Kia PV5 Passenger auch als Sechs- und Siebensitzer bestellbar

Kia erweitert das Angebot des PV5 Passenger in Deutschland. Neben dem bisher bestellbaren Fünfsitzer sind nun auch Varianten mit sechs und sieben Sitzen erhältlich. Zudem kündigt Kia für den Elektro-Kleinbus mehrere Updates für das neue Modelljahr an. Ein 22-kW-Onboard-Lader soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Kia pv5 passenger siebensitzer
Bild: Kia

Der Kia PV5 Passenger steht wie die Cargo-Variante nicht auf der bekannten Pkw-Architektur E-GMP, sondern auf der neuen E-GMP.S („Electric Global Modular Platform for Service“), die speziell auf gewerbliche Anwendungen zugeschnitten ist. Beide Modelle gehören zu den ersten Vertretern der vor zwei Jahren vorgestellten Zukunftsstrategie „Platform Beyond Vehicle“ (PBV).

Seit dem Bestellstart im Juni 2025 war der Kia PV5 Passenger (hier unser Fahrbericht) in Deutschland zunächst nur als Fünfsitzer erhältlich. Weitere Varianten hatten die Südkoreaner zwar bereits in Aussicht gestellt, Preise und Bestellstart standen damals aber noch aus. Jetzt erweitert Kia die Auswahl des PV5 Passenger: Ab sofort sind auch Versionen mit sechs und sieben Sitzen bestellbar.

Mit den zusätzlichen Sitzkonfigurationen richtet Kia den PV5 stärker auf den gewerblichen Personentransport, Shuttle-Dienste, Taxi-Betriebe und größere Familien aus. Der neue Sechssitzer verfügt über eine Sitzanordnung im Format 1-2-3. Kia positioniert diese Variante vorrangig für den gewerblichen Personentransport. Der Siebensitzer kommt dagegen mit der Konfiguration 2-2-3 und soll neben gewerblichen Anwendern auch private Kunden mit größerem Platzbedarf ansprechen. Der bekannte Fünfsitzer kommt in der Sitzanordnung 2-3-0 daher.

Beim Gepäckraum bietet der Fünfsitzer laut Kia ein Volumen von 1.330 Litern. Die neuen Varianten mit dritter Sitzreihe fallen hier erwartungsgemäß knapper aus, sollen sich aber durch umklappbare Rückenlehnen in der zweiten und dritten Reihe (50:50 bzw. 60:40) flexibel erweitern lassen. Der Sechssitzer bietet hinter der dritten Sitzreihe 350 Liter Gepäckraumvolumen. Hinzu kommen 315 Liter Stauraum vorn neben dem Fahrer, da dort kein Beifahrersitz verbaut ist. Beim Siebensitzer nennt Kia ein Gepäckraumvolumen von 318 Litern und bei umgeklappter Lehne der dritten Sitzreihe 785 Liter.

Auch den Zugang zum Fond stellt Kia bei den neuen Varianten heraus. Serienmäßig gibt es Schiebetüren auf beiden Fahrzeugseiten, je nach Variante sind diese auch mit Elektroantrieb erhältlich. Die Einstiegskante liegt laut Kia bei 399 Millimetern. Die zweite Sitzreihe ist leicht nach links versetzt, um den Zugang zur dritten Reihe zu erleichtern. Für Kindersitze gibt es im Fond insgesamt vier Isofix-Halterungen, zwei in der zweiten Reihe und zwei an den äußeren Sitzen der dritten Reihe.

„Zu den praktischen Qualitäten des PV5 Passenger gehört auch, dass er – anders als viele andere Stromer – für den Anhängerbetrieb zugelassen ist. Die Versionen mit 71,2-kWh-Batterie können bis zu 1.500 Kilogramm schwere gebremste Anhänger ziehen (mit 51,2-kWh-Akku: 750 kg; ungebremst bei beiden Akkuvarianten 750 kg)“, so Kia. Hier hebt sich der Passenger deutlich vom Cargo ab: Die Cargo-Variante kann nur bis zu 750 Kilogramm (gebremst) an den Haken nehmen. Hintergrund ist die unterschiedliche Hinterachskonstruktion des Cargo-Modells, die bauartbedingt keine höhere Anhängelast zulässt.

