Redwood richtet sich mehr auf Batteriespeicher aus – und entlässt 10% der Belegschaft

Das als Batterierecycler bekannt gewordene US-Startup Redwood Materials entlässt rund zehn Prozent seiner Belegschaft. Gründer JB Straubel begründet dies damit, dass die Firma in manchen Bereichen personell schneller gewachsen sei als erforderlich. Zugleich will Redwood sich künftig noch stärker seinem jungen Batteriespeicher-Geschäftsfeld widmen.

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Bild: Redwood Materials

Wie das US-Blog Techcrunch berichtet, hat Redwood Materials rund 135 Mitarbeiter, also 10 Prozent seiner Belegschaft, entlassen. Die Kürzungen erfolgen nur fünf Monate, nachdem Redwood bereits rund fünf Prozent seiner Stellen gestrichen hatte.

Dabei ist das 2017 gegründete Startup ansonsten recht erfolgreich unterwegs: Es gilt in Nordamerika als Marktführer im Batterie-Recycling und gibt an, mit der eigenen Lieferkette für Altbatterien jährlich über 20 GWh an Batterien zu erhalten. Das entspricht umgerechnet grob 250.000 E-Autos und soll laut Redwood für 90 Prozent aller in Nordamerika recycelten Lithium-Ionen-Batterien und Batteriematerialien stehen. Und: Erst vor wenigen Monaten hat Redwood von Investoren, darunter Google und eine Nvidia-Tochter, 425 Millionen US-Dollar eingeworben.

Gründer und CEO JB Straubel, der einst Tesla mitgründete und dort bis 2019 als CTO die Nr. 2 hinter Elon Musk war, sieht im Erfolg und den Entlassungen keinen Widerspruch. „Redwood steht heute so gut da wie nie zuvor“, zitiert ihn Techcrunch aus einer Rundmail an die verbliebenen Mitarbeiter. Aber: „Teile des Unternehmens sind schneller gewachsen, als es für die strategische Ausrichtung von Redwood nötig gewesen wäre“, so Straubel weiter. Daher also nun die Entlassungen. Alle betroffenen Mitarbeiter sollen laut der Rundmail Abfindungen und bezahlte Krankenversicherung sowie Unterstützung beim beruflichen Übergang erhalten. Betroffen sein sollen Mitarbeiter in mehreren Abteilungen, darunter den Bereichen Engineering und Betrieb, so ein Insider gegenüber Techcrunch.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere wichtigsten Projekte mit einem kleineren, fokussierteren Team erfolgreich umsetzen können“, schreibt Strobel weiter. „Wir haben uns erfolgreich an die Marktveränderungen angepasst, die viele unserer Konkurrenten in den Ruin getrieben haben.“

Batteriespeicher könnten wichtiger als Recycling werden

Stand in der Vergangenheit die Rückgewinnung von kritischen Materialien für Batterien wie Kobalt, Nickel, Kupfer, Lithium und Kathodenmaterial im Vordergrund von Redwood Materials, so zeichnet sich jetzt bereits ab, dass die neue Tochter Redwood Energy zu einem wichtigen neuen Umsatzstrom wird und sogar das Recycling- bzw. Materialgeschäft überflügeln könnte. Denn die im Sommer 2025 gestartete Sparte baut Battery Energy Storage Systems (BESS), also stationäre Batteriespeicher. Dabei werden zu einem großen Teil ausrangierte E-Auto-Batterien verwendet, die für ein echtes Recycling noch einen zu hohen State of Health haben und stattdessen in den BESS ein zweites Leben („Second Life“) bekommen.

Wie wichtig dieser neue Geschäftsbereich ist, zeigt auch die Neugestaltung der Homepage von Redwood Materials. Man beachte die Reihenfolge bei der Selbstdarstellung: „Wir bieten Energiespeicherung im großen Stil für den Inlandsmarkt, sichern kritische Rohstoffe für die USA und gestalten die nächste Ära der amerikanischen Energieversorgung.“ Dabei sollen die Energiespeichersysteme vor allem (KI-) Rechenzentren und das nationale Stromnetz mit Strom versorgen. JB Straubel greift das in seiner Mail an die Mitarbeiter auf. Er sei „mehr denn je begeistert von unserem Weg, da wir das weltweit integrierteste und kosteneffektivste Unternehmen für kritische Rohstoffe und Energiespeicherung aufbauen“, zitiert ihn Techcrunch. Gerade erst hatte Redwood verkündet, einen Auftrag von Rivian für einen Second-Life-Batteriespeicher für das Werk in Normal, Illionois erhalten zu haben.

techcrunch.com

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