Ford soll noch dieses Jahr erste LFP-Zellen bauen – dank CATL

Ford liegt Medienberichten zufolge im Zeitplan, um noch in diesem Jahr LFP-Batteriezellen für den Einsatz in E-Autos in Serie zu produzieren. In der US-Batteriefabrik in Marshall wird derzeit die Produktion von „D-Sample“-Zellen hochgefahren. Die Technologie-Lizenz stammt von CATL.

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Bild: Ford

Wie unter anderem CBT News mitteilt, werden diese „D-Sample“-Zellen bereits aus serienreifem Material hergestellt und für letzte Tests und Validierungen verwendet. Ziel ist, die prismatischen LFP-Batterien ab 2027 in Fords neuem, günstigem E-Pickup auf Basis der Universal EV Platform zum Einsatz zu bringen. Ford gehe davon aus, dass das Werk noch vor Ende 2026 mit der Produktion marktreifer Batteriezellen beginnen wird, heißt es bei CBT News.

Um eigene LFP-Batterien zu bauen, hat Ford bekanntlich eine Lizenz von CATL erworben. Dadurch gibt der Autobauer weniger Kontrolle ab, als es in einer Joint-Venture-Struktur der Fall wäre. Das Werk im US-Bundesstaat Michigan befindet sich zudem im vollständigen Eigentum von Ford. CATL gibt allen voran Hilfestellung: Mitarbeiter des chinesischen Batterieriesen unterstützten den Produktionsanlauf in Marshall mit Schulungen und Fertigungs-Know-how, schreibt CBT News. Anders ausgedrückt: Auf dem Papier ist es eine Fabrik in US-Besitz, ohne die Chinesen geht aber nichts.

Schon 2023 kündigte Ford an, dass die Fabrik namens „BlueOval Battery Park, Michigan” im Jahr 2026 mit der Produktion von LFP-Zellen beginnen solle. Der Aufbau ist also offenbar im Zeitplan. Damals teilte Ford mit, 2.500 Mitarbeiter beschäftigen zu wollen und 35 GWh Jahreskapazität anzustreben. Dies bezog sich aber auf eine spätere Ausbaustufe. CBT News gibt nun an, dass Ford bis Jahresende 800 Mitarbeiter im Werk beschäftigen will und später auf „schließlich 1.700 Mitarbeiter aufstocken“ wolle. Ob das dann schon die Endausbaustufe ist, bleibt unklar. Auch zum geplanten Output der Fabrik äußert sich die News-Webseite nicht.

So oder so: Die Nutzung von LFP-Batterien stellt bei Ford eine Abkehr von der ursprünglich NCM-basierten Batteriestrategie dar. NCM-Zellen ermöglichen zwar eine höhere Energiedichte, sind nicht ganz so anfällig bei niedrigen Temperaturen und bieten in der Regel bei gleichem Energiegehalt etwas mehr Leistung. Dafür sind LFP-Zellen deutlich günstiger, die Materialien sind einfacher verfügbar und die Zellen sind etwas robuster, was in einer längeren Nutzungsdauer mündet.

Vor dem Hintergrund von Fords neuer Strategie löste der US-Autobauer im Dezember auch sein Batterie-Joint-Venture BlueOval SK mit dem südkoreanischen Batteriehersteller SK On auf. Beide Seiten teilen sich die Eigentumsrechte an den drei schon bestehenden Werken in Kentucky und Tennessee. Ein wichtiger Faktor: SK On konzentriert sich gegenwärtig auf NMC-Zellchemien. Ford strebt aber eine weitere Diversifizierung in Richtung LFP, aber auch in Richtung Lithium-Mangan-reiche Batterien, kurz LMR, an.

cbtnews.com, eu.detroitnews.com, fromtheroad.ford.com

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