BMW lässt Elektromodelle auf Basis der CLAR in China auslaufen
BMW will die Produktion der von seinem Joint Venture BMW Brilliance Automotive (BBA) in Shenyang gefertigten Elektromodelle offenbar im Juli einstellen. Dabei handelt es sich um das Kompakt-SUV iX1, die nur für den chinesischen Markt auf Basis des Verbrennerers entwickelte und seit 2022 erhältliche E-Limousine i3 sowie die China-Version des i5, die für westliche Märkte in Dingolfing gebaut wird. Das geht aus einem Insiderbericht auf Weibo hervor, über den der chinesische Fachdienst CNEVPost schreibt.
Alle drei Modelle stehen auf der CLAR, kurz für CLuster ARchitecture, einer von BMW entwickelten Mischplattform für verschiedene Antriebsarten. Laut dem Insiderbericht soll diese Maßnahme den Weg dafür frei machen, dass von BBA in Shenyang künftig Fahrzeuge gebaut werden können, die auf der jungen Elektro-Plattform „Neue Klasse“ von BMW stehen.
Tatsächlich hat BMW erst vor wenigen Tagen bei der Feier zum siebenmillionsten Fahrzeug aus der Fabrik in Shenyang bekräftigt, dass der Standort aktuell für die lokale Produktion der Modelle der Neuen Klasse ertüchtigt wird. Dazu zählen die Weiterentwicklung des Produktionssystems, der digitalen Architektur und der Fähigkeiten zur Zusammenarbeit in der Lieferkette. „Mit einem höheren Maß an flexibler Fertigung, KI-gestütztem Qualitätsmanagement und einem hochvernetzten digitalen Produktionsnetzwerk schafft der Standort eine solide Basis für die lokale Produktion der Modelle der Neuen Klasse und stärkt zugleich die Wettbewerbsfähigkeit von BMW in den Feldern Elektrifizierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit weiter – und behauptet so seine führende Rolle in der Zukunft der Premium-Automobilfertigung“, heißt es dazu von BMW.
Auf der Auto China in Peking hatte BMW erstmals den BMW iX3 und BMW i3 mit langem Radstand präsentiert, die ersten in China für China entwickelten Modelle der Neuen Klasse, die bei BBA in Shenyang gebaut werden sollen. Auch einige Features der neuen Modelle wurden auf die chinesischen Kundenbedürfnisse zugeschnitten. „Ein Beispiel ist die Sprachinteraktion: Während BMW in Europa und den USA auf Technologien von Amazon setzt, kommt in China eine eigenständige Lösung zum Einsatz, die gemeinsam mit lokalen Technologiepartnern wie DeepSeek entwickelt wurde“, erklärte BMW am Rande der Automesse.
BMW steht in China wie auch andere westliche Autobauer gehörig unter Druck: Gerade erst musste der Münchner Hersteller seine Prognose fürs laufende Jahr nach unten korrigieren, u.a. wegen seines schwachen Geschäfts in China. Nachdem das Unternehmen zu Jahresbeginn noch von stabilen Absatzzahlen von etwa 50.000 Einheiten pro Monat ausgegangen war, musste diese Erwartung aufgrund der anhaltend gedämpften Konsumnachfrage nun für das Gesamtjahr nach unten korrigiert werden. Denn im bisherigen Jahresverlauf (Januar bis Mai) verzeichnete BMW in China einen Absatzrückgang von 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
cnevpost.com, bmwgroup.com (Vorbereitung des Werks), bmwgroup.com (PDF-Jahresprognose)





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