Auswahl an E-Auto-Modellen weiter gestiegen – SUV dominieren noch immer
Die Forschungseinrichtung von Prof. Stefan Bratzel in Bergisch Gladbach hat für ihren neuen CAM-Report die Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland analysiert und diese mit den Informationen der Hersteller abgeglichen. Dabei zeigt sich, dass E-Auto-Kaufinteressenten im ersten Quartal 2026 in Deutschland eine größere Vielfalt an Fahrzeugen zur Auswahl steht als noch 2024.
Interessant dabei ist zum Beispiel die Verschiebung der Segmente: Kleinere und mittlere Fahrzeugklassen gewinnen bei den Batterie-elektrischen Fahrzeugen (BEV) an Boden. Ihr Anteil an den BEV-Neuzulassungen stieg von rund 10,3 Prozent in 2024 auf 24,3 Prozent im Jahr 2026. Das dürfte laut CAM u.a. daran liegen, dass sich das BEV-Angebot bei Minis, Kleinwagen und Mittelklasse im Untersuchungszeitraum von 17 auf 29 Modelle erhöht hat.
Jedoch ist bei den kleineren E-Autos noch deutlich Luft nach oben. Studienleiter Stefan Bratzel: „Trotz deutlicher Fortschritte bei technologischen Parametern wie Reichweite und Ladeleistung bleibt das Preisniveau von Elektrofahrzeugen ein zentraler Hemmfaktor für den weiteren Markthochlauf in Deutschland. Im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bestehen weiterhin deutliche Unterschiede bei den Anschaffungskosten, die insbesondere für preissensiblere Kundensegmente eine wichtige Rolle spielen. Dies zeigt sich auch daran, dass aktuell nur 18 Elektromodelle zu einem Listenpreis von unter 30.000 Euro angeboten werden und das Angebot im Einstiegssegment damit weiterhin begrenzt ist.“

Es sei jedoch zu erwarten, dass die Hersteller zunehmend die preisliche Attraktivität der Elektromodelle gegenüber Benziner-Modellen durch günstige Leasingangebote steigern dürften, u.a. um die CO2-Flottenziele der Europäischen Union zu erreichen, so Bratzel weiter. Zugleich steht der Launch der elektrischen Kleinwagenfamilie des VW-Konzerns mit u.a. ID. Polo und Cupra Raval kurz bevor, genau wie auch der Auslieferungsbeginn des neuen elektrischen Renault Twingo und des Kia EV2. Diese Fahrzeuge werden das Angebot an Modellen im unteren Preissegment deutlich erweitern. Während der Twingo bei 19.990 Euro startet, soll die VW-Familie bei rund 25.000 Euro beginnen – und der Kia EV2 ist ab 26.600 Euro bestellbar. Kombiniert mit der angekündigten E-Auto-Förderung, werden diese Modelle für viele Menschen dann noch deutlich erschwinglicher.
Wo wird gerade bei Preisen sind: Im deutschen Elektromobilitätsmarkt zeigt sich zugleich ein signifikanter Rückgang der Durchschnittspreise von E-Autos von 56.669 Euro im Jahr 2024 auf 52.934 Euro im Jahr 2026, die jeweils nach Verkaufsvolumen gewichtet wurden. Heißt: Der Durchschnittspreis liegt über 3.500 Euro niedriger als vor zwei Jahren – und er entwickelt sich damit wieder in Richtung des Wert von 2022, denn da lag der Durchschnittspreis nur bei 48.669 Euro.
Dominierendes Segment sind weiter die elektrischen SUV: Es wuchs von 73 auf 87 Modelle und stellt damit aktuell 56 Prozent aller verfügbaren 155 E-Auto-Modelle dar. Jedoch sank der Marktanteil: Der E-SUV-Anteil an den gesamten E-Auto-Neuzulassungen in Deutschland sank von 57 auf aktuell 49 Prozent. Dieser Wert fasst die kleinen, mittelgroßen und großen SUV zusammen. Dabei verstärkt sich insbesondere der Wettbewerb im Segment der kleinen E-SUV: Durch neue, preisgünstigere Modelle wie den BYD Atto 2 oder den Renault R4 gibt es in diesem Segment einen erhöhten Wettbewerbsdruck und sinkende Preise.
Auch technologisch haben sich die aktuellen E-Auto-Modelle deutlich weiterentwickelt, wobei das CAM hier 2022 als Referenz verwendet. So stiegt die durchschnittliche Reichweite von 376 auf 480 Kilometer, während sich die durchschnittliche Ladeleistung im gleichen Zeitraum von 116 kW auf 171 kW erhöht.
Quelle: per Mail, auto-institut.de





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