02.06.2020 - 12:26

Norweger planen Bau eines Batteriezellenwerks mit 32 GWh

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Das neu gegründete norwegische Unternehmen Morrow Batteries plant den Bau einer Batteriezellenfabrik für Elektroautos. Im finalen Ausbau soll diese über eine Kapazität von 32 GWh verfügen. Die erste der vier geplanten Ausbaustufen mit je 8 GWh soll 2024 fertiggestellt sein.

Die im Werden begriffene europäische Batteriezellenfertigung erhält einen neuen Akteur: Morrow Batteries gibt bekannt, eine Zellenfabrik samt Forschungszentrum im südnorwegischen Agder errichten zu wollen. Der Standort ist mit Absicht möglichst nahe an die großen europäischen Autonationen gerückt. Denn das Hauptaugenmerk soll auf der Produktion von Batteriezellen für europäische Elektroautos liegen. Die Arbeiten an dem Standort werden nach Angaben der Initiatoren 2021 beginnen. Unterstützt wird das Projekt unter anderem durch Mittel des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020.

Zunächst will Morrow Batteries Zellen auf Basis der bestehenden Technologien fertigen. In den weiteren Ausbaustufen der Anlage sollen dann aber auch „Batteriezellentechnologie der nächsten Generation“ zum Einsatz kommen. Die Sprache ist von der Entwicklung und Industrialisierung neuartiger Lithium-Schwefel-Batteriezellen.

Hinter dem neuen Batterieunternehmen steht ein Zusammenschluss etlicher norwegischer Akteure. Eigentümer der Neugründung sind der norwegische Energiekonzern Agder Energi und der Großunternehmer Bjørn Rune Gjelstens, der unter anderem das Abfallunternehmen Noah AS besitzt. Als Initiatorin und Gründerin wird aber auch die Umweltorganisation Bellona bezeichnet. Zu den Partnern des Projektes gehören ferner das Forschungsinstitut SINTEF, die Wirtschaftsfördergesellschaft Innovation Norway, das sogenannte Eyde-Cluster sowie mehrere Rohstofflieferanten.

Morrow Batteries will vom bevorstehenden Boom der Elektroautobranche profitieren und gleichzeitig den Beweis antreten, dass die Batteriezellfertigung ein nachhaltiger Industriezweig sein kann. „Wir müssen alternative Industrien zu Öl und Gas aufbauen und in der Lage sein, eine grüne Wende einzuleiten“, äußert sagt Terje Andersen, CEO von Morrow Batteries, in einem Medienbericht. In Agder steht den Initiatoren des Projekts unter anderem Energie aus Wasserkraft zur Verfügung. Für die Lithium-Schwefel-Batteriezellen will Morrow Batteries künftig zudem auf Altmaterialien aus der norwegischen Ölindustrie zurückgreifen. Die Wertschöpfungskette soll sich explizit von jenen in Asien unterscheiden.

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Sollte es gelingen, 2,5 Prozent des europäischen Marktes für Batteriezellen zu erobern, könnten in laut dem Forschungsinstitut SINTEF in Norwegen rund 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Fachkräfte soll es ausreichend geben, da die Region schon lange Standort mehrerer Elektrochemiekonzerne ist. Agder Energi hat nach eigenen Angaben zudem Zugang zu einem Netzwerk von Lieferanten kritischer Rohstoffe. So erfülle Morrow Batteries über „eine solide Grundlage für den schnellen Start der Massenproduktion“, heißt es.

Für den Anspruch des Unternehmens, eine der umweltfreundlichsten Batteriezellenfabriken der Welt zu bauen, steht vor allem der norwegische Umweltaktivist Frederic Hauge, Kopf der 1986 von ihm mitbegründeten Bellona-Stiftung. „Ich bin überzeugt, dass die Welt, wenn wir die eskalierende Klimakrise stoppen wollen, so schnell wie möglich eine stabile Versorgung mit Energie aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind sicherstellen muss“, so Hauge. „Ein entscheidender Faktor für diese Stabilität sind nachhaltige Optionen für die Energiespeicherung, deshalb haben wir dieses Projekt initiiert.“

Norwegen gilt als Musterland der Elektromobilität. Die Zulassungszahlen weisen regelmäßig einen Elektroauto-Anteil jenseits der 50-Prozent-Marke aus. Die norwegische Initiative zum Aufbau einer Batteriezellenfabrik flankiert die bereits angekündigten Projekte von Volkswagen und Northvolt in Salzgitter und von Northvolt allein im schwedischen Skellefteå. Während letztere Fabrik 2021 mit einer Kapazität von 32 GWh starten und bis 2024 auf 40 GWh ausgebaut werden soll, wird das Werk in Salzgitter bis Ende 2023 voraussichtlich mit einer Produktionskapazität von 16 GWh und später von 24 GWh ausgestattet. Auch in Frankreich gibt es Initiativen, die den asiatischen Herstellern Konkurrenz machen soll, die ja ihrerseits – wie etwa CATL in Erfurt – um ihre Marktanteile kämpfen.
forbes.com, batteryindustry.tech, thedriven.io, ae.no (auf Norwegisch), businessportal-norwegen.com (auf Deutsch)

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02.06.2020 12:52