Audi und SAIC planen vier neue AUDI-Modelle

Die beiden Partner Audi und SAIC bauen ihre Kooperation rund um die Submarke AUDI weiter aus. Geplant sind ein eigenes Entwicklungszentrum für die Marke und gleich vier neue Modelle, die auf einer weiterentwickelten Plattform basieren sollen.

Audi e7x concept car saic
AUDI E7X als Concept Car
Bild: Audi

Eine nun unterzeichnete strategische Kooperationsvereinbarung konzentriert sich auf die gesamte Wertschöpfungskette zukünftiger Modelle der China-exklusiven Marke AUDI, wie die Ingolstädter mitteilen. Die VW-Premiumtochter und der chinesische Staatskonzern SAIC sind seit vielen Jahren etablierte Partner in der Volksrepublik. 2023 wurde dann eine geplante Entwicklungspartnerschaft für Elektroautos bestätigt, im Mai 2024 folgte der offizielle Kooperationsvertrag zur „Advanced Digitized Platform“ (ADP). Das erste Modell aus dieser Kooperation, der rein elektrische E5 Sportback der neuen Submarke AUDI wurde im November 2024 vorgestellt, seit August 2025 wird der E5 in Serie produziert.

Nur: Nach einer anfänglich hohen Nachfrage ist das Interesse der chinesischen Kunden wohl schnell abgekühlt. Denn schon im Februar 2026, also rund ein halbes Jahr nach dem Marktstart, musste AUDI bereits die Preise deutlich senken – offiziell im Rahmen einer bis zum 31. März begrenzten Aktion. Ein zweites Modell, das E-SUV E7X, ist bereits angekündigt und soll im April auf der Automesse in Peking als Serienmodell vorgestellt werden. Doch die Fahrzeuge scheinen auf dem chinesischen Markt nicht so zu überzeugen, wie man es sich in Ingolstadt und Wolfsburg erhofft haben dürfte.

Im Rahmen der jetzt angekündigten Ausweitung der Kooperation soll die ADP, die den beiden ersten AUDI-Modellen zugrunde liegt, weiterentwickelt werden. „Ein zentraler Bestandteil der Vereinbarung ist die Einrichtung eines eigenen AUDI Innovation & Technology Centers in Shanghai“, kündigt Audi an. Das Technologiezentrum soll von Audi geleitet werden und sich gemäß der Mitteilung darauf konzentrieren, China-spezifische Elektrifizierungstechnologien und intelligente, vernetzte Fahrzeuge (ICVs) entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu entwickeln.

E-Antriebe sind gesetzt, aber nicht im Fokus

„Damit will AUDI seinen Weg zu einer führenden Premiummarke für ICVs in China beschleunigen. Im Fokus stehen KI-gestützte, immersive Smart Cabin-Lösungen und hochmoderne Fahrerassistenzsysteme, die speziell für Chinas Premium-Kundschaft entwickelt werden“, erklärt Audi. Die Entwicklungsschwerpunkte sind also gesetzt: An den elektrischen Antrieben der AUDI-Modelle wird offenbar nicht gerüttelt (es ist zum Beispiel nicht von Range Extendern die Rede), aber die Antriebstechnologie steht auch nicht im Fokus. Stattdessen soll den das Innenraum-Erlebnis und die Fahrassistenz künftig die chinesischen Kunden von AUDI überzeugen.

Die Ingolstädter kündigen neben dem E5 Sportback und dem E7X zwar vier weitere Modelle an, die auf der dann weiterentwickelten ADP auf den Markt kommen sollen. Nähere Details oder einen Zeitrahmen für diese Modelle gibt es aber nicht. Vielleicht gewährt AUDI auf der anstehenden Beijing Auto China 2026 einen Ausblick in Form eines Concept Cars. Verbindlich angekündigt wird aber nur der E7X als zweites Serienmodell.

„Es ist unser Ziel, auch im Zeitalter der intelligenten, vernetzten Fahrzeuge (ICV) ein starker Player in China zu bleiben. Unsere Partnerschaft mit SAIC und die NEV‑Marke AUDI spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichen uns, neue Kundengruppen zu erreichen und unser Angebot gezielt auf deren spezifische Bedürfnisse auszurichten“, sagt Audi-CEO Gernot Döllner. „Nach dem erfolgreichen Start von AUDI und dem ersten Modell der Marke sind wir bereit, den nächsten Schritt zu gehen: In Zusammenarbeit mit unserem Partner SAIC bauen wir ein eigenes Innovations- und Technologiezentrum auf, um in China Vorsprung durch Technik weiter voranzutreiben.“

„Die Erfolge der vergangenen zwei Jahre mit AUDI demonstrieren eindrucksvoll die Stärke unserer Partnerschaft“, sagt Jia Jianxu, Präsident von SAIC Motor. „Nun freuen wir uns, den eingeschlagenen Weg nach Innovation sowie einer führenden Rolle auf dem Markt für Premium-Elektrofahrzeuge weiter zu gehen.“

