelektrische Modelle, Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender. Bis 2030 sollen insgesamt 50 neue NEV-Modelle eingeführt werden.

volkswagen-group.com

5 Kommentare

zu „Erstes Auto auf Xpeng-Plattform: VW Anhui startet Produktion des ID.UNYX 08“
Ebikethoemmel
13.03.2026 um 10:27
Bis 2030 50 neue Modelle? "Innovationsfieber" - mein Vorschlag für das Wort des Jahres 2026.
Claus Püschke
13.03.2026 um 12:16
Das wäre mal ein tolles Auto für den europäischen Markt, aber zum Preis eines Xpeng... Aber halt, hier will VW lieber teure Fahrzeuge nit veralteter Technik zu hohen Preisen verkaufen...Und wundert sich über schwachem Absatz...
Talis
13.03.2026 um 15:48
VW verkommt zum Ankündigungsweltmeister. Mehr als heiße Luft ist da nicht drin.
Theiler
13.03.2026 um 18:32
Diese Modelle lassen sie mal lieber in China, sonst können sie die Fabriken in Deutschland schliessen. JAC gehört auch zu 75 % VW. Würden sie diese Autos über VW- Händler vertreiben ...
Paul-Gerhard Fenzlein
16.03.2026 um 08:37
Ich sehe die Kooperation von Volkswagen mit Xpeng kritisch. Aus meiner Sicht hat sich Xpeng seit Beginn der Zusammenarbeit operativ nicht so entwickelt, wie man es damals erwarten konnte. Während Xpeng in der Anfangsphase der Kooperation noch deutlich erfolgreicher wirkte, hat das Unternehmen inzwischen an Dynamik verloren. Vor allem im letzten Quartal 2025 und voraussichtlich auch im ersten Quartal 2026 zeigt sich, dass Xpeng nicht mehr in derselben Stärke am Markt auftritt wie noch zu Beginn der Partnerschaft mit VW. Hinzu kommt, dass Xpeng meines Erachtens strategisch nicht klar genug fokussiert ist. Das Unternehmen setzt stark auf Volumenmodelle in preissensiblen Segmenten und beschäftigt sich zugleich mit sehr vielen Zukunftsthemen wie autonomem Fahren, KI, humanoiden Robotern und Flugautos. Das mag technologisch ambitioniert sein, wirft aber die Frage auf, ob Xpeng seine Kräfte nicht zu sehr verzettelt. Für Volkswagen ist das problematisch, weil ein Partner in einem derart umkämpften chinesischen Markt vor allem Stabilität, klare Produktstrategie und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit liefern müsste. Genau daran habe ich Zweifel. Es ist für mich offen, ob Volkswagen tatsächlich in ausreichendem Maß von Xpeng Technologie profitieren kann, um daraus in China wettbewerbsfähige neue Modelle zu entwickeln. Entscheidend ist nicht nur, ob einzelne Technologien übernommen werden können, sondern ob daraus Produkte entstehen, die sich gegen chinesische Wettbewerber wie NIO, AITO, Li Auto oder Xiaomi wirklich behaupten können. Gerade diese Hersteller zeigen derzeit, wie schnell sich der Markt entwickelt und wie konsequent Technologie, Produktpositionierung und Marktansprache zusammenspielen müssen. Deshalb halte ich die Partnerschaft zwischen VW und XPeng nicht für selbstverständlich überzeugend. Aus meiner Sicht besteht das Risiko, dass Volkswagen zwar Zugang zu Teilen von Xpeng Technologie erhält, daraus aber trotzdem keine ausreichend starken Produkte für den chinesischen Markt entstehen. Ob das reicht, um gegenüber den führenden chinesischen Herstellern wieder aufzuholen, erscheint mir derzeit fraglich.

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