Robotaxi-Offensive: Uber investiert bis zu 1,25 Mrd. Dollar in Rivian
Langsam wird es unübersichtlich: Aktuell vergeht kaum eine Woche, in der die Ride-Hailing-App Uber keine neue Partnerschaft im Bereich Robotaxis verkündet. So hat Uber gerade zusammen mit der Hyundai-Mehrheitsbeteiligung Motional in Las Vegas einen neuen Robotaxi-Service gestartet, will zudem bald auch autonome Fahrzeuge von Zoox in Las Vegas und L.A. vermitteln und verspricht zudem Robotaxis in 28 Städten bis 2028, die auf Technologie von Nvidia basieren.
Kein Wunder also, dass die neueste Robotaxi-Neuigkeit von Uber irgendwie vertraut klingt: Uber investiert in Rivian, um von dem kalifornischen Hersteller Robotaxis zu erhalten. Tatsächlich gab es erst neulich einen ähnlichen Deal für die Beschaffung von Robotaxis aus Kalifornien – allerdings damals mit Lucid.
Anfangsinvestition von 300 Millionen US-Dollar
Und so sollen sie nun also bald Seite an Seite fahren, die künftigen Robotaxis von Lucid und Rivian. Wobei beide Hersteller eigentlich noch gar keine im Sortiment haben. Aber um die Dinge zu beschleunigen, hat Uber vor einem halben Jahr 300 Millionen US-Dollar in Lucid investiert – und nun sollen es bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar in Rivian werden.
Rivian-Chef RJ Scaringe sagt: „Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft mit Uber. Sie wird unseren Weg zur Autonomie der Stufe 4 beschleunigen und uns helfen, eine der sichersten und komfortabelsten autonomen Plattformen der Welt zu schaffen. Die enorme Datenmenge von Rivian, kombiniert mit RAP1, unserer hochmodernen, hauseigenen Inferenzplattform, und unserer multimodalen Wahrnehmungsplattform, lässt uns voller Zuversicht auf die rasante Weiterentwicklung der autonomen Fahrtechnologie von Rivian in den nächsten Jahren blicken.“
Der Deal gestaltet sich dabei folgendermaßen: Genau wie bei Lucid soll auch Rivian eine Anfangsinvestition von 300 Millionen US-Dollar erhalten. Vorbehaltlich des Erreichens bestimmter Meilensteine im Bereich autonomes Fahren bis zu festgelegten Terminen will Uber seine Investition dann innerhalb der nächsten fünf Jahre auf bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar aufstocken.
Zunächst 10.000 Rivian-Robotaxis geplant
Im Gegenzug plant Uber den Einsatz von 10.000 vollautonomen R2-Robotaxis in der ersten Phase. Die ersten Einsätze sollen 2028 in San Francisco und Miami beginnen und bis 2031 auf 25 Städte in den USA, Kanada und Europa ausgeweitet werden. Zudem sichert sich Uber die Option, bis zu 40.000 weitere Robotaxis gemeinsam mit seinen Flottenpartnern zu kaufen. Neben den Deals mit Lucid und Rivian war Uber in der Vergangenheit übrigens auch eine Kooperation mit Volkswagen eingegangen, das Tausende fahrerlose Vans des Modells ID. Buzz AD zusammen mit Uber auf die US-Straßen bringen will.
Uber-CEO Dara Khosrowshahi sagt zur Zusammenarbeit mit Rivian: „Wir sind von Rivians Ansatz überzeugt – Fahrzeug, Rechenplattform und Software-Stack gemeinsam zu entwickeln und gleichzeitig die Kontrolle über die skalierte Fertigung und Lieferkette in den USA zu behalten. Diese vertikale Integration, kombiniert mit Daten aus ihrer wachsenden Kundenfahrzeugbasis und ihrer Erfahrung im Umgang mit der Komplexität von Nutzfahrzeugflotten, gibt uns die Überzeugung, diese ambitionierten, aber erreichbaren Ziele zu setzen.“
Rivian entwickelt Robotaxi-Technologie selbst
Mit anderen Worten: Rivian setzt im Gegensatz zu anderen Autoherstellern bei seinem Robotaxi-Projekt nicht auf Kooperationen mit Technologieanbietern, sondern entwickelt komplett inhouse. Bei seinem „Autonomy & AI Day“ zeigte das Unternehmen im Dezember seine Fortschritte. Dazu zählen ein selbst entwickelter Siliziumchip namens Rivian Autonomy Processor (RAP1) sowie ein ein multimodales Sensorsystem mit elf Kameras (65 Megapixel), fünf Radarsensoren und einem LiDAR-Sensor. Wichtig zu bedenken: Autonomes Fahren erfordert enorm schnelle KI-Chips wie besagten RAP1 direkt im Fahrzeug, die in Echtzeit enorme Mengen von Daten verarbeiten müssen – ein KI-Service aus der Cloud reicht dafür nicht.





0 Kommentare