Hyundai Ioniq 3: Hyundai macht den EV2 effizient

Kia hat mit dem EV2 Anfang des Jahres einen praktischen Elektro-Kleinwagen vorgestellt. Die Schwestermarke Hyundai nimmt jetzt die Technik des EV2, packt sie aber in eine aerodynamischere Karosserie – und kommt so auf höhere Reichweiten.

Hyundai ioniq weltpremiere
Bild: Hyundai

Hyundai selbst spricht von einer neuen „Aero Hatch“-Karosserieform, „deren Silhouette sowohl auf aerodynamische Effizienz als auch auf großzügigen Innenraum“ ausgelegt ist. Der Ioniq 3 soll also aerodynamischer und effizienter sein als der Kia EV2, ohne aber den Nutzwert ganz zu vernachlässigen. Während der Kia recht kantig ist und zum Beispiel über eine steil abfallende Heckscheibe verfügt, ist der Ioniq 3 als „Aero Hatch“ anders gezeichnet. „Die niedrige,
schnittige Front geht in eine markante Dachlinie über, die gerade über die Insassen vorne und hinten verläuft, bevor sie weiter hinten abfällt und nahtlos in den Heckspoiler übergeht“, erklärt Hyundai. „Diese Form maximiert die Geräumigkeit im Innenraum und bietet den Fondpassagieren bemerkenswerte Kopffreiheit sowie verbesserten Komfort.“

Der Ioniq 3 folgt der „Art of Steel“-Designsprache, die auch schon andere Hyundai-Modelle prägt. „Die Oberflächen sind auf wenige, bewusst gestaltete Volumen reduziert, die eine starke und präzise visuelle Wirkung erzeugen und das natürliche Verhalten von Metall widerspiegeln“, umschreibt Hyundai das Konzept. Und es gibt die Ioniq-typsichen Pixel-Beleuchtungselemente. Dass diese oft als vier Pixel auftauchen, ist kein Zufall: Vier Punkte entsprechen im Morse-Code dem Buchstaben „H“ – und ersetzen so das Hyundai-Logo mit dem gleichen Buchstaben.

Designt und entwickelt wurde der Ioniq 3 in Deutschland, vor allem im Hyundai-Entwicklungszentrum Rüsselsheim – auch wenn die globale Plattform E-GMP in der 400-Volt-Version viel vorgegeben hat. Gebaut wird der Ioniq 3 ebenfalls in Europa, wie berichtet im türkischen Hyundai-Werk Izmit.

Da die Plattform gleich ist, entsprechen auch die Eckdaten zum E-Antrieb wenig überraschend dem EV2. Es gibt also zwei Akku-Größen, 42,2 kWh in der „Standard Range“ und 61 kWh in der „Long Range“. Wie im EV2 ist der kleinere Akku mit einem stärkeren Motor kombiniert, 108 kW im Gegensatz zu den 99,5 kW im „Long Range“-Modell. Auch das Ladeverhalten ist mit 119/110 kW im Peak und 29/30 Minuten von zehn auf 80 Prozent gleich. Und der optionale 22-kW-Charger für das AC-Laden wird auch im Hyundai angeboten – die Koreaner sprechen von einer „ausgewogenen Kombination aus Effizienz, Reichweite und Ladeleistung“.

Der Unterschied zum EV2 liegt in der Reichweite: Während der Kia auf 317 Kilometer (Standard Range) bzw. 448 Kilometer (Long Range) kommt, schafft es der flachere Ioniq 3 hier auf 344 bzw. bis zu 496 Kilometer. Und fast 500 Kilometer Reichweite für einen 4,15 Meter langen Kleinwagen können sich sehen lassen.

Ioniq 3 Standard RangeIoniq 3 Long Range
AntriebFWDFWD
Leistung108 kWk.A.
Höchstgeschwindigkeit170 km/h170
WLTP–Reichweite*334 km496 km
Batteriekapazität42,2 kWh61 kWh
Ladeleistung DC119 kW110 kW
Ladezeit DC 10-80%*29 min30 min
Ladeleistung AC11 kW/22 kW11 kW/22 kW
Ladezeit AC 10-100%4:05 h/2:35 h5:34 h/3:00 h
V2LJaJa

Wenn wir gerade bei den Maßen sind: Mit den 4,15 Metern (bzw. 4,17 Meter in der N-Line) ist der Ioniq 3 knapp zehn Zentimeter länger als der EV2. Beide Autos sind mit 1,80 Metern gleich breit, der Ioniq 3 ist mit 1,50 Metern aber sieben Zentimeter flacher. Der Radstand wurde um neun Zentimeter auf 2,68 Meter gestreckt – was wiederum nur neun Zentimeter weniger ist als bei einem VW ID.3. Beim Nutzwert muss sich der Ioniq 3 aber nicht vor dem hausinternen Schwestermodell verstecken: Das Kofferraumvolumen gibt Hyundai mit 441 Liter an, der EV2 kommt je nach Bestuhlung auf 362 oder 403 Liter. Aber: Der eigentliche Kofferraum des Ioniq 3 fasst nur 322 Liter, dafür ist unter dem Ladeboden noch eine 119 Liter große „Megabox“ verbaut, die alleine einen üblichen Handgepäck-Koffer aufnehmen kann. Die 441 Liter Ladevolumen sind also quasi auf zwei Stockwerke verteilt.

