Kia bringt kürzeren PV5 Cargo in den Handel
Die Südkoreaner hatten bereits im April auf der Commercial Vehicle Show in Birmingham neben einer Hochdachvariante L2H2 auch den kürzeren PV5 Cargo L1H1 sowie eine neue Einstiegsbatterie angekündigt. Preise und konkrete Termine für Produktion und Auslieferung nannte Kia zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht.
Nun ist klar: Während für den L2H2 weiter kein Bestellstart kommuniziert wurde, kann die kürzere Cargo-Variante ab sofort in Deutschland geordert werden. Die Fertigung des Modelljahrs 2027 soll im Juli beginnen, die Auslieferungen folgen laut Kia im Oktober.
Kia positioniert den PV5 Cargo L1H1 vor allem für die urbane Logistik und Serviceflotten. Der Hersteller gibt für die Kurzversion einen Wendekreisdurchmesser von elf Metern zwischen den Bordsteinen an. Das entspricht dem Wert der rund 20 Zentimeter längeren Version L2H1. Beide Varianten haben den gleichen Radstand von rund drei Metern. Die kürzere Gesamtlänge des L1H1 resultiert allein aus dem verkürzten hinteren Überhang. Trotz seiner kompakten äußeren Abmessungen bietet die Kurzversion ein Laderaumvolumen von vier Kubikmetern, knapp zehn Prozent weniger als der 20 Zentimeter längere L2H1 (4,4 m3).
Drei Batteriegrößen für den PV5 Cargo
Der PV5 steht nicht auf der bekannten Pkw-Architektur E-GMP, sondern auf der neuen E-GMP.S („Electric Global Modular Platform for Service“), die speziell auf gewerbliche Anwendungen zugeschnitten ist. Für die Cargo- wie auch die Passenger-Varianten standen bislang zwei Batterie-Antriebs-Kombinationen zur Wahl: Der 51,5-kWh-Akku wird mit einem 89 kW starken Frontantrieb kombiniert, die 71,2-kWh-Batterie mit einer 120-kW-Variante. Beide Motoren liefern 250 Nm Drehmoment.
Nun ergänzt Kia für beide Cargo-Karosserievarianten eine neue Einstiegsbatterie mit 43,3 kWh Energieinhalt. Sie ist ausschließlich mit einem 111 kW starken Frontantrieb erhältlich. Laut Kia ermöglicht diese Kombination im L1H1 bis zu 232 Kilometer WLTP-Reichweite, im längeren L2H1 sollen es bis zu 246 Kilometer sein.
Mit der 51,5-kWh-Batterie gibt Kia für den L1H1 bis zu 288 Kilometer und für den L2H1 bis zu 297 Kilometer an. Mit 71,2 kWh sollen 404 beziehungsweise 416 Kilometer möglich sein. Unabhängig von der Batteriegröße soll der PV5 Cargo an einer DC-Ladestation in rund 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden können.

Höhere Anhängelast nur mit 71,2 kWh
Zum Modelljahr 2027 erhält der E-Transporter zudem mehrere technische und praktische Anpassungen. Für die Versionen mit 51,5 und 71,2 kWh ist optional ein 22-kW-Onboard-Lader vorgesehen. Für den L2H1 kann dieser bereits bestellt werden, beim L1H1 soll die Option erst ab dem ersten Quartal 2027 folgen.
Eine größere Änderung betrifft die Anhängelast. Kia führt nur die Varianten mit 51,5 und 71,2 kWh als anhängerfähig auf. Beide durften bislang gebremste und ungebremste Anhänger mit bis zu 750 Kilogramm ziehen. Mit dem Modelljahr 2027 steigt die zulässige Anhängelast bei der 71,2-kWh-Version auf 1,5 Tonnen – allerdings nur für gebremste Anhänger. Für die Ausführung mit 51,5 kWh bleibt es bei 750 Kilogramm. Eine Anhängelast für die neue 43,3-kWh-Batterie nennt Kia nicht.
Neu sind außerdem eine optionale Beifahrerdoppelsitzbank und damit ein dritter Sitzplatz, eine elektrisch einstellbare Lendenwirbelstütze für den Fahrersitz sowie eine höhenverstellbare rechte Armlehne. Hinzu kommt eine automatische Verriegelung, sobald sich der Fahrer mit dem Smart Key vom Fahrzeug entfernt. Eine flachere Dachantenne senkt die Fahrzeughöhe auf 1,899 Meter. Kia ersetzt zudem die Trennwand zum Laderaum durch einen Faserverbundwerkstoff, was die Nutzlast leicht erhöhen soll.
Kia bietet beide Karosserievarianten in den Ausstattungslinien Essential, Plus und Elite an. Die Topausstattung Elite ist allerdings den Modellen mit 71,2-kWh-Akku vorbehalten, bei denen wiederum die Basisversion Essential entfällt.
Mit der neuen Einstiegsbatterie kostet der PV5 Cargo L1H1 in der Ausstattung Essential 30.243,70 Euro netto. Die Langversion L2H1 startet mit der 43,3-kWh-Batterie bei 31.840,34 Euro netto. Für den 51,5-kWh-Akku verlangt Kia jeweils 1.260,50 Euro netto zusätzlich. Die auf der Ausstattungslinie Plus basierende 71,2-kWh-Version beginnt bei netto 35.382,35 Euro für den L1H1 sowie 36.978,99 Euro für den L2H1.
Die im April ebenfalls angekündigte Hochdachvariante L2H2 ist weiterhin nicht bestellbar. Kia stellt deren Einführung zwar „in Kürze“ in Aussicht, nennt dafür aber noch keinen konkreten Termin. Parallel erweitert die Marke auch das Angebot beim PV5 Passenger: Erst vergangene Woche hatten die Südkoreaner den Elektro-Kleinbus in Deutschland zusätzlich als Sechs- und Siebensitzer ins Programm genommen.





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