03.04.2019 - 17:43

Ford stellt Elektrifizierungsstrategie für Europa vor

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Ford hat dieser Tage in Amsterdam seine Strategie zur Elektrifizierung der Fahrzeugpalette für Europa vorgestellt und dabei 16 elektrifizierte Modelle angekündigt. Konsequent in Richtung BEV geht’s aber nicht: Stattdessen kommt ein Portfolio an Mild-, Voll- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen. 2020 folgt ein SUV im Mustang-Stil und 2021 ein Elektro-Transit. 

++ Dieser Artikel wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. ++

Darüber hinaus hat Ford digital vernetzte Dienstleistungen und Services für sein elektrifiziertes Nutzfahrzeug-Angebot vorgestellt. Mit diesen will der Hersteller „die Produktivität seiner europäischen Nutzfahrzeug-Kunden weiter verbessern.“

Ford hat Anfang dieses Jahres angekündigt, dass – beginnend mit dem Ford Focus – jede Pkw- und Nutzfahrzeug-Modellreihe künftig um mindestens eine elektrifizierte Variante erweitert wird beziehungsweise auch ganz neue Baureihen mit elektrifizierten Antrieben auf den Markt kommen werden. Diese Fahrzeuge sollen mit Mild-, Voll- oder Plug-In-Hybrid-Antrieb oder mit einem rein batterie-elektrischen Antrieb angeboten werden.

So wird die neue Generation des Kompakt-SUVs Kuga ab dem Frühjahr 2020 als erste Baureihe von Ford die Wahl zwischen Mild-, Voll- und Plug-in-Hybrid-Antrieb bieten. Den Anfang macht bereits zur Markteinführung der Kuga mit PHEV-Technologie. Das Plug-In-Hybrid-System umfasst einen 2,5 Liter Vierzylinder-Benziner, der nach dem Atkinson-Prinzip arbeitet, sowie einen elektrischen Generatormotor und eine Lithium-Ionen-Batterie mit 14,4 kWh. Gemeinsam entwickeln sie eine Systemleistung von 166 kW. Rein elektrisch kann der Kuga rund 50 Kilometer zurücklegen. Ein Ladevorgang benötigt rund vier Stunden.

Die Mild-Hybrid-Version des neuen Kuga nutzt das Zusammenspiel eines 110 kW Turbodiesels (2,0 Liter Hubraum) mit einem integrierten, von einem Zahnriemen angetriebenen Starter-Generator. Hierbei handelt es sich um 48-Volt-Technologie. Der Ford Kuga Voll-Hybrid wird Ende 2020 das Angebot an elektrifizierten Antrieben für diese Baureihe abrunden. Wie beim Kuga mit Plug-In-Hybrid-Antrieb kommt auch hier der 2,5 Liter Benziner inklusive des elektrischen Motorgenerators und einer Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz. Technische Details zu E-Maschine und Batteriekapazität nennt Ford zur Stunde noch nicht.

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Der neue Ford Explorer wird hingegen nur als Plug-in-Hybrid angeboten. Als Verbrenner kommt ein 3,0-Liter-Turbobenziner mit einer Leistung von 257 kW zum Einsatz. Der Elektromotor verfügt über eine Leistung von 74 kW. Die Systemleistung beträgt 331 kW. Mit seiner 13,1 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie soll der Explorer bis zu 40 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können. Auch dieses Modell kann über den Typ-2-Anschluss aufgeladen werden. Der Explorer kommt Ende 2019 auf den europäischen Markt.

Ford hat zudem den Tourneo Custom mit Plug-In-Hybrid-Antrieb vorgestellt. Die Großraum-Limousine für bis zu acht Personen wird ausschließlich über die Vorderräder mit dem E-Motor angetrieben. Bis zu 50 elektrische Kilometer sollen mit dem verbauten Lithium-Ionen-Akku (ebenfalls 13,6 kWh) möglich sein. Als sogenannter „Range Extender“ lädt der 1,0-Liter-Benzinmotor – je nach gewähltem Fahrmodus – den Akku während der Fahrt wieder auf. Der chemische Speicher kann allerdings auch extern geladen werden. Hierbei benötigt der Ladevorgang rund drei Stunden. An der Haushaltssteckdose verlängert sich der Vorgang auf 5,5 Stunden. Die Markteinführung dieser Großraum-Limousine ist für Ende 2019 geplant.

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Bereits erhältlich ist der Transit Custom. Im Transit Custom zeichnet sich der Plug-In-Hybrid durch eine serielle Konfiguration aus. Dies bedeutet: Der Benzinmotor hat keinerlei mechanische Verbindung zu den Antriebsrädern (Frontantrieb), sondern dient allein zum Aufladen der Traktionsbatterie und damit der Energieversorgung des Elektromotors. Die Vorderräder des Transit Custom PHEV werden ausschließlich vom Elektromotor angetrieben, der von einem 13,6 kWh Lithium-Ionen-Akku gespeist wird. Rein elektrisch kann auch das Transporter-Modell bis zu 50 Kilometer zurücklegen. Zusätzlich gibt es den Transit Custom in zwei Mild-Hybrid-Varianten.

