Wegen Problem mit Zulieferer: Lucid setzt Prognose fürs Gesamtjahr 2026 aus
Das Geschäft bei Lucid lief im ersten Quartal 2026 deutlich anders als geplant: Zwar lagen Produktion und Umsatz höher als im Vorjahresquartal – doch längst nicht so hoch, wie es das Unternehmen selbst und Analysten erwartet hatten. Grund dafür ist laut Lucid primär ein Problem mit einem Lieferanten für die Sitze der zweiten Modellreihe Lucid Gravity, die im September ihre Europapremiere auf der IAA gefeiert hatte.
In Zahlen ausgedrückt heißt das: Lucid produzierte zwar im ersten Quartal 2026 insgesamt 5.500 Fahrzeuge und damit 149 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Auslieferungen stagnierten jedoch durch das Problem mit den Sitzen bei 3.093 Fahrzeugen – vor einem Jahr waren es 3.109 Stück. Laut dem Unternehmen sind die Probleme mit den Sitzen aber mittlerweile behoben. Die Absatzleistung im März stieg im Vergleich zum März 2025 um 14 Prozent. Lucid will nun weitere Schritte unternehmen, um die Produktion an die erwarteten Auslieferungen und die Kundennachfrage anzupassen, zumal der Auftragseingang in Nordamerika im März 2026 gegenüber dem Vormonat um 144 Prozent gestiegen ist. Konkrete Zahlen nennt Lucid hier aber nicht.
Trotz der zwischenzeitlichen Probleme konnte der Umsatz um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 282,5 Millionen US-Dollar wachsen. Allerdings hatten Analysten laut Reuters im Schnitt mit mit 440,4 Millionen US-Dollar gerechnet. Und: Der Nettoverlust stieg von 731 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf nun 1,13 Milliarden US-Dollar in Q1/2026. Entsprechend wurden die Quartalszahlen an der Börse mit einem Kursverlust von zwischenzeitlich 8 Prozent abgestraft.
Bislang lag die Jahresprognose von Lucid bei einer Produktion von 25.000 bis 27.000 Fahrzeugen. Das wären 36 bis 47 Prozent mehr als die 18.378 hergestellten E-Autos im Vorjahr. Diese Prognose hat Lucid angesichts der zwischenzeitlichen Probleme mit dem Zulieferer ausgesetzt. Erst wenn der neue CEO Silvio Napoli sich eingearbeitet hat, soll es eine neue Prognose geben. „Da Silvio nun an Bord ist und seine Überprüfung des Geschäfts durchführt, setzen wir unsere bisherige Prognose aus und werden im Rahmen unserer Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals einen vollständig aktualisierten Ausblick geben“, sagte Finanzvorstand Taoufiq Boussaid.
Zugleich betont Boussaid, dass Lucid seine finanzielle Basis ausgebaut hat. „Wir haben unsere Bilanz mit über einer Milliarde US-Dollar neuem Kapital gestärkt und strategische Partnerschaften ausgebaut, die die langfristige Umsatzprognose verbessern. Wir haben das Quartal mit erhöhten Lagerbeständen abgeschlossen, die wir voraussichtlich in Umsatz und Cashflow umwandeln werden, sobald sich die Lieferungen normalisiert haben. Gleichzeitig achten wir auf die Abstimmung von Produktion und Vertrieb.“ Dabei kommt das frische Kapital vor allem vom Hauptaktionär Ayar Third Investment, einer Tochtergesellschaft des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), sowie von der Ride-Sharing-App Uber, die Lucid mindestens 35.000 Robotaxis auf Basis des Lucid Gravity sowie der künftigen Mittelklasse-Plattform von Lucid abnehmen will.





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