Frankreich startet im Juli dritte Sozialleasing-Welle

Die französische Regierung hat angekündigt, am 16. Juli 2026 die dritte Förderwelle ihres Sozialleasing-Programms für Elektroautos zu starten. Zum wiederholten Mal können über das Programm Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen ein Elektrofahrzeug zu Sonderkonditionen leasen.

Frankreich sozialleasing renault twingo r5
Bild: Renault

Wie bereits im April angekündigt, legt die französische Regierung nun tatsächlich ein drittes Soziallleasing-Programm für Elektroautos auf. Dieses Förderprogramm namens „leasing social de voitures électriques“ richtet sich vor allem am Pendler mit niedrigen Einkommen: Antragsberechtigt sind Personen, die ihren Arbeitsweg von mehr als 10 km ausschließlich im Privatauto zurücklegen, oder beruflich mehr als 8.000 km pro Jahr mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs sind.

Hinzu kommt, dass Antragsteller für das vergünstigte E-Auto-Leasing ein steuerliches Referenzeinkommen von höchstens 16.880 Euro haben dürfen. Damit haben sich die Kriterien gegenüber der zweiten Förderwelle im Herbst 2025 leicht verändert: Damals galt ein maximales Referenzeinkommen von 16.300 Euro und die tägliche Pendelstrecke musste mindestens 15 km betragen.

Wie schon bei den ersten beiden Förderwellen – die erste lief Anfang 2024 und war nach nur sechs Wochen wegen Ausschöpfung des Kontingents ausgelaufen – will die französische Regierung auch diesmal wieder das Leasing von 50.000 E-Autos zu Sonderkonditionen fördern, wobei die monatliche Leasingrate bei maximal 200 Euro liegen soll und dabei keine Anzahlung bzw. Sonderzahlung nötig ist. Die Laufzeit beträgt drei Jahre und die Laufleistung liegt bei 15.000 km pro Jahr. Der genau Preis ist aber modellabhängig. In der letzten Förderwelle lag die Spanne zwischen 95 und 195 Euro pro Monat.

Erste Hersteller haben bereits ihre Angebote für das neue Förderprogramm veröffentlicht: Citroën bietet den E-Kleinwagen ë-C3 je nach Ausstattung ab 94 Euro im Monat an. Renault verlangt für den elektrischen Twingo im Sozialleasing je nach Konfiguration ab 130 Euro im Monat und für den Renault 5 ab 139 Euro. Puegeot spricht von Preisen ab 149 Euro für die Modelle E-208, E-2008 und E-308. Volkswagen wiederum kündigt ein Sozialleasing für den neuen ID. Polo wie auch den ID.3 Neo, ID.3 und ID.4 an – hier sind die Konditionen aber nur durch Eingabe einer französischen Postleitzahl und eines Vertragshändlers vor Ort ersichtlich.

Damit die niedrigen Leasingraten möglich werden, fördert der französische Staat jedes Fahrzeug mit einer staatlichen Beihilfe beträgt 29 Prozent der Anschaffungskosten, begrenzt auf 6.500 Euro. Diese kann auf bis zu 9.000 Euro steigen, wenn Fahrzeug und Batterie im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) produziert wurden (zzgl. 500 Euro Bonus, falls auch der Motor im EWR gefertigt wurde).

Wie schon in früheren Förderwellen schließt Frankreich mit einem Trick indirekt chinesische Fahrzeuge von der Förderung aus: Anstatt Importe direkt zu verbieten (was gegen EU-Handelsrecht verstoßen würde), hat Frankreich die Förderfähigkeit an den gesamten CO2-Fußabdruck gekoppelt, der bei der Herstellung und dem Transport eines Fahrzeugs entsteht. Um am Sozialleasing teilnehmen zu dürfen, muss ein Fahrzeugmodell diesen Score erreichen – und für in China hergestellte Fahrzeuge ist der erforderliche Zielwert hierbei kaum zu erfüllen. Vor kurzem war die deutsche Bundesregierung dafür kritisiert worden, dass sie bei ihrer E-Auto-Förderung chinesische Modelle nicht ausschließt. Dabei wurde auch über diese Hintertür aus Frankreich berichtet.

gouv.fr (Französisch), europe-infos.fr

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