Cubos erwirbt deutsches B2B-Ladegeschäft von TotalEnergies
Durch den Erwerb des gewerblichen Total-Ladegeschäfts in Deutschland vergrößert Cubos die Anzahl seiner Ladepunkte im Bundesgebiet auf künftig gut 15.000 Einheiten – an den Standorten von mehr als 1.000 B2B-Kunden. Rund 6.000 gehen dabei auf den jetzt publik gemachten Deal mit dem französischen Energiekonzern zurück. Cubos selbst wertet den Schritt als Meilenstein, dank dem man nun zu den führenden Charge Point Operators (CPOs) in Deutschland zähle.
Gegenstand der Transaktion ist dabei allein das gewerbliche Ladegeschäft von TotalEnergies in Deutschland, das laut den beiden Unternehmen gegenwärtig gut 6.000 AC- und DC-Ladepunkten umfasst. Die AC-Ladepunkte finden sich laut Cubos vorwiegend bei Kunden auf Mitarbeiter- oder Flottenparkplätzen, die DC-Ladepunkte seien primär für Standorte mit höherem Durchsatz relevant. Für bestehende Kunden soll sich nichts ändern: „Alle Verträge werden fortgeführt, die Integration in die Cubos-Plattform erfolgt schrittweise und der laufende Betrieb wird für alle TotalEnergies-Kunden nahtlos sichergestellt“, schreiben die Verantwortlichen.
Kurz zu Cubos selbst: Das 2018 in Wolfsburg gegründete Unternehmen plant, installiert und betreibt eigenen Angaben zufolge „Photovoltaik- und Ladelösungen, ergänzt durch moderne Speichersysteme und intelligente Software – Made in Germany“. Der Anbieter ermöglicht es Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern, „durch integrierte Energielösungen unabhängig vom Netz zu werden, Energiekosten dauerhaft zu senken und ihre Dekarbonisierungsziele zu erreichen“. Erst im März 2026 hatte Cubos einen Großauftrag vom Land Niedersachsen erhalten.
„Mit der Übernahme des B2B-Ladeinfrastrukturgeschäfts von TotalEnergies in Deutschland kommen wir unserem Ziel, unter die Top 3 CPOs in Deutschland aufzusteigen, einen entscheidenden Schritt näher“, kommentiert Cubos-CEO Marc Wille. „Für bestehende Kunden garantieren wir einen reibungslosen Übergang – außerdem profitieren sie künftig von einem deutlich erweiterten Leistungsportfolio: eigene Hardware und Software, Photovoltaik und Batteriespeicher. Betreut wird alles durch unsere eigenen Techniker. Der
Ladepark wird zum integrierten Energiesystem – und E-Mobilität damit flächendeckend günstiger und attraktiver.“
Jan Petersen, Geschäftsführer von TotalEnergies Charging Solutions Deutschland, ergänzt: „Mit Cubos haben wir einen verlässlichen Partner gefunden, der unser B2B-Ladegeschäft nicht nur fortsetzt, sondern
mit eigener Technologie und einem umfangreichen Serviceportfolio konsequent weiterentwickelt. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Geschäftskunden sowie unsere Mitarbeitenden aus dem B2B-Geschäftsbereich bei Cubos in den besten Händen sind.“
Wichtig: Beim Flotten-Ladegeschäft von Total sollen nach der Akquisition alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Cubos‘ Team wächst ergo auf nun gut 500 Mitarbeiter. Schon bei den beiden vorangegangenen Transaktionen wurden den Wolfsburgern zufolge alle Jobs gesichert. Im Dezember 2025 übernahm das Unternehmen bekanntlich Teile des Geschäftsbereichs Elektromobilität von Swarco Traffic Systems in Deutschland – und damit auch mehr als 1.000 Ladepunkte. Im April 2026 machte Cubos zudem den Aufkauf der Elektromobilitätsmarke ChargeOne von der Heinemann Gruppe aus München bekannt – und addierte auf diese Weise weitere rund 3.500 Ladepunkte zu seinem Netz.
Sowohl bei dem Swarco-Deal als auch bei der ChargeOne-Übernahme machte Cubos keine Angaben zu den finanziellen Umfängen der Transaktion. Ebenso verfährt das Unternehmen jetzt bei der Übernahme des gewerblichen Total-Ladegeschäfts: Finanzielle Details bleiben unter Verschluss.
Für TotalEnergies bedeutet der Verkauf seines B2B-Ladebusiness indes eine weitere Abkehr vom deutschen Markt. Anfang 2023 hatte der Konzern schon sein deutsches Tankstellennetz (und das in den Niederlanden) an das kanadische Unternehmen Couche-Tard mit seiner Marke Circle K verkauft. Damals hieß es, dass sich der französische Ölkonzern in Ländern, in denen TotalEnergies nicht Marktführer ist, auf Wasserstoff und Ladestationen konzentrieren wolle. In Deutschland steht diese Strategie nun offenbar auf der Kippe – und zwar nicht nur angesichts des Deals mit Cubos. Auch für die öffentlichen Ladestationen soll TotalEnergies auf der Suche nach Interessenten sein – das meldete jedenfalls das Nachrichtenportal „The Pioneer“ vor wenigen Monaten unter Berufung auf eigene Informationsquellen. Demnach könnte TotalEnergies u.a. rund 190 Ladeparks veräußern, von denen allerdings erst rund ein Drittel in Betrieb ist.
Quelle: Infos per E-Mail





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