E-Lkw: Windrose demonstriert Megawattladen an Autel-Ladesystem

Der chinesische E-Lkw-Entwickler Windrose und der Ladespezialist Autel haben in den Niederlanden mit einem strombetriebenen Windrose-Truck das Megawattladen demonstriert. Es handelte sich um einen "praxisnahen Ladevorgang", wie die Partner mitteilen.

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Bild: Autel Europe

Die Demonstration des Ladevorgangs mit MCS-Stecker („Megawatt Charging System“) stieg den Verantwortlichen zufolge im niederländischen Roosendaal. Dort nutzten die Partner die Anlage eines „wichtigen Kunden von Revolt“. Bei Revolt handelt es sich um einen niederländischen Vertriebsspezialist von Ladeinfrastruktur, der unter anderem Geräte von Demo-Partner Autel Energy vertreibt. Roosendaal als Standort zur MCS-Erprobung bot sich wiederum an, weil sich Windrose keine Autostunde davon entfernt in Belgien ansiedeln will.

Zum Hintergrund: Windrose ist ein chinesischer E-Lkw-Hersteller mit globalen Ambitionen. In Europa hat sich das Unternehmen Anfang des Jahres den belgischen Hafen Antwerpen als Standort ausgesucht. Im„Windrose Park Antwerp“ will das Unternehmen Fahrzeuge für den europäischen Markt montieren und auch Abteilungen für Forschung & Entwicklung und Aftersales ansiedeln. Die Strategie mit den „Windrose Parks“, Partnerschaften mit Ladeinfrastruktur- und Serviceanbietern und der globalen Windrose-Plattform hat CEO Wen Han im Dezember im Gespräch mit electrive genauer erläutert.

Nun meldet das Startup zusammen mit seinem Partner Autel, dass sie in Roosendaal das Lkw-Laden gemäß dem MCS-Standard unter realen Betriebsbedingungen validieren konnten. Bei dem modularen Ladegerät handelte es sich um einen Anlage auf Basis von drei Autel-Ladeschränke des Typs MaxiCharger DS480, die parallel geschaltet ein 1.440-kW-System bildeten und mit Autels dezentraler Ladesäule MaxiCharger DT1500 gekoppelt wurden, die über ihre MCS-Schnittstelle eine Leistung von bis zu 1,2 MW bei einer maximalen Stromstärke von 1.500 Ampere liefern kann. Beim CCS-Laden unterstützt die Ladesäule laut Hersteller eine Ladeleistung von 480 kW bei einer maximalen Stromstärke von 650 Ampere.

Bei Autel Energy handelt es sich um einen Ladehardware-Spezialisten, der zur chinesischen Gruppe Autel Intelligent Transportation gehört und mit seinen Ladelösungen in den USA und Europa Geschäfte macht. Mit der Autel Europe GmbH gibt es seit einiger Zeit auch einen europäischen Ableger mit Sitz in München. Vor dort aus werden nach Angaben des Unternehmens inzwischen Kunden in 37 europäischen Ländern betreut. Zum Sortiment der Firma gehören dabei Ladelösungen für den privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich, von AC- bis HPC-Ladern.

Wie sich die Lade-Demonstration mit Windrose im Einzelnen entwickelte, präzisieren die Partner unterdessen nicht. So bleibt offen, wie hoch die Ladeleistung des Lkw von Windrose an dem Autel-Ladesystem tatsächlich ausfiel und wie sich die Ladekurve darstellte. Autel spricht lediglich von einer „erfolgreichen Sitzung, die die zuverlässige Interoperabilität zwischen der Autel-Ladeinfrastruktur und der Windrose-Plattform für Elektro-Lkw demonstrierte“. Und: „Aufbauend auf der erfolgreichen MCS-Validierung in Europa weiten Autel und Windrose ihre Zusammenarbeit auf weitere internationale Märkte aus.“ Konkret genannt wird etwa Australien.

Andreas Lastei, Vizepräsident von Autel Smart Energy Europe, kommentiert: „Megawatt-Laden zeichnet sich nicht allein durch höhere Leistungsstufen aus. Es erfordert ein koordiniertes Systemdesign, das Stromumwandlung, Wärmemanagement, Kommunikationsstabilität und Standortintegration umfasst. Die Zusammenarbeit mit Fahrzeugherstellern wie Windrose ermöglicht es uns, die Interoperabilität unter realen Betriebsbedingungen zu validieren und die Infrastrukturarchitektur an die tatsächlichen Anforderungen von Schwerlastfahrzeugen anzupassen.“ Diese Art der technischen Zusammenarbeit sei unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Megawatt-Infrastruktur zuverlässig bereitgestellt und in ganz Europa nachhaltig skaliert werden kann.

„Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit Autel das MCS-Ladesystem erfolgreich fertiggestellt zu haben“, äußert Wen Han, CEO von Windrose. „MCS wird ein Eckpfeiler der Elektrifizierung im Fernverkehr der nächsten Generation sein und skalierbares sowie ultraschnelles Laden für die Zukunft des emissionsfreien Güterverkehrs ermöglichen.“

businesswire.com

6 Kommentare

zu „E-Lkw: Windrose demonstriert Megawattladen an Autel-Ladesystem“
Hans-Peter Auer
19.03.2026 um 20:57
Bitte senden Sie diesen Artikel doch bitte an unseren bayerischen Wirtschaftsminister, Hubert Aiwanger. Unter dem Deckmantel der "Systemoffenheit" unterstützt er mit 35 Millionen wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge, offensichtlich eine technologische Sackgasse. Danke
John
21.03.2026 um 12:05
Ja genau. Man stelle sich vor dass 4 dieser LKWs parallel an einer Raststätte laden wollen. Macht nur für die LKWs 4 MW Leistungsanforderung. Sogar Google KI sagt hierzu 4 Megawatt (4 MW = 4.000 kW): Eine solche Anschlussleistung ist extrem hoch und fällt in den Bereich Mittelspannung (Industrie, große Gewerbekomplexe, sehr große Wohnanlagen). Ein Anschluss dieser Größe erfordert eine eigene Transformatorenstation. Netzanschluss ab 180 kW: Anschlüsse, die deutlich über dem Standard liegen (und schon erst recht 4 MW), müssen bei Netzbetreibern als spezielle Mittelspannungsanlagen angemeldet und genehmigt werden. Meine Expertise sagt mir dass das stimmen könnte. Also wahrscheinlich müsste man mindestens ein HV-Trasse dort hinbauen ... Es geht also nicht nur um den Megawattstecker! H2 kommt in der Industrie und danach auch im Mobilitätsbereich. Sogar die Chinesen machen H2. Technologieoffenheit ist schon sinnvoll. Der Zeitplan kann diskutiert werden.
Paul-Gerhard Fenzlein
20.03.2026 um 08:46
Auch in diesem Beitrag wird das sogenannte Megawatt-Charging erneut mehr oder weniger als Lösung für die Elektrifizierung von LKW und Nutzfahrzeugen im Fernverkehr dargestellt. Ein Blick nach China zeigt jedoch, dass es durchaus eine weitere ernstzunehmende Option gibt: Batteriewechselsysteme. Ähnlich wie bereits im Pkw-Bereich können sie gerade bei Nutzfahrzeugen deutliche Vorteile gegenüber dem konventionellen Laden per Stecker bieten. Das gilt insbesondere dann, wenn künftig autonom fahrende LKW zum Einsatz kommen. Unternehmen wie Geely haben sich früh mit dem Thema beschäftigt und zusammen mit NIO Lösungen für mittelgroße und schwere LKW vorangetrieben. Dafür wurden in China auch spezielle Batteriewechselstationen für LKW aufgebaut. Inzwischen engagiert sich auch CATL in diesem Bereich. Vor diesem Hintergrund erscheint es wenig überzeugend, Megawatt-Charging als alleinigen Königsweg darzustellen. Wahrscheinlicher ist, dass sich je nach Einsatzprofil unterschiedliche Lösungen durchsetzen werden. duty EVs like cement mixers, housing three-ton battery packs https://electrek.co/2022/03/15/geely-is-rolling-out-swap-stations-for-heavy-duty-evs-like-cement-mixers-housing-three-ton-battery-packs/?utm_source=chatgpt.comGEELY, Yuexiu Reached a ¥3 Billion Cooperation on Battery Swapping Heavy Trucks https://m.chinatrucks.org/news/10205.html?utm_source=chatgpt.com Dieser Elektro-LKW kann in 10 Minuten seinen Akku tauschen https://www.youtube.com/watch?v=0EbALHw7aHM&t=105s
Branchenkenner
20.03.2026 um 13:08
Warum immer wieder die China-Propaganda? Jeden einzelnen Kommentar von diesem Alias... Warum sollte man teure Akkutausch-Stationen für LKWs aufbauen wenn die innerhalb von 30 Minuten aufgeladen werden können? Außerdem laden die Fahrzeuge am Zielort.
Robert
20.03.2026 um 11:04
ic hsehe das für europa nichts so weil wir in deutschland und Europa wesentlich kürzere Strecken haben als China einmal Deutschland von Hamburg runter zum Bodensee sind rund 1000km da glaube ich nicht das Wechselstationen da sinnvoll sind und auch nicht zu vergessen in europa dürfen LKW-Fahrer sowieso nur max. 4,5h am Stück fahren danach müssen sie eine Pause von 45 Minuten einlegen und das reicht dann locker aus mit dem Megawatt Laden genug für die nächsten 4,5h Fahren nachzuladen
bernd gläßel
21.03.2026 um 09:54
Beeindruckend, welchese Tempo China vorliegt

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