Auto China: BMW zeigt Langversionen des iX3 und i3

BMW hat auf der Auto China erstmals den BMW iX3 und BMW i3 mit langem Radstand präsentiert, die ersten in China für China entwickelten Modelle der Neuen Klasse. Auch einige Features der neuen Modelle wurden auf die chinesischen Kundenbedürfnisse zugeschnitten.

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Bild: BMW

Dass chinesische Kunden vor allem im Fond eine größere Beinfreiheit bevorzugen, ist in der Autobranche quasi ein alter Hut – und China-spezifische Langversionen internationaler Modelle daher seit Jahrzehnten etabliert. So verwundert es kaum, dass auch BMW zwei seiner wichtigsten Elektromodelle für China etwas streckt. Schließlich sind der iX3 und i3 die ersten beiden Modelle „im größten Zukunftsprojekt der BMW Geschichte: der Neuen Klasse“, wie es BMW-CEO Oliver Zipse bei seinem letzten Auftritt auf der Auto China in Peking ausdrückt – im Mai übernimmt bekanntlich Milan Nedeljković den Vorstandsvorsitz in München.

Die internationale Version des iX3 hatte BMW im vergangenen Herbst auf der IAA Mobility in München offiziell vorgestellt, vom i3 gab es im März eine Design-Vorstellung – die Weltpremiere steht bei der Limousine noch aus. Wie stark beide Modelle genau gestreckt werden, gibt BMW in der Pressemitteilung zur Auto China übrigens nicht an. In Berichten ist aber von einem um 10,8 Zentimeter auf 3,01 Meter verlängerten Radstand die Rede. Die Außenlänge legt dann auf 4,89 Meter zu.

Die knapp elf Zentimeter mehr Radstand werden nahezu komplett für eine größere Beinfreiheit im Fond genutzt, aber nicht nur das. Der gestreckte iX3L soll hinten auch neue Sitze mit einer dickeren Polsterung erhalten, die sich zudem stärker in der Neigung einstellen lassen – um mit einer bequemeren Sitzposition den gewonnenen Raum auch ausnutzen zu können. Zu den weiteren Änderungen des China-Modells gehören etwa eine induktive Ladeschale für Smartphones in der hinteren Mittelarmlehne, eine erweiterte Ambientebeleuchung und auch mehr physische Tasten für die Bedienung.

Ob auch die Batterie geändert wird, erwähnt BMW nicht – 10,8 Zentimeter mehr Radstand schaffen mehr Platz zwischen den Achsen, der mit zusätzlichen Batteriezellen gefüllt werden kann. Bei den Elektroantrieben der sechsen Generation setzen die Münchner bekanntlich auf Rundzellen, im internationalen iX3 und i3 kommt das Batteriepack auf 108 kWh Energiegehalt. Während Audi in seinem für China gestreckten Q6L e-tron eine etwas größere Batterie verbaut und Mercedes in der ebenfalls auf der aktuell laufenden Automesse vorgestellten Langversion des GLC einen sogar etwas kleineren Akku angekündigt hat, legen die Reichweiten-Angaben von BMW nahe, dass es der gleiche 108-kW-Akku sein dürfte: Der iX3L soll im chinesischen Normzyklus CLTC über 900 Kilometer weit kommen, der i3 über 1.000 Kilometer. Im WLTP, der in der Regel etwas niedrigere Reichweiten ergibt, sind es beim iX3 805 Kilometer und beim i3 über 900 Kilometer.

Mit der Neuen Klasse hatte BMW auch das „Panoramic iDrive“ eingeführt, ein schmales Display-Band am unteren Ende der Windschutzscheibe. Dieses Anzeigen-Konzept wurde nun auch erstmals in China vorgestellt, in einer „an die lokalen Marktbedürfnisse“ angepassten Version. „Ein Beispiel ist die Sprachinteraktion: Während BMW in Europa und den USA auf Technologien von Amazon setzt, kommt in China eine eigenständige Lösung zum Einsatz, die gemeinsam mit lokalen Technologiepartnern wie DeepSeek entwickelt wurde“, erklärt BMW.

Weltpremiere feierte wie berichtet auch die neue 7er Limousine mit Neue-Klasse-Technologien. Auch das Oberklasse-Modell erhält das Anzeigen- und Display-Konzept der Neuen Klasse, ein angepasstes Oberklasse-Design und im elektrischen i7 auch die Rundzellen aus der Neuen Klasse – ansonsten bleibt es aber bei der fünften Antriebsgeneration.

bmwgroup.com, insideevs.de

1 Kommentar

zu „Auto China: BMW zeigt Langversionen des iX3 und i3“
Paul-Gerhard Fenzlein
28.04.2026 um 08:15
Die Modelle der BMW „Neuen Klasse“ – ob als iX3 oder i3, auch in der Langversion– kommen mindestens zwei Jahre zu spät auf den Markt, um in China noch nennenswerte Marktanteile gegen die rasante lokale Konkurrenz wie Huaweis HIMA-Allianz, Li Auto, NIO, Xpeng oder Xiaomi zurückzugewinnen. Technologische Errungenschaften, die in Deutschland als große Innovationen hervorgehoben werden, sind auf dem chinesischen Markt oft schon Standard. Das viel beworbene „Panoramic Vision“ Display beispielsweise bieten diverse chinesische Autobauer in ähnlicher Form bereits seit ein bis zwei Jahren an. Auch eine 800-Volt-Architektur mit 400 kW Ladeleistung oder eine 120 kWh große Batterie stellen im heutigen China keine echten Alleinstellungsmerkmale (USPs) mehr dar. Besonders deutlich wird der Kontrast bei der Energieversorgung: Dem konventionellen Schnellladen steht in China das bereits tausendfach etablierte Batteriewechselsystem von Anbietern wie NIO oder CATL gegenüber. Dieses ermöglicht den Wechsel auf eine volle Batterie in weniger als drei Minuten. Der entscheidende Vorteil: Es wird nicht wie beim Schnellladen nur von 10 % auf 80 % geladen, sondern der Kunde verlässt die Station in kürzester Zeit mit einer nahezu 100 % vollen Batterie. Darüber hinaus sind die Erwartungen der chinesischen Kunden an das digitale Ökosystem im Fahrzeug weitaus höher. Das Auto wird dort als nahtlos integriertes Smart Device verstanden – ein Bereich, in dem BMW mit seinem traditionelleren, konservativen Software-Ansatz an seine Grenzen stößt. Zweifellos wird die „Neue Klasse“ hervorragende Fahrzeuge hervorbringen, die aufgrund der bekannten BMW-Tugenden auch in China ihre Käufer finden werden. Dass BMW mit diesen Modellen jedoch eine echte Trendwende auf dem hart umkämpften chinesischen Markt einleiten kann, darf stark bezweifelt werden.

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