Cupra Raval als erstes Modell der neuen Kleinwagenfamilie bestellbar
Dass der Raval der erste Vertreter der weiteren drei geplanten Modelle VW ID. Polo, VW ID. Cross und Skoda Epiq sein wird, zeigte sich schon beim IAA-Auftritt im vergangenen Jahr. Bereits zu diesem Zeitpunkt sollte es sich um das fertige Serienmodell handeln, das allerdings mit einer speziellen Vinyl-Folie noch getarnt war. Nun hat Cupra die endgültige Serienversion ohne Tarnung vorgestellt.
Überraschungen beim Design gibt es ergo keine. Schon die Studie UrbanRebel hatte vor gut vier Jahren die Richtung vorgegeben und auch der IAA-Auftritt ließ trotz Tarnung bereits gut erkennen, wohin die Reise geht. Der 4,05 Meter lange Raval tritt mit 2,60 Metern Radstand, rund 1,78 Metern Breite und 1,52 Metern Höhe als kompakter Stromer mit sportlicher Ausrichtung auf. Vorn prägen Sharknose-Design, scharfe Linien und Matrix-LED-Scheinwerfer den Auftritt. Die Seitenlinie fällt etwas weicher aus. Hinzu kommen bündig eingelassene und beleuchtete Türgriffe.
Das Heckdesign soll mit einem markanten Diffusor und 3D-Lichteffekten die DNA von Cupra unterstreichen. Die durchgehende Rückleuchte und das randlos beleuchtete Logo sollen die Breite optisch betonen. Um den Raval möglichst individuell gestalten zu können, sollen Kunden zwischen sieben Außenfarben, zwei Dachfarben und acht Felgendesigns wählen können.
Bekannte Cupra-Linie prägt auch den Innenraum
Auch im Innenraum orientiert sich Cupra an der jüngsten Designlinie, wie sie bereits das Facelift des Born vorgibt. Das in das Armaturenbrett integrierte System soll in Verbindung mit Fahrerassistenzsystemen wie der Totwinkelerkennung klare visuelle Rückmeldungen liefern und zugleich mit speziellen Animationen etwa auf die e-Launch-Funktion reagieren. Wie beim Born setzt auch der Raval auf physische Tasten am Lenkrad. Hinzu kommen ein 10,25 Zoll großes Cockpit-Display und ein 12,9 Zoll großer Touchscreen mit Android-basiertem Betriebssystem. Außerdem spendiert Cupra dem Raval einen speziellen Innenraumklang, der vom Formel-E-Sound inspiriert sein soll und in den Fahrmodi „Performance“ und „Cupra“ aktiviert wird.













Technisch basiert der Raval wie die übrigen Konzern-Kleinwagen auf der Plattform MEB+ mit Frontantrieb. Das Sportfahrwerk liegt 15 Millimeter tiefer, die Spur ist zehn Millimeter breiter als bei der Plattformbasis. Die dynamische Fahrwerksregelung nutzt adaptive Stoßdämpfer mit bis zu 15 Einstellungsstufen.
Vier Leistungsstufen und zwei Batteriegrößen
Auch bei den Antrieben gibt es keine großen Überraschungen mehr. Volkswagen hatte die Leistungsstufen schon im Dezember für den ID. Polo bestätigt. Nun benennt Cupra folgerichtig ebenfalls vier Varianten mit 85, 99, 155 und 166 kW. Die Topversion trägt bei Cupra das Kürzel VZ, während Volkswagen hier auf GTI und Skoda auf RS setzt.
Bei der Batterie gibt es zwei Konfigurationen: Die beiden schwächeren Antriebe werden mit einem LFP-Akku mit 37 kWh netto kombiniert, die stärkeren Versionen mit einem 52-kWh-Akku auf NMC-Basis. Bei den Reichweiten nennt Cupra für den Raval bis zu 300 Kilometer mit kleinem Akku und bis zu 444 Kilometer mit großem Akku. Die VZ-Version liegt mit 379 bis 381 Kilometern dazwischen. Zum Vergleich: Skoda gibt für den Epiq mit großem Akku rund 430 Kilometer an, mit kleinem Akku 315 Kilometer.
Widersprüchlich fallen hingegen die Angaben zum Schnellladen aus. Laut Cupra kann die 52-kWh-Batterie in den Versionen Endurance und VZ in 24 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden, bei einer maximalen Ladeleistung von 105 kW. Skoda nennt für den Epiq 23 Minuten und bis zu 133 kW. Auch beim kleinen 37-kWh-Akku gibt es Unterschiede: Cupra spricht von bis zu 88 kW und 23 Minuten, Skoda von bis zu 90 kW und 28 Minuten. Klar ist immerhin, dass alle Varianten serienmäßig einen dreiphasigen AC-Lader mit 11 kW erhalten.
Mit dem „Cupra Charger Pro“ bringt die Seat-Marke zudem eine Wallbox heraus, die eine MID-zertifizierte Energiezählung bietet. Über das Laden hinaus kann der Cupra Raval aber auch Strom per Vehicle-to-Load-Technologie (V2L) wieder abgeben. Das sollen seine Konzern-Begleiter künftig ebenfalls können.
Für einen Kleinwagen ist der Raval darüber hinaus ungewöhnlich umfangreich ausgestattet. So soll es einen Remote Park Assist geben, mit dem sich der Cupra Raval per Smartphone aus der Ferne einparken lässt. Hinzu kommt ein Rear Traffic Alert, der beim Rückwärtsfahren herannahende Fahrzeuge erkennt und so mögliche Kollisionen verhindern soll. Abgerundet wird das System durch die Top View Camera, die eine 360-Grad-Ansicht rund um das Fahrzeug bietet. Mit der neuen Pre-Crash-Funktion reagiert das Fahrzeug nicht nur auf mögliche Front- und Heckaufpralle, sondern auch auf seitliche Kollisionen. Um nur ein paar Features zu nennen.
All das hat allerdings seinen Preis: Zum Marktstart bietet Cupra den Raval zunächst in drei exklusiven Launch-Editionen an, die ab sofort bestellbar sind. Die Version „Dynamic“ kombiniert den 155-kW-Antrieb mit dem großen Akku und kostet mindestens 37.250 Euro. Die Variante „Dynamic Plus“ nutzt dieselbe Antriebskonfiguration und startet bei 41.605 Euro. Das Topmodell „VZ Extreme“ verbindet den 166-kW-Antrieb mit dem großen Akku für mindestens 46.525 €.
Die eigentliche Einstiegsvariante des elektrischen Kleinwagens wird mit dem kleineren Akku und den beiden schwächeren Motorisierungen folgen. Dafür ist allerdings noch Geduld nötig. In dieser bezahlbarsten Form soll der Cupra Raval erst im Sommer auf den Markt kommen und dann bei 25.950 Euro starten.




18 Kommentare