MG Motor soll mit eigener Elektroauto-Fabrik in Spanien liebäugeln
Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf Kreise, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Durch den Betrieb eines eigenen Elektroauto-Werks innerhalb Europas würde sich der chinesische Autohersteller die EU-Sonderzölle vom Hals halten. Immer wieder hieß es in den vergangenen Jahren, dass MG Motor deshalb mit einer lokalen Produktion liebäugele, bisher jedoch ohne offizielle Ergebnisse. Auch Bloomberg betont, dass die Entscheidung laut seiner Quellen noch nicht endgültig gefallen sei – „und wichtige Details – darunter Investitionsvolumen, Produktionskapazität und Zeitplan – noch ausgearbeitet werden“. Das Unternehmen selbst reagierte auf Anfragen der Nachrichtenagentur nicht.
Vor einem Jahr schrieb bereits die Automotive News Europe auf Informanten-Basis, dass MG auf der Suche nach einem unbebauten Grundstück sei und das geplante Werk eine Anfangskapazität von 100.000 Einheiten pro Jahr haben soll. Auch hier ohne Bestätigung. Immer wieder fiel als mögliches Zielland Ungarn, auch aufgrund der dortigen Förderung und der erfolgreichen Ansiedlung mehrerer chinesischer EV-Unternehmen von BYD über CATL bis hin zu Eve Energy. Ungarn unterhält unter Noch- Ministerpräsident Viktor Orban bekanntlich eine enge Bande zu China. Allerdings ist SAIC nicht direkt ein Staatsunternehmen im Eigentum der Volksrepublik, steht aber unter der Kontrolle der Provinz Shanghai – und damit unter einem recht starken politischen Einfluss.
SAIC hatte unterdessen schon 2023 angekündigt – also weit vor den Sonderzöllen der EU –, den MG4 auch in Europa bauen zu wollen. Aussagen zu einem möglichen Standort gab es seinerzeit noch nicht, die Entscheidung solle aber in den kommenden zwei oder drei Jahren fallen – also 2025 oder 2026, hieß es damals. Hochrangige Manager machten aber schon 2023 deutlich, dass die Produktionskosten höher als in China seien und daher besonders im Fokus der Standortwahl stehen.
Im Sommer 2024 wurde dann schon einmal Nord-Spanien als Favorit genannt, konkret die Region Galizien im Nordwesten des Landes – etwa aufgrund der guten Schiffsanbindung nach Großbritannien, den nach wie vor wichtigsten Europa-Markt für MG. Nach der EU-Entscheidung über die Sonderzölle, wobei SAIC mit 35,3 Prozent von dem höchsten Zollsatz betroffen ist, soll die chinesische Regierung einheimische Hersteller davor gewarnt haben, in jenen EU-Länder zu investieren, die für die Einführung der Sonderzölle gestimmt haben – darunter war auch Spanien.
Klar ist: Gemessen an den Stückzahlen zählt MG zu den erfolgreichsten China-Autobauern in Europa: MG konnte 2024 rund 300.000 Fahrzeuge in Europa verkaufen – darunter großteils elektrifizierte Autos, aber auch zwei Verbrenner-Baureihen gehören zum Portfolio. Mit dem genannten Absatz wuchs die Marke in Europa um 30 Prozent gegenüber 2024. Vor allem die Hybrid-Modelle („Hybrid+“) legten zu (+300% YoY) auf 137.000 Einheiten. MG ist mittlerweile in 34 europäischen Ländern vertreten und arbeitet mit rund 1.300 Handelspartnern zusammen. „Die zunehmende Marktdurchdringung und ein breit aufgestelltes Modellportfolio tragen maßgeblich zur positiven Entwicklung der Marke in Europa bei“, schreibt der Autobauer in der Jahresbilanz 2025.





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