Volvo wird alleiniger Europa-Importeur der Marke Lynk & Co
Volvo Cars und Geely Auto haben die angestrebte Vertriebspartnerschaft in einer Absichtserklärung festgehalten. Die endgültige Vereinbarung steht also noch aus. Die Stoßrichtung wird aber klar: Die ebenfalls zu Geely gehörende Marke Volvo Cars soll Fahrzeuge von Konzernschwester Lynk & Co in Europa standardmäßig über sein Händlernetz absetzen. Außerhalb Europas behält der Geely-Mutterkonzern in China beim Vertrieb der Marke das Sagen – und überdies bei der globalen Entwicklung und Produktzertifizierung.
Die frisch unterzeichnete Absichtserklärung baut dabei auf einer bestehenden Regelung auf, in deren Zuge schon heute Fahrzeuge von Volvo Cars und Lynk & Co an ausgewählten Standorten in Europa gemeinsam vertrieben werden. Nun soll dieser Ansatz also in der Breite etabliert werden. „Die Partnerschaft sieht vor, dass Volvo Cars exklusiver Importeur von Lynk & Co-Fahrzeugen in Europa wird und die Verantwortung für die Vertriebs- und Markenaktivitäten von Lynk & Co in Europa übernimmt“, teilen die Verantwortlichen mit. Das soll einerseits das Wachstum der Marke in dieser Region befeuern und andererseits die Handelspartner von Volvo Cars beim Vertriebs- und Servicegeschäft besser auslasten. „Ziel ist es, Synergien mit Volvo Cars zu schaffen, indem die Marke Lynk & Co über die zentralen Vertriebsaktivitäten und auf Marktebene geführt wird“, heißt es konkret.
Geely ist überzeugt, dass die beiden Marken unterschiedliche Kundengruppen ansprechen und daher „ideale Kooperationspartner sind“. Erik Severinson, Chief Commercial Officer bei Volvo Cars, kommentiert: „Mit dieser neuen Vereinbarung werden wir unser Vertriebssystem nutzen, um die Wachstumsambitionen von Lynk & Co in Europa zu unterstützen. Gleichzeitig ermöglicht sie Volvo Cars und unseren Handelspartnern, einen breiteren Kundenstamm anzusprechen. Mit der Unterstützung unserer Händler und unserer Vertriebsorganisation kann Lynk & Co sein volles Potenzial in Europa ausschöpfen.“
Lynk & Co ist eine 2017 als Joint Venture zwischen Geely und Volvo Cars gegründete Marke und hat sich zunächst auf Hybride und Plug-in-Hybride fokussiert – auch in Europa. Mit dem 02 (in China als Z20 verkauft) hat die Marke aber inzwischen auch ein Batterie-elektrisches SUV nach Europa gebracht. Wichtig: Die Besitzverhältnisse haben sich bei Lynk & Co im Laufe der Zeit verändert: Volvo Cars hat seinen 30-prozentigen Anteil an Lynk & Co vergangenes Jahr intern an die Geely-Marke Zeekr veräußert. Weitere Anteile gab Geely ebenfalls ab, sodass Zeekr im Februar 2025 mit nun 51 Prozent zum Mehrheitseigner von Lynk & Co. wurde. Die restlichen 49 Prozent hält Geely weiterhin selbst.
Grundsätzlich sortiert die Geely Holding ihre Vermögenswerte seit einiger Zeit neu, um Kannibalisierungseffekte zwischen ihren vielen Töchtern zu vermeiden. Der Konzern vereint neben Volvo, Zeekr und Lynk & Co unter anderem Marken wie Polestar oder Lotus. Im Rahmen eines Joint Ventures mit Mercedes-Benz gehört Geely zudem die Hälfte von Smart. Der chinesische Autokonzern hat mehrfach angegeben, interne Synergien besser nutzen und allgemein die Kosten senken zu wollen.
Interessant ist, dass die Holding schon mit etlichen Marken in Deutschland präsent ist, bisher aber nicht mit der Kernmarke Geely. Das ändert sich jedoch bald. Ab Mai sollen zwei SUV das Auftaktportfolio der Marke Geely in Deutschland bilden: Der vollelektrische Geely E5 wird ab 37.990 Euro erhältlich sein, der Plug-in-Hybrid Starray EM-i ab 32.990 Euro. Parallel ist der Marktstart in Spanien, den Niederlande, Belgien und Luxemburg geplant. In einigen anderen europäischen Märkten ist Geely schon seit einigen Monaten präsent. Der Vertrieb soll hier über eigene Showrooms laufen. In Deutschland ist vergangene Woche als erste Präsenz der Standort der Autohandelsgruppe Kohl Automobile in Aachen vorgestellt worden.





0 Kommentare