Im Innenraum sind die Hyundai-Designer und -Techniker aber eigene Wege gegangen. Bisher haben beide koreanischen Marken auf ein eher traditionelles Cockpit mit einem verhältnismäßig kleinen Touchscreen in der Mitte gesetzt, auch der EV2 hat die Display-Aufteilung von seinen größeren Kia-Schwestermodellen übernommen. Nicht so der Ioniq 3: Je nach Variante ist in der Mitte ein freistehender, Tablet-artiger Touchscreen mit 12,9 oder 14,6 Zoll Display-Diagonale verbaut. Wie bei Tesla werden auf der linken Seite des Touchscreens auch alle wichtigen Fahr-Infos wie die Geschwindigkeit, das erkannte Tempolimit oder die Ansicht der Assistenzsysteme angezeigt. Anders als bei Tesla gibt es aber hinter dem Lenkrad noch ein Zusatz-Display, das die wichtigsten Informationen auch im Sichtfeld des Fahrers anzeigt.

Das neue Infotainment-System hört auf den Namen „Pleos Connect“ und basiert auf Android Automotive OS – der Ioniq 3 ist das erste europäische Hyundai-Modell, das das Pleos-System erhält. „Funktionen wie der Hyundai Digital Key 2 ermöglichen den schlüssellosen Zugang über Smartphones oder Wearables, während Plug & Charge, ein integrierter EV-Routenplaner sowie Vehicle-to-Load (V2L)-Funktionen für den Innen- und Außenbereich ein nahtloses Fahr- und Ladeerlebnis gewährleisten“, so der Hersteller. Und auch auf der Rückbank gibt es praktische Details: Neben USB-C-Ladeanschlüssen gibt es auch einen Magsafe-Halter, an dem entsprechende Smartphones magnetisch befestigt werden können.

Nicht nur bei den Assistenten bietet der Ioniq 3 ein für Kleinwagen üppiges Portfolio vom Autobahnassistent 2.0 inkl. Handerkennung über den Parkassistent mit Fernbedienung 2.0 mit Memory-Funktion bis hin zur die 360°-Kamera und Monitor-Anzeige für den Totwinkel-Assistent. Auch beim Rest der Ausstattung gibt es viel Auswahl: Es gibt sogar belüftete Sitze oder die aus anderen Ioniq-Modellen bekannten „Relaxation Seats“, die sich bei Ladepausen für einen kurzen Power Nap flach legen lassen. Auch ein Bose-Soundsystem ist erhältlich.

Nur was der Ioniq 3 kosten wird, das verrät Hyundai zur Premiere auf der Milan Design Week noch nicht. Der EV2 startet in Deutschland bekanntlich ab 26.600 Euro, es gibt aber auch Varianten, die erst bei 37.190 Euro starten.

„Mit dem Ioniq 3 machen wir das markante Design, den Fahrspaß und die fortschrittlichen Funktionen der Marke Ioniq einem breiteren Kundenkreis in ganz Europa zugänglich“, sagt Xavier Martinet, President und CEO von Hyundai Motor Europe. „Der Ioniq 3 ist auf die Bedürfnisse europäischer Kunden zugeschnitten und vereint eine in diesem Segment führende Reichweite und Aerodynamik mit außergewöhnlichem Platzangebot, Komfort und Praktikabilität.“

