Rivian-Werk in Georgia soll 50 Prozent größer ausfallen

Der US-Elektroautohersteller Rivian will sein im Bau befindliches zweites Fahrzeugwerk größer dimensionieren als bislang geplant: Die Anlage im Bundesstaat Georgia soll eine Jahreskapazität von 300.000 statt 200.000 Autos bekommen. Unterdessen hat VW seine Beteiligung an Rivian auf rund 16 Prozent erhöht.

rivian r3 2024 02 min
So soll der Rivian R3 aus dem Werk in Georgia aussehen
Bild: Rivian

Der kalifornische VW-Partner Rivian betreibt bereits ein Fahrzeugwerk in Normal im US-Bundesstaat Illinois, in dem der E-Lieferwagen EDV, die R1-Modelle sowie neuerdings auch der mittelgroße E-SUV R2 gebaut werden. Die Gesamtkapazität liegt dort aktuell bei 215.000 Fahrzeugen pro Jahr. Schon lange plant Rivian zudem den Bau eines zweiten Fahrzeugwerks im US-Bundesstaat Georgia in der Nähe der Metropole Atlanta. Die Grundsteinlegung erfolgte dort bereits im September.

Doch bislang ging es auf der Baustelle im Örtchen Stanton Springs North in Georgia nur um die Erschließung des Geländes, die Infrastruktur und den Tiefbau, während der Hochbau der Gebäude noch gar nicht begonnen. Das gab Rivian nun die Chance, seine Pläne anzupassen und größer zu denken: Die E-Auto-Fabrik soll nun gleich auf eine Jahreskapazität von 300.000 statt der bislang 200.000 geplanten Fahrzeuge ausgerichtet werden.

4,5 Mrd. Dollar Kredit vom Energieministerium

Möglich macht das auch ein umfangreicher Kredit vom US-Energieministerium: Dieser hat ein Gesamtvolumen von 4,5 Milliarden US-Dollar, die sich aus einer Kreditsumme von 4,006 Milliarden US-Dollar sowie 494 Millionen US-Dollar kapitalisierten Zinsen zusammensetzen, die erst nach der Bauphase zurückgezahlt werden müssen.

„Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft mit dem US-Energieministerium, die den Ausbau unserer Produktionskapazitäten in Georgia ermöglicht“, sagte Rivian-Gründer und CEO RJ Scaringe. „Das R2-Programm erweitert unsere Marktchancen enorm. Die Tausenden engagierten Mitarbeiter, die bald in unserem Werk in Georgia arbeiten werden, werden maßgeblich zum Wachstum von Rivian beitragen, während wir die amerikanische Produktion ausbauen und daran arbeiten, die Innovations- und Technologieführerschaft der USA zu sichern.“

Auch Robotaxi-Produktion in Georgia geplant

Im neuen Werk in Georgia soll künftig sowohl der R2 hergestellt werden als auch der kommende Kompakt-SUV R3, der nochmals erschwinglicher sein soll als der R2 und auch in den Export gehen soll. Zudem will Rivian in der neuen Fabrik für seinen neuen Partner und Investor Uber auch 50.000 Robotaxis herstellen. Die Produktion der Modelle in dem Werk soll Ende 2028 beginnen.

Unterdessen hat Rivian auch seine Quartalszahlen vorgestellt. Basierend auf einer Produktion von 10.236 Fahrzeugen und 10.365 Kundenauslieferungen konnte Rivian seinen Umsatz im ersten Quartal 2026 um 11 Prozent auf 1,38 Milliarden US-Dollar steigern. Dabei sank der Umsatz im Segment Automotive allerdings um 2 Prozent auf 908 Millionen US-Dollar, was Rivian auf einen Rückgang der Verkäufe von regulatorischen Gutschriften für die Automobilindustrie um 100 Millionen US-Dollar sowie ein Rückgang des Umsatzes pro ausgelieferter Einheit aufgrund eines höheren Anteils an Nutzfahrzeugen zurückführt. Demgegenüber seien aber die oben genannten Fahrzeugauslieferungen um 20 Prozent gestiegen.  

VW erhöht Beteiligung weiter

Einmal mehr wuchs das Segment Software und Dienstleistungen deutlich, und zwar um 49 Prozent auf 473 Millionen US-Dollar. Dieser Anstieg geht vor allem auf die Entwicklungspartnerschaft mit Volkswagen zurück, das nach erfolgreichen Wintertests der serienorientierten zonalen Architektur nun wie vereinbart eine weitere Milliarde US-Dollar in Rivian investiert hat, das in Form von Eigenkapital fließt. Dadurch steigt die VW-Beteiligung an Rivian von zuletzt 12,3 auf nun rund 16 Prozent. Damit dürfte VW nun der größte Aktionär von Rivian noch vor dessen anderem großen Partner Amazon sein.

Im ersten Quartal 2026 betrug der operative Verlust 881 Millionen US-Dollar, verglichen mit 655 Millionen US-Dollar im gleichen Quartal des Vorjahres. Grund dafür waren laut Rivian ein geringerer Rohertrag und höhere Betriebskosten. Der Nettoverlust betrug 416 Millionen US-Dollar, verglichen mit 541 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal – ein Rückgang um 23 Prozent.

rivian.com (neues Werk), rivian.com (Quartalszahlen), volkswagen-group.com (PDF, S. 3 zur VW-Beteiligungshöhe)

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