Deutschland knackt Marke von 200.000 öffentlichen Ladepunkten

Die Bundesnetzagentur hat neue Zahlen zum Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur publik gemacht. Demnach wurde zum Stichtag 1. April die Marke von 200.000 öffentlichen Ladepunkten in Deutschland überschritten und damit 17 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Besonders dynamisch wächst weiter das Schnellladenetz.

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Bild: Daniel Bönnighausen

Insgesamt gab es zum 1. April 2026 laut dem aktuellen Ladesäulenregister exakt 200.255 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland. Das sind 3.902 mehr als noch zum 1. Februar. Im Jahresvergleich wuchs die Zahl um 28.962 Ladepunkte, was einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Diesen prozentualen Anstieg hatte die Behörde bereits zum 1. Februar gemeldet.

Der Großteil der gemeldeten Infrastruktur entfällt weiterhin auf Normalladepunkte. Zum 1. April waren 149.002 AC-Ladepunkte verzeichnet. Die Zahl der Schnellladepunkte lag bei 51.253. Zusammen stellen die gemeldeten Ladepunkte eine Ladeleistung von rund 8,5 Gigawatt bereit. Gegenüber dem Stand vom 1. April 2025 mit knapp 6,7 Gigawatt entspricht das einem Plus von 28 Prozent.

Bei den Normalladepunkten dominiert weiter die Leistungsklasse von 15 bis 22 kW. In diese Kategorie fallen inzwischen 110.780 Ladepunkte. Auf Jahressicht entspricht das einem Plus von 14 Prozent. Dahinter folgt die Klasse von 3,7 bis 15 kW mit 35.428 Ladepunkten und einem Zuwachs von zehn Prozent. Die Leistungsklasse bis 3,7 kW spielt im öffentlichen Bereich dagegen nur eine Nebenrolle; hier stieg die Zahl um zwei Prozent auf 2.794 Ladepunkte. Insgesamt legten die Normalladepunkte damit binnen eines Jahres um 16.797 Ladepunkte oder 13 Prozent zu.

Wachstumstreiber sind nach wie vor allerdings die Schnellladesäulen, also die Infrastruktur mit mehr als 22 kW Ladeleistung. In der Klasse von mehr als 22 bis 49 kW zählte die Bundesnetzagentur zum 1. April 1.748 Ladepunkte, sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Klasse von 49 bis 59 kW, in die viele klassische 50-kW-Lader fallen, wuchs um 19 Prozent auf 7.876 Ladepunkte.

Deutlich stärker fällt das Wachstum bei höheren Ladeleistungen aus. In der Klasse von 149 bis 299 kW wurden zum Stichtag 19.684 Ladepunkte gezählt, ein Plus von 30 Prozent. Noch kräftiger legten die Klassen darüber und darunter zu: Ladepunkte mit mehr als 59 bis 149 kW kamen auf 4.256 Einheiten und damit 35 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die stärkste Dynamik verzeichnete jedoch die Klasse mit mehr als 299 kW. Sie wuchs um 41 Prozent auf inzwischen 17.689 Ladepunkte.

Auch im Bundesländer-Ranking bleibt die Reihenfolge an der Spitze unverändert. Die meisten öffentlich zugänglichen Ladepunkte weist die Bundesnetzagentur weiterhin für Nordrhein-Westfalen aus. Dort waren zum 1. April 39.520 Ladepunkte gemeldet. Es folgen Bayern mit 38.269 Ladepunkten und Baden-Württemberg mit 34.412 Ladepunkten. Alle drei Länder kommen damit inzwischen auf deutlich mehr als 30.000 bis fast 40.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte.

Bei den Betreibern führt EnBW mobility+ das Ranking nach Anzahl der Ladepunkte weiter deutlich an. Zum Stichtag waren dem Unternehmen 11.825 Ladepunkte zugeordnet. Dahinter folgen E.ON Drive mit 4.772 Ladepunkten und Tesla Germany mit 3.665 Ladepunkten.