Für 2021 wird zudem eine rein Batterie-elektrische Version der Nutzfahrzeug-Baureihe Transit angekündigt. Auf dem Event gab Ford mit dem Transit Smart Energy Concept bereits einen ersten Ausblick. In diesem Fall als Mini-Bus mit zehn Sitzplätzen, entwickelt von den Ford-Ingenieuren des Technical Centers in Köln-Merkenich. Der Transit Smart Energy kann nach einer vierstündigen Ladezeit 150 Kilometer Batterie-elektrisch zurücklegen und baut auf dem gleichen Antriebsstrang auf, der auch im StreetScooter Work XL zum Einsatz kommt. Der Stromer verfügt zudem über eine Wärmepumpe. Und sechs Solarzellen auf dem Fahrzeugdach, welche eine 12-Volt-Batterie laden, die das Kabinenlicht, die Sitzheizungen und andere elektrische Onboard-Systeme wie das kabellose Ladefeld für Smartphones mit Strom versorgen. Fahrversuche mit dem Transit Smart Energy Concept sollen noch in diesem Jahr beginnen, sobald die Windkanaltests abgeschlossen sind.

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Im Jahr 2020 soll darüber hinaus ein bislang noch namenloses rein Batterie-elektrisches Hochleistungs-SUV mit einer Reichweite von rund 600 Kilometer nach WLTP-Norm auf den Markt kommen. Sein Design greift Stil-Elemente des Ford Mustang auf. Mehr Details teilt der Autobauer bislang nicht dazu mit.

Ebenfalls in Amsterdam vorgestellt wurden der Ford Fiesta und der Ford Focus mit Mild-Hybrid-Technologie. Beide Modelle setzen auf die 48-Volt-Technologie. Damit dürfte auch klar sein, dass eine rein elektrische Variante des Focus vorerst nicht zurück auf den europäischen Markt kommt. Bereits Anfang des Jahres hatte Ford im Rahmen des Brüsseler Autosalons den überarbeiteten Mondeo präsentiert. Eine der wichtigsten Neuerungen ist, dass der Mondeo Turnier ab sofort auch als Hybrid-Version bestellbar ist. Weiterhin im Angebot bleibt daneben auch der Mondeo Hybrid als viertürige Limousine.

Update 04.04.2019: Kurz nach Bekanntgabe seiner Elektrifizierungsstrategie für Europa hat Ford die Pläne für China nachgereicht. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen demnach 30 Modelle der Marken Ford und Lincoln auf den größten Automarkt der Welt kommen; nur zehn davon sind allerdings Elektroautos und Plug-in-Hybride. Den Anfang unter den Stromern macht noch 2019 der Ford Territory BEV, ein rein Batterie-elektrisches Kompakt-SUV. Ford reagiert mit seiner neuen Strategie auf Verkaufsrückgänge auf dem größten Automarkt der Welt, die vor allem seit dem Handelsstreit zwischen den USA und China auch andere Marken wie GM, VW oder Jaguar Land Rover treffen. Zuletzt setzte Ford zum ersten Mal innerhalb von 20 Jahren in China weniger Autos ab.
ford.com (Übersicht), ford.com (Kuga), ford.com (Explorer), ford.com (Tourneo), ford.com (Flotten-Tool)

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2 Kommentare zu “Ford stellt Elektrifizierungsstrategie für Europa vor

  1. Thomas Wagner

    Kein Elektroauto bei Ford in Sicht !
    Ford leistet quasi den Offenbarungseid:
    Das Fahrzeugprogramm beharrt auf dem Verbrenner
    und Ford wird mit diesem vom Markt verschwinden.

  2. Walter 72

    Übergangslösungen sind besser für die Wirtschaft, dieses schwarz/weiß Denken der Elektromobilitäts-Missionare bringt niemandem etwas. Die meisten Kunden wollen keinen sofortigen Umstieg sondern möchten sich erst einmal über Hybridlösungen mit dem Elektroantrieb anfreunden, erst recht in den USA, wo der V8 schon so lange ein Synonym für typisch amerikanische Fahrzeuge ist.
    Man sieht ja bei uns, wohin ein erzwungener Wechsel führt: Rohstoffknappheit weltweit für Akkufertigungen – und die paar die noch die geforderten Mengen liefern können diktieren den Preis, Wartezeiten von einem Jahr und mehr. Bloß Tesla macht es anders, aber das ist halt kein Auto auf das viele gerne umsteigen möchten, auch ich nicht. Die Chancen stehen gut, dass mein nächstes Fahrzeug ein Hybrid wird, und noch kein BEV.

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03.04.2019 17:43