Fermín Soneira, CEO des Kooperationsprojekts zwischen Audi und SAIC: „Die Vertiefung unserer Zusammenarbeit und die Einrichtung eines eigenen Innovations- und Technologiezentrums ist ein historischer Meilenstein für unsere Marke. Sie ebnet den Weg für die nächste Generation der intelligenten, vernetzten Fahrzeuge von AUDI in China.“

audi-mediacenter.com

6 Kommentare

zu „Audi und SAIC planen vier neue AUDI-Modelle“
Paul-Gerhard Fenzlein
20.04.2026 um 19:49
Der Volkswagenkonzern steckt auf dem wichtigsten Automarkt der Welt in einem massiven Dilemma. Um die dramatischen Marktanteilsverluste aufzuhalten, versucht man nun mit der Strategie „In China, für China“ und regionalen e-Auto-Modellen das Ruder herumzureißen. Dafür wurden weitreichende lokale Allianzen geschmiedet: VW kooperiert mit Xpeng und Anhui, Audi hat sich mit SAIC zusammengetan. Doch ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen zeigt: Dieser Versuch, verlorenes Terrain aufzuholen, gleicht einer Sisyphusarbeit. Ein Paradebeispiel für diese bittere Realität ist das jüngste Audi-Experiment mit dem E5. Das Modell war ganz klar als direkter Wettbewerber zum überaus erfolgreichen NIO ET5 Touring positioniert. Doch der erhoffte Erfolg blieb völlig aus. Die traurige Wahrheit ist, dass sich der E5 bei der chinesischen Kundschaft fast ausschließlich über massive Rabatte in den Markt drücken ließ. Wenn ein Premium-Fahrzeug kurz nach dem Marktstart nur über einen solchen Preisverfall abgesetzt werden kann, ist das ein unübersehbares Alarmsignal für die gesamte Marke. Wer nun glaubt, dass kommende Modelle wie der E7X die Wende bringen, verkennt die Dynamik des chinesischen Marktes. Dem E7X wird höchstwahrscheinlich exakt dasselbe Schicksal ereilen wie dem E5. Der Grund dafür ist simpel: Die lokale Konkurrenz ist schlichtweg zu stark – sowohl was die technologische Innovationskraft als auch die Marktpräsenz angeht. Zwei Player machen den deutschen Traditionsherstellern das Leben dort besonders schwer: • Der Tech-Gigant Xiaomi: Mit Modellen wie dem YU7 zeigt Xiaomi, wie man den Automarkt aufrollt. Sie bieten hochkomplexe, voll vernetzte Fahrzeuge, die sich nahtlos in das digitale Leben der Kunden integrieren. Sie liefern Technologie und Software-Erlebnisse, bei denen europäische Autobauer nur schwer mithalten können – und das zu Preisen, die traditionelle Kalkulationen sprengen. • NIOs Premium-Dominanz: NIO hat sich mit Fahrzeugen wie der 8er-Reihe und dem ES7 längst als das „neue Premium“ in China etabliert. Durch überlegene Software, ein eigenes Ökosystem (inklusive Battery-Swapping) und eine enorme Innovationsgeschwindigkeit besetzen sie genau die Nische, die Audi eigentlich für sich beansprucht. Fazit: Traditionsreiche Logos und klassische Ingenieurskunst aus Deutschland reichen in China längst nicht mehr als Verkaufsargument. Das Auto wird dort als intelligentes, digitales Device verstanden. Solange die deutschen Hersteller bei Software und dem sogenannten „China-Speed“ den heimischen Marken so deutlich hinterherhinken, wird auch eine speziell für China entwickelte Modellpalette in der Rabatt-Falle enden. Die Konkurrenz ist einfach schon zu weit
dare100em
21.04.2026 um 10:16
So ist es. Am Ende aber auch nicht aufzuhalten. Ein land mit der Größe, dem (Arbeits-) Etos Ostatsiens UND einem um Faktor 20 höheren Potatial an MINT absolventen kann Deutschland mit seiner schrumpfenden demografischen Basis NICHTS entgegensetzen. Das ist schlicht Geschichte.Es wird sicher Nischen für spezifische deutsche Stärken wie Fahrwerk, Antriebssystem etc. geben, aber hier werden AUDI, BMW UND Mercedes vieleicht zusammen noch auf 1 Mio. Volumen kommen. Das lässt sich aktuell noch kaum vermitteln.Der breite Markt geht an die genannten Player.
Gerd Albeer
21.04.2026 um 10:00
Kann sein, dass chinesische Kunden Bedarf nach „hochkomplexen Fahrzeugen“ haben;) Ich bevorzuge ein minimalkomplexes Fahrzeug, das mich von A nach B bringt. Einigermaßen schick aussehen soll‘s schon.
Heiner Borel
21.04.2026 um 10:11
Diesbezüglich unterscheiden sich in der Tat wesentliche Kundengruppen etwa in Deutschland von jenen in China. „Dummerweise“ ist natürlich das Kundenpotential in der Perspektive in China zahlenmäßig mehr als zehnmal so groß als das in Deutschland. Daraus wird klar, worauf es ankommt und worauf man als Hersteller den Fokus legen sollte und legen muss.
Georg Partsch
21.04.2026 um 10:47
Mir bereiten hoch komplexe Fahrzeuge Sorge. Früher konnte ich mich in ein x-beliebiges Fahrzeug (etwa als Mietwagen, irgendwo auf der Welt) reinsetzen und einfach sofort losfahren. So geht das heute bzw. schon seit einiger Zeit nicht mehr.
Theo Hartung
21.04.2026 um 13:24
So ist es. Auch von meinem eigenen Fahrzeug aktueller Generation, das ich jetzt seit zwei Jahren fahre, kenne und verstehe(??) ich nur 10% der vorhandenen Funktionalität und des Chichi im Bereich Infotainment und Drumherum. Aber Mann lebt damit.

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