Nach installierter Nennleistung verschiebt sich die Reihenfolge hinter dem Spitzenreiter. Auch hier liegt EnBW mobility+ mit rund 1,06 Gigawatt vorn. Dahinter folgen Tesla Germany mit 906.250 kW und BP Europe SE, zu der auch Aral Pulse gehört, mit 449.232 kW. Das zeigt zugleich, dass die reine Zahl der Ladepunkte nur einen Teil des Marktes abbildet: Mit dem Ausbau leistungsstarker Schnellladepunkte gewinnt die installierte Ladeleistung als Kennzahl weiter an Bedeutung.

bundesnetzagentur.de

6 Kommentare

zu „Deutschland knackt Marke von 200.000 öffentlichen Ladepunkten“
Ralph Noetzel
27.05.2026 um 17:29
Sonntag nach Himmelfahrt: Ladestop in Dätgen bei Kiel an der A7. Großer Ladepark von EnBW mit über 20 Ladepunkten, sehr gut besucht, fast ausgelastet. Ladeleistung an meinem ID7 30kwh, als der Nachbar fuhr 70kwh. War an allen Säulen so. Stimmung der Anwesenden war eigentlich sehr entspannt trotz der zähen Veranstaltung, aber die schiere Zahl von Ladepunkten sagt absolut nichts über die Fähigkeit der Infrastruktur aus. Es wird zwar immer besser, aber die dauerhaft verfügbare Ladeleistung wäre fast wichtiger als Info als die Anzahl der Säulen oder Ladepunkte. Mit 400kw Ldeleistung kommst du so auch nicht eine Sekunde schneller weiter als ein I3 mit 50kw…
Gerrit
28.05.2026 um 14:12
Als jemand der bald ein neues Auto braucht, derzeit noch einen Verbrenner fährt und eigentlich nur noch ein BEV möchte, hört sich das nicht besonders bemerkenswert an. Was sind schon 200k auf das ganze Land gerechnet?Es gibt immer noch viel zu viele Hemmnisse für den Ausbau. Bei mir: Wohnung zur Miete, Haus steht unter Denkmalschutz und der gewerbliche Vermieter hat kein Interesse und bei uns in der sehr langen Straße in der Innenstadt gibt es gerade mal zwei(!) Ladepunkte an einer einzigen Säule, die von den hiesigen Stadtwerken betrieben wird. Ich wohne in einer Großstadt, aber die Ladeinfrastruktur ist hier weitgehend privat organisiert. Zur Arbeit muss ich täglich eine gute Strecke aufs Land fahren, wo es auch nicht besser aussieht. So wird es höchstwahrscheinlich wieder ein Benziner oder maximal ein Hybrid.
Susi
28.05.2026 um 16:14
Supermarkt/Baumarkt mit HPC/DC-Lader, wie Herr Schwierz schreibt, ist die beste Option, wenn keine AC-Infrastruktur vor Ort vorhanden ist. In Großstädten sollte eine breite Auswahl an Märkten vorhanden sein, die Schnellladen anbieten; zu relativ günstigen Konditionen. Vor meiner Wall-Box-Zeit, bin ich ebenfalls alle 2 oder 3 Tage einen Supermarkt mit HPC angefahren. Hat super funktioniert und mein Kühlschrank wurde nie leer 😀
fraggle
28.05.2026 um 14:26
Hast du mal bei der Stadt oder den Stadtwerken anfragt, ob die dir vielleicht eine Ladesäule in der Nähe deiner Wohnung installieren können? In einigen Städten scheint das auf diesem Weg ganz gut zu funktionieren, weil der Betreiber dann weiß, dass Bedarf da ist und mit Umsatz gerechnet werden kann.
Peter Schwierz
28.05.2026 um 14:19
Supermarkt in der Nähe? Laden beim Arbeitgeber anfragen? Meine Erfahrung aus über 10 Jahren E-Auto und immer öffentlich geladen: Es gibt immer einen Weg und gerade in den vergangenen Jahren ist das Ladenetz extrem gewachsen. Da die neuen Fahrzeuge auch große Batterien haben, muss man (je nach Länge Ihrer Pendelstrecke) auch gar nicht täglich laden. Sie schaffen das!
Uli Schumacher
03.06.2026 um 10:35
Der Bericht erscheint mir in Teilen mehr als zweifelhaft. Ladepunkte, Nennleistung etc., alles Quatsch. ENBW im Besonderen hat schöne Ladepunkte mit 4 mit 6 mit 8 Ladepunkten, an den Säulen steht 300kW oder 150 kW. Die sollen angeben was sie an den einzelnen Stationen für eine Anschlussleistung bieten. Die haben bis heute nicht begriffen, dass ohne Pufferbatterie keine vernünftige Ladeversorgung möglich ist. Eigentlich traurig, aber nachvollziehbar. ENBW verdient mehr Geld mit Netzerneuerungen und Aufstockungen als mit Laden.

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