Tesla bietet Lkw-Ladepunkte für Drittkunden
Das neue „Semi Charging for Business“-Programm rund um den eigenen E-Lkw ist ganz ähnlich aufgebaut wie das „Supercharger for Business“-Programm aus dem Pkw-Bereich. Die eigene Lade-Hardware, die Tesla an seinen Supercharger-Standorten aufbaut und installiert, wird so als White-Label-Lösung auch für Drittkunden in den USA geöffnet.
Für den Megacharger, der das schnelle Nachladen von Elektro-Lkw mit bis zu 1,2 MW ermöglicht, ruft Tesla laut einem Online-Konfigurator einen Startpreis von 188.000 US-Dollar auf. Darin enthalten sind ein Power Cabinet mit 1,2 MW sowie zwei Ladepunkte, die sich diese Leistung teilen. Die Kosten für die Installation und Steuern sind aber noch nicht eingerechnet. An Standorten, die neben dem eigenen Fuhrpark auch weiteren Nutzern offen stehen und somit Umsätze erzeugen, erhebt Tesla zudem eine Gebühr von 0,08 US-Dollar pro Kilowattstunde.
An einem Megacharger soll der Tesla Semi, der kürzlich in die Serienproduktion gegangen ist, in 30 Minuten bis zu 60 Prozent nachladen können. Damit können während der vorgeschriebenen Ruhepausen der Fahrer mehrere hundert Kilometer Reichweite nachgeladen werden. Damit eignen sich die Megacharger für das Laden unterwegs oder für schnelle Ladevorgänge, während die Fracht be- oder entladen wird.
Aber auch für das Depotladen über Nacht mit deutlich geringerer Ladeleistung gibt es jetzt ein passendes Produkt von Tesla: Der neue Basecharger bietet 125 kW Leistung und soll so die Batterie eines Semi in vier Stunden um bis zu 60 Prozent nachladen können, wie Tesla angibt. Das Produkt wurde zwar jetzt vorgestellt, bis zur Auslieferung wird es aber noch etwas dauern: Tesla selbst gibt an, dass es wohl Anfang 2027 so weit sein soll.
Der Einstiegspreis für den Basecharger liegt bei 40.000 US-Dollar, was das US-Portal Electrek als „äußerst wettbewerbsfähig“ bezeichnet. Dazu kommt, dass die Gebühr beim Laden von Drittkunden-Fahrzeugen mit 0,08 Dollar/kWh niedriger ist als im „Supercharger for Business“-Programm aus dem Pkw-Bereich, wo pauschal 0,10 Dollar/kWh berechnet werden. „Dies deutet darauf hin, dass Tesla mit aggressiven Preisen den Ausbau der Ladeinfrastruktur für den Semi beschleunigen will“, so Electrek.
Beide Produkte ähneln optisch einem Supercharger V4 und sind nur durch die andere Kabel-Aufhängung zu unterscheiden. Sie unterstützen auch offene Protokolle wie ISO 15118-2 und OCPI, sie sind also nicht exklusiv an das Tesla-Ökosystem gebunden. Auch Zahlungsterminals sind gegen Aufpreis erhältlich. Allerdings sind die Produkte darauf optimiert, über das Tesla-Portal verwaltet zu werden. Dort können die Kunden die Auslastung abrufen, Einstellungen vornehmen und auch die Preise anpassen.





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