Porsche will wohl Cayenne-Produktion nach Leipzig verlagern
Wie die F.A.Z. unter Berufung auf Arbeitnehmerkreise schreibt, will Porsche mit diesem Schritt die Auslastung des Leipziger Werks langfristig absichern. Kommt es tatsächlich zur Verlagerung der Produktion, wäre die Fertigungsphase des Elektro-Cayenne in der Slowakei kurz ausgefallen: Erst Anfang des Jahres begann Porsche mit der Stromer-Produktion in dem Mehrmarkenwerk des Volkswagen-Konzerns in Bratislava. Dort werden seit Anfang Februar nun alle Varianten des Cayenne – Verbrenner, Hybrid und Elektro – auf einer flexiblen Linie gebaut.
Verbrenner und Hybride-Varianten des SUV laufen in der Slowakei freilich schon einige Jahre vom Band. Die Wiege des Cayenne ist aber Leipzig, dort wurden die ersten beiden Generationen von 2002 bis 2017 montiert, ehe die Baureihe nach Bratislava ging. Nach rund einer Dekade könnte es nun also zurück nach Sachsen gehen.
Voraussetzung für die Rückverlegung des Cayenne nach Leipzig soll nach Informationen der F.A.Z. allerdings sein, dass die Arbeitnehmer Gehaltskürzungen in Kauf nehmen, „weil die Entgelthöhen in der Slowakei deutlich unter dem Niveau der deutschen Porsche-Mitarbeiter liegen“, so der Bericht. Auf Anfrage der Zeitung wollte sich das Unternehmen zu den Plänen nicht äußern. Sprecher der Marke und des Gesamtbetriebsrats bestätigten aber Gespräche.
Vollzieht Porsche den Standortwechsel, so erfolgt dieser Vorstoß in Verantwortung von Michael Leiters, der Oliver Blume zum vergangenen Jahreswechsel als Porsche-CEO abgelöst hat. Leiters muss zurzeit Lösungen für die schlecht ausgelasteten Werke in Zuffenhausen und Leipzig finden. Am Hauptsitz werden allen voran Sportwagen gefertigt, in Leipzig die SUV-Modelle der Marke. Die Zeit drängt dabei, denn nach einem sehr schwachen Jahr 2025 ging laut F.A.Z. der Porsche-Absatz in Q1/2026 nochmals um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück – auf nur noch 60.991 Fahrzeuge. In China ist der Q1-Rückgang mit 21 Prozent noch massiver.
Porsche findet sich also in der ungewohnten und unangenehmen Situation wieder, Marktanteile zurückholen und in den Werken viel Leerlauf überbrücken zu müssen. Parallel steckt Konzernmutter Volkswagen in der Krise und plant laut frischen Berichten einen nochmals extrem verschärften Sparkurs mit potenziell bis zu 100.000 Jobstreichungen, vier Werksschließungen und Marken-Abspaltungen. Porsche-CEO Leiters selbst will auf einem Kapitalmarkttag im Oktober eine Strategie zur umfassenden Neuausrichtung der Sportwagen-Marke vorstellen. Klar ist aber offenbar bereits, dass Porsche „die Zahl der verschiedenen Modellvarianten reduzieren, die Entwicklung des Herstellers umbauen und Synergien mit der Muttergesellschaft VW nutzen will“, wie es bei der F.A.Z. heißt. Inklusive eines weiteren Stellenabbaus. Allein am Stammsitz in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach sollen nach Informationen der Zeitung „Stellen in niedriger vierstelliger Höhe zur Disposition stehen“.
faz.net (Paywall)





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