Keine Wahlfreiheit: Stellantis setzt bei Kleinwagen nur auf Elektroantrieb
Als Stellantis im Februar massive Abschreibungen auf sein E-Auto-Geschäft bekannt gab, rief CEO Antonio Filosa das Ziel aus, Stellantis wolle zum „Leuchtturm der Wahlfreiheit“ werden, insbesondere „für jene Kunden, deren Lebensstil und berufliche Anforderungen die wachsende Palette an Hybrid- und modernen Verbrennungsmotorfahrzeugen des Unternehmens zur idealen Lösung machen“. Sprich: Neben einem Fokus auf Elektroautos wollte Stellantis auch wieder stärker Fahrzeuge mit anderen Antriebsarten anbieten.
Doch das gilt nicht für Kleinwagen für den europäischen Markt – im Gegenteil will sich Stellantis hier auf Modelle konzentrieren, die ausschließlich vollelektrisch angeboten werden. Das hat Emanuele Cappellano, Leiter der Region „Enlarged Europe“ bei Stellantis, vergangene Woche auf dem Automotive News Europe Congress in Brüssel bekräftigt.
Konkret geht es dabei um das sogenannte „E-Car Projekt“, in dem der Mehr-Marken-Konzern ab 2028 in seinem Werk im italienischen Pomigliano „kleine, innovative, erschwingliche und vollelektrische Fahrzeuge“ verschiedener Marken wie etwa Fiat bauen will, wie der Hersteller bereits Mitte Mai bekanntgegeben hatte. Im Zentrum dessen steht eine Wiederauflage der berühmten „Ente“, also des Citroën 2CV.
Dass Citroën eine elektrische „Ente“ plant, darüber wird schon seit langem spekuliert. Kurz nach Bekanntgabe des „E-Car Projekts“ bestätigte Stellantis im Mai dann auch die Pläne für den neuen 2CV. „So wie das Original einst Mobilität demokratisiert hat, soll der neue 2CV die Elektromobilität für eine neue Generation neu begehrenswert machen. Die Rückkehr des 2CV ist nicht einfach die Rückkehr eines legendären Namens. Sie steht für die Rückkehr einer mutigen und optimistischen Idee von Fortschritt. Eine zutiefst Citroën typische Idee“, sagt dazu Citroën-Chef Xavier Chardon.
Dass Stellantis bei den Kleinwagen für den europäischen Markt von der Technologieoffenheit abrückt und sich ausschließlich auf Batterie-elektrische Antriebe konzentriert, dürfte verschiedene Gründe haben: So ist etwa die Technik, die nötig wäre, um einen neuen Verbrenner-Kleinwagen fit für künftige Emissionsvorgaben zu machen, schlicht zu teuer. U.a. deswegen lässt Konkurrent VW nun den Verbrenner-Polo auslaufen und ersetzt ihn durch den vollelektrischen ID. Polo.
Zudem will die EU-Kommission im Zuge ihres „Auto-Pakets“ aus dem Dezember 2025 eine neue Fahrzeugklasse namens M1E für kleine E-Autos unter 4,20 Meter Länge einführen, die bei der Berechnung der CO2-Flottenemissionen der Hersteller mit einem Faktor 1,3 als „Super Credit“ berücksichtigt werden. Dadurch erhalten Autohersteller einen starken Anreiz, kleine E-Autos auf den Markt zu bringen, mit denen sie dann die Emissionen größerer Verbrenner besonders gut ausgleichen können.





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