22-kW-Onboard-Lader folgt

Technisch bleibt es bei den zwei bekannten Batteriegrößen mit 51,5 und 71,2 kWh. Beide Batterien können laut Kia innerhalb von rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen werden. Beim Fünfsitzer liegt die WLTP-Reichweite mit der kleinen Batterie bei bis zu 295 Kilometern, mit der großen Batterie sind bis zu 412 Norm-Kilometer möglich. Die Reichweitenwerte für den Sechs- und Siebensitzer will der Hersteller zu einem späteren Zeitpunkt nachreichen.

Derzeit können beide Batterien an einem AC-Ladepunkt lediglich mit maximal 11 kW aufgeladen werden. Für den Ladevorgang von 10 auf 100 Prozent sind für die kleine Batterie 4:45 Stunden und für die große Batterie 6:30 Stunden nötig. Kia hat nun jedoch einen 22-kW-Onboard-Lader in Aussicht gestellt. Dieser soll für alle drei Passenger-Varianten angeboten werden. Für den Sechs- und Siebensitzer soll die 22-kW-Option ab dem dritten Quartal dieses Jahres bestellbar sein, für den Fünfsitzer erst ab dem ersten Quartal 2027.

Während auf den stärkeren Onboard-Lader noch gewartet werden muss, hat Kia kleinere Anpassungen angekündigt, die schon mit dem Modelljahrgang 2027 – die Produktion soll Mitte Juli starten – Einzug halten: Die rechte Armlehne am Fahrersitz ist künftig höhenverstellbar. Der Smart Key erhält eine „Walk Away Lock“-Funktion, mit der sich das Fahrzeug automatisch verriegelt, wenn sich der Fahrer entfernt. Beim Fünfsitzer gehört zudem eine LED-Beleuchtung im Gepäckraum künftig zur Serienausstattung.

Preislich startet der PV5 Passenger im Modelljahr 2027 als Fünfsitzer bei 38.390 Euro. Der Siebensitzer kostet in der Ausstattungslinie Essential mit 51,5-kWh-Akku ab 40.190 Euro. Der Sechssitzer ist nicht in der Basisausstattung Essential und daher nicht mit der kleinen Batterie erhältlich. Diese Variante kann erst mit der Ausführung Plus und mit der 71,2 kWh großen Batterie zu einem Preis ab 41.540 Euro geordert werden. Der Aufpreis für die größere Batterie liegt bei den anderen beiden Varianten bei jeweils 4.000 Euro.

Weitere PV5-Varianten im Anlauf

Seit April kann der PV5 Passenger übrigens auch mit einer Taxi-Umrüstung bei Intax geordert werden. Der Preis für das entsprechende Paket liegt bei 1.190 Euro bzw. 1.990 Euro mit Folierung. In Zusammenarbeit mit dem deutschen Umbauspezialisten AMF-Bruns hat der südkoreanische Hersteller darüber hinaus im vergangenen Monat eine Variante zum Transport von Rollstuhlfahrern entwickelt, die im Fond auch Platz für eine Begleitperson bietet.

Doch auch das weitere Umfeld der PV5-Familie wächst. Neben dem Passenger bietet Kia den PV5 unter anderem als Cargo-Version an. Im April kündigte der Hersteller den E-Transporter auch mit Hochdach (L2H2) und als kürzere Variante mit normalem Dach (L1H1) an. Im selben Monat folgte die Ankündigung des PV5 Crew Van, einem neuen, flexiblen Werksumbau, der für den gemischten Transport von Personen und Fracht konzipiert ist. Er kann mit einem Handgriff vom zweisitzigen Transporter zum fünfsitzigen Personaltransporter umgewandelt werden.

Bei dem PV5 soll es aber nicht bleiben. Kia plant, seine PBV-Strategie mit der Einführung des PV7 im Jahr 2027 und des PV9 im Jahr 2029 auszuweiten und damit seine PBV-Modellpalette zu vervollständigen. Mit mehr als 40 Karosserievarianten will der Hersteller zudem „hochgradig anpassbare Mobilitätslösungen anbieten, die auf die vielfältigen Anforderungen von Kunden und Unternehmen zugeschnitten sind“.

kia.com

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