Tesla erhält grünes Licht für FSD (Supervised) in Litauen
Das litauische Ministerium für Verkehr und Kommunikation hat gemeinsam mit der LTSA (Litauische Straßenverkehrsbehörde) beschlossen, die vorläufige EU-Typgenehmigung für Teslas System Full Self-Drive (Supervised) der niederländischen Fahrzeugbehörde RDW anzuerkennen. Die Behörden betonen zugleich, dass es sich dabei um kein System zum vollständig autonomen Fahren auf SAE-Level 4 handelt, sondern FSD (Supervised) auf SAE-Level 2 eingestuft ist und somit die Verantwortung immer beim Fahrenden bleibt: Er oder sie muss die Verkehrssituation ständig im Blick behalten und jederzeit bereit sein, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen.
„Litauen gehört zu den ersten Ländern in Europa, in denen Autos selbstständig fahren können. Diese Technologien können bereits jetzt einen echten Beitrag zu einem sichereren und komfortableren Fahrverhalten leisten, insbesondere auf längeren Strecken oder im monotonen Verkehr“, sagt Verkehrsminister Juras Taminskas zu der Entscheidung.
Diese erfolgte gemäß der Verordnung (EU) 2018/858 des Europäischen Parlaments und des Rates, welche es den EU-Mitgliedstaaten ermöglicht, vorläufige Typgenehmigungen für neue Verkehrstechnologien anderer EU-Länder anzuerkennen. Dadurch kann Litauen die in den Niederlanden durchgeführte Bewertung nutzen und somit die Freigabe für Tesla FSD (Supervised) erteilen, ohne eine eigene Prüfung durchzuführen.
Für Tesla ist die Entscheidung aus Litauen einerseits ein Achtungserfolg, denn damit kann FSD wenige Wochen nach der Freigabe in den Niederlanden bereits in einem zweiten EU-Land genutzt werden. Andererseits peilte der US-Hersteller aber eigentlich eine EU-weite Genehmigung auf Basis der niederländischen Typgenehmigung an und wollte versuchen, bei einer durch die EU-Kommission koordinierten Abstimmung die Stimmen aller Mitgliedsstaaten für eine EU-weite Genehmigung zu bekommen.
Ob das gelingt, ist aber fraglich. Denn im Umfeld eines ersten Meetings dazu im Rahmen des Technical Committees on Motor Vehicles (TCMV) der EU-Kommission Anfang Mai in Brüssel zeichnete sich bereits ab, dass einige Länder Bedenken haben – laut Medienberichten v.a. die skandinavischen Staaten. Tesla könnte nun zweigleisig fahren und versuchen, einerseits weitere „First Mover“ neben den Niederlanden und Litauen zu gewinnen, andererseits aber zumindest mittelfristig die EU-weite Genehmigung anzupeilen. Denn ansonsten würde EU-weit ein Flickenteppich entstehen aus Ländern, in denen FSD mal genutzt und mal nicht genutzt werden kann. Das wäre gerade für Urlaubsreisen und andere Auslandsfahrten ziemlich nervig.
Update vom 1. Juni 2026
Mittlerweile hat Estland als dritter EU-Staat das Fahrassistenzsystem Full Self-Driving (Supervised) von Tesla offiziell zugelassen. Die estnische Verkehrsbehörde gab nun bekannt, dass sie die im April von der niederländischen Fahrzeugbehörde RDW erteilte Typgenehmigung für das System von Tesla anerkannt hat. Damit ist Estland nach den Niederlanden und Litauen das dritte Land in Europa, das die Fahrerassistenzsoftware auf öffentlichen Straßen zulässt.





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