Quelle: Info per E-Mail

20 Kommentare

zu „Hyundai Ioniq 3: Hyundai macht den EV2 effizient“
Adrian
20.04.2026 um 17:28
Hut ab! Knapp 500km in der Kleinstwagenklasse. Hoffe VW wird da mithalten können mit dem ID.Cross.
Peter
21.04.2026 um 09:47
4,15 Meter Länge ist bei Weitem kein Kleinstwagen mehr.Der ID.Cross ist eher mit dem KIA EV2 zu vergleichen.
Lanzu
20.04.2026 um 22:15
Der ID.Polo soll den vorläufigen Angaben nach 450 km schaffen, der Cross weniger. Der Akku ist ein wenig kleiner: 61 kWh (brutto) vs. 52 kWh (netto)
Branchenkenner
21.04.2026 um 11:21
Es sind nicht 61kWh brutto sondern 56-57kWh brutto und 52kWh netto
lanzu
23.04.2026 um 10:03
Die 61 kWh in meinem Kommentar beziehen sich auf den Ioniq 3
Volker Jaschke
20.04.2026 um 17:28
Sieht besser aus als der Ioniq 6. Aber warum nicht Ioniq 2?
Adrian
21.04.2026 um 10:22
Der Ioniq 3 hat auch den Radstand vom EV3, also 2,68m. Der EV2 hat nur 2,56m. Ich könnte mir vorstellen wir bekommen noch einen Ioniq 2, welcher sich den Radstand mit dem EV2 teilt.
Ben
21.04.2026 um 07:12
Weil Ioniq5 =EV6
HP
21.04.2026 um 09:10
Schön, dann aber in dieser Logik: Ioniq 1.
Forumsfreund
20.04.2026 um 23:44
Weil das ausdrücken soll, daß der größer ist als ein Polo.
OuttaTime85
20.04.2026 um 20:24
Mega Design, feier ich gerade richtig. Könnte ein Kassenschlager werden.
Zetti
26.04.2026 um 12:02
Sehe ich genauso. Design, Technik und möglicher Ausstattungsumfang stimmen. Finde auch gut wenn die größere Batterie nicht wie sonst oft mit mehr Leistung zwangsgekoppelt ist. Wenn sie es jetzt mit den Preisen nicht übertreiben..... Hoffe, aus der Türkei kommt ähnlich gute Qualität wie aus Polen, Tschechien oder Ungarn.
dare100em
21.04.2026 um 07:45
Innen sieht er richtig schick aus und auch die Front gefällt mir gut. Das Heck ist allerdings doch gewöhnungsbedürftig.
Wolfgang
21.04.2026 um 06:33
Das sind genau die Karosserieformen, die schnittig sind, aber die Sicht nach hinten quasi auf Null setzen. Mit Außenspiegelen sieht man nicht vielmehr. Honda, Citroën und einige andere haben es bereits versucht. War jetzt kein Verkaufsschlager. Polstar hat sich beim 3 gesagt, da lassen wir das Heckfenster gleich ganz weg. Auch kein großer Absatz. Guter cw-wert geht Hand in Hand mit Unübersichtlichkeit. Das sind die Fahrzeuge, die auf der Autobahn die Spur wechseln, wenn es nicht geht. Und ohne elektronische Helferlein, wird die Fahrt zum Abenteuer. Ist halt modern, aber nicht funktionell. Aber das muss der Käufer für sich entscheiden.
AllesOK
21.04.2026 um 09:01
Kompletter Kommentar einfach quatsch.
Markus
21.04.2026 um 10:48
Zum Teil ist was dran aber nicht bei der normalen Fahrerei. Wer beim überholen Probleme hat weil zu faul einen Spiegel zu benutzen und Schulterblick hat man zuletzt in der Fahrschule gemacht, da hilft auch kein großes Fenster im Heck. Richtig ist aber, das die Rangiererei nur mit Kamera zum Teil ätzend ist. Auch weil die Kamera in vielen Autos einfach billiger Schei.... Schrott sind. Wenn ich vom Lexus in den MG umsteige sind das schon Welten und das für an sich wenig Kosten für eine bessere Kamera. Dazu kommt in kleineren Autos auch meist ein kleineres Display. Aber da wird halt an jedem Eck gespart.
erFahrer
21.04.2026 um 08:16
Bravo, das alles kann sich sehen lassen. Hyundai ist damit nun vollständig gut aufgestellt. Inster und I3 sind sehr eigenständig und sprechen unterschiedlich an. Lob auch an Rüsselheim - klasse Ergebnis und damit wohl auch Standortsicherung. Der 3 größte Fahrzeughersteller der Welt wird damit nun wohl die Nr. 1 bzgl. Elektromobilität Als deutscher Händler wird dabei wohl Vorfreude im Verkauf aufkommen. .
Patrick S.
21.04.2026 um 09:26
Davon jetzt bitte ein N-Modell mit zweitem Motor und ggf. größeren Akku mit einer besseren Ladeperformance.
Mark
21.04.2026 um 10:42
Hm, der gefällt. Könnte der Nachfolger von meinem Ioniq 5 werden.
Martin Tellkamp
21.04.2026 um 13:23
Gutes Auto. Aber es fehlt immer noch der legitime Nachfolger des Ioniq classic: 30 cm länger als der Ioniq 3, mit ähnlicher Form, leicht besseren Leistungsdaten und vergleichbarer, sehr guter Effizienz. IONIQ 4?

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