Brasilien beschließt temporäre Zollbefreiung von E-Auto-Bausätzen

Die brasilianische Regierung hat beschlossen, im zweiten Halbjahr 2026 die zollfreie Einfuhr von CKD- und SKD-Bausätzen von Elektrofahrzeugen zu ermöglichen, die dann von den Autoherstellern in Brasilien endmontiert werden. Davon dürften vor allem BYD und die GM-Marke Chevrolet profitieren. Es gibt jedoch eine Obergrenze.

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Endmontage im BYD-Werk Camaçari
Bild: BYD

Dass Brasilien den vergünstigten Import von CKD- und SKD-Bausätzen beenden will, ist schon länger bekannt. Nach dem Übergangsjahr 2026 soll der Zollsatz zum 1. Januar 2027 den Wert von 35 Prozent erreichen. Dies wäre dann identisch mit dem Zollsatz von komplett montierten Elektroautos. Ziel des brasilianischen Handelsgremiums Gecex-Camex ist es, dadurch Anreize für ausländische Hersteller zu schaffen, eine lokale Vollmontage in Brasilien einzurichten, dadurch neue Arbeitsplätze zu ermöglichen und lokale Zulieferer zu stärken.

Nun hat Gecex-Camex eine Übergangsregelung für das zweite Halbjahr 2026 verkündet: Bezüglich Elektrofahrzeugen beschloss der Vorstand des Gremiums nun, dass ab dem 1. Juli 2026 E-Auto-Bausätze sowohl für das SKD-Verfahren (Semi Knocked Down) als auch für die CKD-Methode (Completely Knocked Down) komplett zollfrei eingeführt werden dürfen, und zwar in einem Warenwert von bis zu 463 Millionen US-Dollar.

Darüber hinaus gilt aber die bereits bekannte Regelung: Sollte das zollbefreite Volumen überschritten werden, so gilt für SKD-Bausätze der bereits zum 1. Januar 2026 eingeführte Zollsatz von 35 Prozent. Und bei CKD-Bausätzen gilt ein Zollsatz von 14 Prozent. Wobei der CKD-Zollsatz wie erwähnt dann zum 1. Januar 2027 ebenfalls auf 35 Prozent steigen soll und damit auf das Niveau von vollmontierten E-Autos und SKD-Bausätzen.

Als größter Profiteur der Übergangsregelung gilt der chinesische Autokonzern BYD: Er betreibt seit Juli 2025 ein Fahrzeugwerk auf dem ehemaligen Ford-Industriegelände in Camaçari. Dort kommen bislang sowohl CKD- als auch SKD-Verfahren zum Einsatz. BYD hat bereits angekündigt, den Fertigungsgrad ab der zweiten Jahreshälfte 2026 auf komplexere Fertigungsstufen wie Schweißen, Lackieren, Stanzen und Batteriemontage umstellen zu wollen. Das würde BYD weniger importabhängig machen, die lokale Wertschöpfung stärken und neue Arbeitsplätze schaffen. Aktuell gibt BYD die Jahreskapazität des Werks auf 150.000 Fahrzeuge an und will dieser in der nächsten Ausbaustufe auf 300.000 Einheiten verdoppeln.

Auch General Motors setzt in Brasilien aktuell auf SKD: Die gerade gestartete lokale Fertigung des Chevrolet Captiva EV im GM-Werk im Bundesstaat Ceará erfolgt mit dieser Methode. Dabei kommen die vorgefertigte Bausätze nicht etwa aus dem GM-Heimatmarkt USA, sondern aus China. Der Chevrolet Captiva EV basiert auf dem chinesischen Wuling Starlight S und teilt sich mit diesem wesentliche technische Komponenten.

gov.br (Portugiesisch), mobilityportal.eu

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